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„Vielleicht in einem anderen Leben"

Regie: Elisabeth Scharang Österreich 2010 Einführung: Univ.Prof. Dr. Frank Stern, Institut für Zeitgeschichte an der Uni Wien. KINO.IM.ZIB JÜDISCHE LEBENSWELTEN – JÜDISCHE ERINNERUNGEN Donnerstag, 26. Januar 2012 um 19:30 Uhr
26.01.2012  |  19:30  -  21:30   |  

Im Anschluss Filmgespräch und Diskussion mit der Regisseurin Elisabeth Scharang.

Basierend auf Peter Turrinis Theaterstück „Jedem das Seine" umreißt die Filmemacherin Elisabeth Scharang ein verstörendes Stück dunkler Zeitgeschichte, in der Humanität tolldreister Akt des Mutes ist. Eine Operette wird zum Widerstandslied, ein Topf Suppe zum Hochverrat, ein kleines Dorf zeigt seine mörderische Seite.

April 1945, ein kleines Dorf irgendwo in Österreich: Bauer Fasching hat das Lachen verlernt. Der Krieg hat ihm den Sohn genommen, das Bein verwundet, die Ehe zerrüttet. Zu allem Unglück hat ihn die örtliche Gendarmerie auch noch dazu verdonnert, einen Transport jüdischer Häftlinge auf ihrem Todesmarsch nach Mauthausen zu begleiten und, da die Befehlskette der SS abbricht, in seinem Heustadl einzuquartieren. Für den aufrechten Nazi ist es eine Schande, dass ausgerechnet seine Frau Traudl die zerlumpten Gestalten, die ohnehin schon mit einem Fuß im KZ stehen, verbotenerweise mit Brot versorgt. Hinter verschlossenen Stadltüren entsteht ein wahnwitziges Projekt: Der Budapester Operntenor Lou Gandolf, einer der jüdischen Häftlinge, entbietet sich mit seinen Leidgenossen die Operette „Wiener Blut" aus Dank einzustudieren.

Elisabeth Scharang erzählt im Wesentlichen drei Geschichten: eine von den ungarischen Jüdinnen und Juden, die verzweifelt versuchen am Leben zu bleiben, die eines Bauern-Paares, deren Sohn gefallen ist, und die erst durch die in ihrem Stadel festgehaltenen Menschen für kurze Zeit wieder ins Leben finden. Und sie erzählt die Geschichte eines Dorfes, dessen Frauen schweigen, während sich die Männer aufmachen, einen Massenmord zu begehen.

„In den vier Tagen, in denen die Geschichte spielt, wird über das Schicksal aller Beteiligten neu verhandelt. Wie immer in Krisenzeiten geht es darum, auf welche Seite man sich stellt."

Elisabeth Scharang mit Ursula Strauss, Johannes Krisch, Franziska Singer, Joachim Bissmeier, Orsolva Tóth, August Schmölzer, Péter Végh

Jüdischer Filmclub Wien
In Kooperation mit dem Jüdischen Filmclub Wien.

Eintritt: € 10,- / Schüler und Studenten € 5,-; Ermäßigungen für ZIB / Ö1 Club Mitglieder

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