Hadersdorf am Kamp: "Wir sind kein Nazi-Dorf"

Der Historiker Dr. Robert Streibel und Gerhard Pazderka, Enkel eines in Hadersdorf am Kamp ermordeten Widerstandskämpfers, haben am 10. April 2010 in Hadersdorf auf dem Hauptplatz Meinungen zum Massaker am 7. April 1945 eingeholt und auf Videos festgehalten.

Bei den Opfern dieses Massakers vom 7. April 1945 handelt es sich um freigelassene ehemalige Häftlinge, bei den Tätern um Mitglieder der SS und um örtliche Funktionäre der NSDA.

Warum ist es immer noch ein Problem, sich an die 61 Opferzu erinnern? Warum werden hier die Namen der Opfer von der Straße gewaschen und ein Mahnmal abgebaut? Warum werden hier NS-Gegner als gewöhnliche Kriminelle bezeichnet? Warum relativiert man hier die Verbrechen des Nationalsozialismus und verschweigt sie in der Ortsgeschichte?

Diesen Fragen sind Robert Streibel und Gerhard Pazderka nachgegangen und haben dem Dorf die Möglichkeit gegeben, "das Ansehen zu verbessern". In der Ankündigung hieß es:

"Es ist ein politischer Scherbenhaufen, den der aus dem Amt geschiedene Bürgermeister hinterlassen hat. Das soll sich ändern. Bei den vergangenen Gemeinderatswahlen wurde die Forderung laut "das Ansehen der Gemeinde wiederherzustellen". Nun bekommen alle Hadersdorferinnen und Hadersdorfer die Möglichkeit, etwas für das Ansehen ihres Ortes zu tun! Leisten Sie Ihren Beitrag und nehmen Sie Stellung: "Wir sind kein Nazi-Dorf!" LIVE und unmittelbar wird Ihre Meinung per Internet-TV in die ganze Welt gesendet. Kommen Sie zum Hauptplatz und nehmen Sie sich kein Blatt vor den Mund, rücken Sie das Bild Ihrer Heimatgemeinde zurecht!"

Die Ergebnisse sind unter  http://www.wir-sind-kein-nazi-dorf.at/ abrufbar.

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