Einweihung des Denkmals für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft in Pinkafeld

Pinkafeld erinnert sich an die Opfer der Widerstandskämpfer, der Opfer der Euthanasie und der jüdischen Opfer der Stadt. Zusätzlich soll der rund 1000 Opfer von Roma und Romnija gedacht werden, die über den Bahnhof Pinkafeld in die Vernichtungslager deportiert wurden, die alle an Hunger oder Typhus gestorben sind bzw. vergast wurden.
06.09.2020  |  15:00  -  17:00   |  

Der Gemeinderat von Pinkafeld hat am 07. Juni 2018 den einstimmigen Beschluss gefasst, einen Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Pinkafeld zu errichten.

Eine unabhängige Arbeitsgruppe unter der Leitung des Museumsvereins Pinkafeld hat sich nach Auftrag durch den Gemeinderat intensiv mit der Geschichte der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft beschäftigt und vorgeschlagen, eine Gedenkstätte mit einem Denkmal und einer Inschrift zu errichten. 

Der Standort beim Kriegerdenkmal könnte "Platz der Erinnerung" genannt werden. Zur Gestaltung der Gedenkstätte wurden regionale Künstler_innen zu einem Ideenwettbewerb eingeladen, fünf Vorschläge wurden eingereicht. Nach mehreren Besprechungen hat sich der Gemeinderat am 07. November 2019 für den Gestaltungsvorschlag von Dr. Gottfried Reszner entschieden. Das Denkmal soll in gleicher Höhe des Kriegerdenkmals in Richtung katholischer Kirche platziert werden.

Nunmehr erfolgt die konkrete Umsetzung und der Beginn der Bauarbeiten. Die Eröffnung/Einweihung der Gedenkstätte wird am 06. September 2020 erfolgen.

Vor 75 Jahren ist der Zweite Weltkrieg und die NS-Gewaltherrschaft in Europa durch die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands beendet worden. Mit dieser Gedenkstätte leistet Pinkafeld in diesem Gedenkjahr eine neue und notwendige Grundlage der Erinnerungs- und Gedenkkultur im Burgenland.

In der Juli-Ausgabe der Stadtinfo möchten wir Sie über die Pinkafelder Opfer der NS-Gewaltherrschaft informieren, die mehreren Opfergruppen zugeordnet werden können. Im August wird Dr. Gottfried Reszner seine Ideen für die Gestaltung der Gedenkstätte erläutern. (Artikel: Stadtinfo Pinkfeld, Juni 2020)

 

Gedenkstätte vor dem Rathaus - Pinkafeld
KÜ N STL E RI SC H ES KO N ZEPT / Dr. GottfriedReszner
Meine Gestaltungsvorschläge zur geplanten Gedenkstätte basieren auf einer gedanklichen Auseinandersetzung mit den Bedingungen, die
letztendlich zu einem Totalitarismus mit zerstörerischen Auswirkungen
für alle geführt haben.
Es ist schwierig und erfordeft Mut, die Vergangenheit in ihrem negativen Kontext nicht zu verschweigen, sondern sich und andere damit zu konfrontieren und in der Reflexion Wege der Übennrindung zu finden.
Ich beziehe mich dabei auf eine vielbeachtete Rede , die Dr. Richard von Weizsäcker als deutsches Staatsoberhaupt am B, Mai 1985 an!ässlich des 40. Jahrestages des Kriegsendes vor dem deutschen Bundestag gehalten hat.
Der aus drei Varianten ausgewählte Vorschlag für die Gedenkstätte
besteht a us teilweise abgebrochenen Steinhfeln in unterschiedlichen
Grauschattierungen. Zwischen den Steinelementen befindet sich eine
farbige Glasfläche.
Gebrochener Stein steht symbolisch für Zerstörung und Glas ist ein
künstlerisches Ausdrucksmittel für alles Zerbrechliche. In der
Kombination der komplementären Materialien ergibt sich zusätzlich ein
ästhetischer Aspekt, der mir in der Gesamtdarstellung ebenfalls wichtig ist. Ich möchte nicht, dass die Erinnerung unausweichlich in der beklemmenden Thematik steckenbleibt, sondern gleichzeitig einen
positiven Ausblick zulässt ... eine Entwicklung zum Licht hin über dem
Dunkel der Vergangenheit.
Das mit Metalloxiden gefärbte mundgeblasene Glas stammt aus der
Glashütte von Waldsassen (Bayern). Die einzelnen Mosaikteile werden fugenlos auf gehärtetes Floatglas mit einem hochtransparenten Spezialkleber auf Silikonbasis geklebt. Die Glaskomposition wird aus Stabilitätsgründen zusätzlich von einem schützenden Edelstahl rahmen umschlossen. Ich arbeite dabei mit einem Glasmeister der GUSSKUNSTWERKSTAIT KÖNIG in Wien zusammen. Die Steinelemente werden von der Fa. KALMAN - Rotenturm beigestellt. Das Gesamtensemble KRIEGERDENKMAL - NEUE GEDENKSTÄTTE in einer Linie durch einen Weg verbunden, mit einer Sitzgelegenheit zum Verweilen und zum stillen Gedenken, soll auf Vorschlag des ,,Museumsvereins Pinkafeld* als,,Platz der Erinnerung't definiert werden.

 

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