Steinsetzung für die 228 Opfer des Massakers von Hofamt Priel am 2./3. Mai 1945 Jüdischer Friedhof St. Pölten

Jüdischer Friedhof St. Pölten, 3. Mai 2015, 11 Uhr

In einem Massengrab am jüdischen Friedhof St. Pölten ruhen die sterblichen Überreste von 228 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern – Männer, Frauen und Kinder –, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 in Hofamt Priel bei Ybbs Persenbeug (NÖ) von SS-Männern erschossen wurden. Es gab neun Überlebende, darunter den damals elfjährigen Tibor (heute Jakob) Schwarcz. Seine Mutter und seine beiden Schwestern sind unter den Opfern. 1964 wurden die Leichen auf den jüdischen Friedhof St. Pölten überführt und in einem Massengrab beerdigt.
Am 70. Jahrestag des Massakers, am 3. Mai 2015, erhielten die Ermordeten endlich einen Grabstein mit allen Namen. Die Steinsetzung fand mit mehr als hundert Teilnehmenden in der Zeremonienhalle am jüdischen Friedhof St. Pölten, Karlstettener Straße 3, statt. Jakob Schwarcz sowie seine Kinder und Enkel sprachen persönliche Worte, Politiker, Sponsoren, Nachkommen von Georg Forsthofer, der Tibor nach dem Massaker versteckt hielt, sowie sonstige Unterstützer verlasen alle Namen der Opfer. Oberkantor Shmuel Barzilai sang das Totengebet „El male rachamim“, Jakob Schwarcz betete das Kaddisch.
Mehr Information: http://www.injoest.ac.at/de/aktuelles/massengrab-hofamt-priel/massengrab-hofamt-priel.html
Kurzer Beitrag im ORF NÖ: http://noe.orf.at/news/stories/2708770/ (6.5.2015)
 

Elisheva, Yair und Jakob Schwarcz vor dem Grabstein © Foto: Wolfgang Mayer
Elisheva, Yair und Jakob Schwarcz vor dem Grabstein © Foto: Wolfgang Mayer
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