Lebenslinien. Jüdische Familien und ihre Schicksale. Eine biografische Reise in die Vergangenheit von Wiener Neustadt

In diesem Buch sind Lebensgeschichten von Personen mit jüdischem Hintergrund aus Wiener Neustadt erfasst, die sorgsam zusammengetragen wurden und sehr unterschiedliche Lebenslinien wiedergeben. Der inhaltliche Bogen spannt sich von genauen Darstellungen von Lebenswegen bis zu kurzen biografischen Skizzen von Menschen, die in der Stadt ihre Spuren hinterlassen haben. Die Reise in die Vergangenheit beginnt manchmal in einzelnen Ländern der Habsburgermonarchie und endet entweder in einem Exilland, einem Ghetto oder Vernichtungslager.

Der Leser bzw. die Leserin begleitet jüdische Familien auf den Stationen ihres Lebens. Im Zentrum steht die Stadt Wiener Neustadt, insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren, als Ort jüdischen Lebens. Die „Linien des Lebens“ mit ihren Verläufen, Überschneidungen und Brüchen werden nachgezeichnet und damit Lebenswege von Mitgliedern jüdischer Familien in ihrer Vielfalt und ihrer Prägung fassbar. Es sind Geschichten, die das Leben schreibt, Geschichten vom Leben mit seinen Höhen und Tiefen, Geschichten mit einem glücklichen oder tragischen Ende.
Es öffnet sich ein einzigartiger Einblick in die Lebenswelt der jüdischen Bevölkerung in Wiener Neustadt: in die Zeit der Jahrhundertwende und die folgenden Jahrzehnte, in Kindheits- und Jugendtage, in den sozialen, beruflich-ökonomischen und religiösen Alltag, aber auch in die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Wir erfahren vom Leben in der Stadt vor 1938, dem Kampf ums Überleben ab 1938, die Flucht ins Exil oder von der Auslöschung ganzer Familien in der Shoah und der Traumatisierung der Überlebenden.
In diesem Buch sind die Erinnerungen der letzten Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aufbewahrt, mit denen die persönlichen Erfahrungen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von damals dokumentiert werden konnten. Das Buch basiert auf langjähriger Archiv- und Quellenarbeit, wodurch eine wertvolle Sammlung an Erkenntnissen über die jüdische Geschichte zu Tage gefördert werden konnte. Diese Publikation leistet deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Kenntnis der vom NS-Regime zerstörten jüdischen Gemeinde Wiener Neustadt. Die aufgenommenen Biografien können gemeinsam zu einem allgemeinen Situationsbild jüdischen Lebens, der Shoah und der Zeit nach 1945 werden.
Hunderte bisher unveröffentlichte Fotografien aus privaten Fotoalben von Überlebenden der Shoah und zahlreiches weiteres Bildmaterial, wie beispielsweise seltene alte Stadtansichten, Pläne und Dokumente, eröffnen dem Leser bzw. der Leserin einen besonders anschaulichen Blick in die Vergangenheit von Wiener Neustadt.

Werner Sulzgruber: Lebenslinien. Jüdische Familien und ihre Schicksale.
Eine biografische Reise in die Vergangenheit von Wiener Neustadt

Details: 598 Seiten (17x24 cm), über 500 Abbildungen; Verlag: Berger (Wien/Horn); erschienen: Sept. 2013: - download
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Lebenslinien, Cover
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