Steine der Erinnerung in St. Pölten

Für 2019 ist die Setzung weiterer 14 Steine geplant

575 namentlich bekannte Männer, Frauen und Kinder der jüdischen Kultusgemeinde St. Pölten wurden im Holocaust ermordet. Als Zeichen des individuellen Gedenkens und anlässlich seines 30-jährigen Bestehens begann das Injoest im Jahr 2018, in Kooperation mit der Stadt St. Pölten für diese Menschen Steine der Erinnerung zu setzen. Die 18x18 cm großen Messingplatten mit Namen, bei Frauen Geburtsname, Geburtsdatum, Datum der Deportation und wo eruierbar Todesdatum werden im Gehsteig vor der letzten freiwilligen Wohnadresse eingelassen.

 

Die Steinsetzungen werden jährlich fortgesetzt, Ziel sind Steine der Erinnerung an allen etwa 80 St. Pöltner Adressen und weitere in allen Wohnorten des Einzugsgebiets der früheren Kultusgemeinde.

Die ersten zwölf Steine an acht Adressen für 28 Ermordete wurden am 4. Oktober 2018 unter Beisein von Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und zahlreichen Angehörigen aus Österreich, der Schweiz, den USA, Großbritannien und Argentinien sowie engagierter St. Pöltner Bürger/innen gesetzt. Auch einige heutige Hausbewohner/innen begleiteten die Zeremonie. Martha Keil sprach zu den Schicksalen, die Angehörigen zündeten ein Grablicht und legten für jede Person eine weiße Rose zum Stein. Die Begleitbroschüre „Steine der Erinnerung in St. Pölten 1/2018“ ist am Injoest erhältlich (€ 8,- plus Porto; Bestellung).

Für 2019 ist die Setzung von 14 Steinen an 13 Adressen für 27 Personen geplant, außerdem wird zum Andenken an einen der Architekten der Synagoge St. Pölten und dessen Frau, Theodor und Anna Schreier, eine Gedenktafel bei der Synagoge angebracht. Die feierliche Steinsetzung wird wiederum im Beisein von Angehörigen aus Österreich, den USA und Israel sowie in Anwesenheit von Vertretern der Stadt im Oktober 2019 stattfinden.

 

Informationen: 

http://www.juden-in-st-poelten.at/de/gedenkaktivitaeten/steine-der-erinnerung/1-steine-der-erinnerung

Foto, Bernadette Dewald
Kombinat Media Gestalteer GmbH