Jugendliche forschen über NS-Zeit

Die Gruppe von Elisabeth Czerniak vom BRG Krems Ringstraße hat sich das Massaker im damaligen Zuchthaus Stein im April 1945 vorgenommen, dafür Archive durchforstet und ein Zeitzeugengespräch mit einer damals Zehnjährigen geführt, die die Ermordung der Inhaftierten gesehen hatte.


Das Masaker im Zuchthaus Stein am am 6. April 1945

Hamburg/Slubice/Krems. "Ich bin der Meinung, dass mir das definitiv etwas gebracht hat", sagt Elisabeth Czerniak aus dem BRG Krems Ringstraße. "Ich hätte sonst nichts erfahren darüber, was in der Stadt vorgegangen ist, in der ich jeden Tag in die Schule gehe." Czerniak ist eine von sechs Jugendlichen aus Österreich, die derzeit im polnischen Slubice an einer bis Montag dauernden Redaktionskonferenz im Rahmen des Zeitungsprojekts "Weiße Flecken" teilnehmen.

"Weiße Flecken" wird im Rahmen der in Deutschland gegründeten gemeinnützigen Initiative für Toleranz und Verantwortung "Stepp 21" zum dritten Mal durchgeführt: Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren aus Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen wurden im vorigen Sommer aufgerufen, sich mit einem Rechercheprojekt aus der eigenen Region zum Thema Nationalsozialismus zu bewerben. Österreich, unterstützt vom Zukunftsfonds, nimmt erstmals an dem Projekt teil.

70 Jugendliche wurden in Fünfergruppen aus den vier Ländern ausgewählt. Österreich stellt vier Gruppen, eine davon sind die Schülerinnen der 6. Klasse des BRG Krems ,die seit dem Herbst historisch und journalistisch ein selbst gewähltes Thema behandeln. Anfang Dezember fand ein erstes Treffen aller Teilnehmer in Hamburg statt. Im Februar arbeiteten Vertreter aller Gruppen in Slubice an der polnisch-deutschen Grenze, mit Historikern und Journalisten am Erstellen einer Zeitung, in der jede Gruppe ihre Rechercheergebnisse darstellt und kommentiert. Die fertige Zeitung wird am 30. Juni durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im jüdischen Museum in Berlin vorgestellt und dann in einer Auflage von 30.000 Exemplaren in Schulen, Gedenkstätten, Bibliotheken und Museen verteilt.

 

Prof. Mag. Elisabeth Streibel mit ihren Schülerinnen des BRG Krems
Prof. Mag. Elisabeth Streibel mit ihren Schülerinnen des BRG Krems
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