Wiener Neustädter Synagoge in 360°- Ansichten online verfügbar

Der Erinnerungsort: Synagoge Wiener Neustadt. Die Synagoge wurde 1902 errichtet und 1952, trotz geringer Schäden, abgerissen.

Im Rahmen des Forschungs- und Vermittlungsprojekts TOWN des Historikers Dr. Werner Sulzgruber zur Stadt- und Zeitgeschichte von Wiener Neustadt wurde seit Jahren eine Vielzahl von Angeboten für Interessierte zum Thema der jüdischen Geschichte und des Nationalsozialismus in Wiener Neustadt zur Verfügung gestellt. In der Palette der Zugänge finden sich beispielsweise Online-Stadtspaziergänge und QR-Code-Stationen.


TOWN folgt unter anderem dem Prinzip der Erinnerungsorte. Um mehr über die Synagoge, ihre Geschichte, aber auch die zeitgeschichtlichen Ereignisse in Wiener Neustadt zu erfahren, wurden anlässlich einer Gedenkveranstaltung am 9. November 2018 Plakate mit QR-Codes bereitgestellt, sodass es den Gästen möglich war, schnell und praktisch weitere Informationen und Bilder zum Erinnerungsort Synagoge abzurufen. Dauerhaft wird eine solche QR-Code-Station am Baumkirchnerring 4, wo sich einst die Synagoge befunden hatte, entstehen.


Informationen zur Synagoge: Stadtspaziergang „Jüdisches Wiener Neustadt“ Station „Standort der ehemaligen Synagoge Baumkirchnering 4“: - Link

 

Der Novemberpogrom in Wiener Neustadt

1938 lebten zirka 860 Juden und Jüdinnen in Wiener Neustadt, zwischen rund 650 und 680 von ihnen waren Mitglieder der IKG. Nationalsozialisten verwüsteten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 die Synagoge. Das Rundfenster wurde zerstört und der Davidstern herausgestemmt. Das Gebäude sollte diese Symbolik verlieren, weshalb auch die Tafeln vom Giebel abgebrochen und später die vergoldeten hebräischen Buchstaben der Inschrift weggemeißelt wurden. Mitglieder der Sturmabteilung (SA) zwangen jüdische Kinder und Jugendliche dazu, Teile der Inneneinrichtung zu zerstören. Nach dem Novemberpogrom wurde die Synagoge von den Nationalsozialisten als Sammellager für die Wiener Neustädter Jüdinnen und Juden verwendet und schließlich als Holzlager. Audiointerviews mit jüdischen Zeitzeugen und Zeitzeuginnen des Novemberpogroms: - Link

 

Die Wiener Neustädter Synagoge in 360°-Ansichten

Es wurde außerdem auf der Website www.zeitgeschichte-wn.at (Forschungs- und Vermittlungsprojekt TOWN) ein spezieller Zugang freigeschalten, um die an der TU Wien produzierte 3D-Rekonstruktion der Wiener Neustädter Synagoge als 360-Grad-Ansichten erfahrbar zu machen.

Zur Verfügung gestellt wurden die 360°-Ansichten dankenswerterweise von ao. Univ.-Prof. Dr. Bob Martens und Dipl.-Ing. Herbert Peter (TU Wien). Jetzt ist es also möglich, über die Website www.zeitgeschichte-wn.at diese 360°-Ansichten der zerstörten Wiener Neustädter Synagoge online zu nutzen.


Die Wiener Neustädter Synagoge wurde 1902 am Baumkircherring 4 errichtet und 1952, trotz geringer Schäden, abgerissen. Sie war ein wesentlicher Bestandteil in der Sakralbau-Architektur des südlichen Niederösterreich.

 

Links

zeitgeschichte-wn.at

Zugang zu den 360°-Ansichten der Synagoge: Einst & Jetzt „Synagoge in 360°-Ansichten“: - Link

Der Novemberpogrom in Niederösterreich am Beispiel Krems: - Link

abgelegt unter:
Logo des Forschungs- und Vermittlungsprojekts TOWN ‒ Fotocredit: Werner Sulzgruber
Plakat mit QR-Code-Zugang zu Informationen und Bildern der Wiener Neustädter Synagoge
Screenshot des Website-Teils über die Wiener Neustädter Synagoge ‒ Fotocredit: Werner Sulzgruber ‒ Fotocredit: Bob Martens/Herbert Peter
Beispiel 1 für eine Ansicht der 360°-Rekonstruktion: iVisit 3D Synagoge WN Froschperspektive ‒ Fotocredit: Bob Martens/Herbert Peter
Kombinat Media Gestalteer GmbH