Zeitzeugengespräch mit Erich Finsches in der HTL Lastenstraße

40 Schülerinnen und Schüler der 4. und 5. Klassen der HTL Lastenstraße hörten am 24. Jänner 2020 die Schilderungen von Erich Finsches, einem jüdischen Überlebenden des Holocausts. Dieser war am Sonntag 26. Jänner auch Ehrengast und Redner bei der Matinee zum internationalen Holocaust-Gedenktag der Stadt Klagenfurt war .

Erich Finsches wurde 1927 in Wien als Sohn einer jüdischen Mittelstandsfamilie geboren, 1938 aus der Schule hinausgeworfen und kam - obwohl noch ein Kind – in Gestapohaft. 1939 wurde er in ein Arbeitsertüchtigungslager nach Eisenerz verlegt, wo er Erz in Loren füllen musste. Da er die ihm zugewiesene Arbeit nicht schaffte, flüchtete er aus dem Lager und schlug sich alleine bis nach Wien durch, wo er untertauchte.  Nach einem neuerlichen Aufgriff musste er wieder Zwangsarbeit leisten, diesmal in einer Wäscherei. Als er hörte, dass die großen Transporte bereits nach Polen gehen, gelang ihm eine neuerliche Flucht nach Ungarn, wo er sich mit Handel von Essen und Informationen über Wasser hielt. Dabei kam er auch mit dem späteren jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito in Kontakt. 1944 wurde er von der SS entdeckt und im September im Zuge des Massenmordes an ungarischen Juden nach Auschwitz deportiert. Im September 1944 wurde in ein Nebenlager von Dachau nach Mühldorf am Inn verlegt und leistete in einem unterirdischen Flugzeugwerk Zwangsarbeit. Ende April 1945 befreiten ihn amerikanische Soldaten, er wog 29 Kilogramm und war schwer krank. Nur langsam kam er in den Nachkriegsjahren wieder zu Kräften. Obwohl von 65 Verwandten nur noch eine Tante und ein Onkel lebten, kehrte er als laut eigener Aussage „österreichischer Patriot“ wieder nach Wien zurück.

 

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