WOZU ERINNERN? Holocaustgedenken – Gedenkevents – Erinnerungshype
Moderation:
Dr. Peter Huemer (Journalist und Historiker)
TeilnehmerInnen:
Mag.a Eva Blimlinger (Historikerin, Universität für angewandte Kunst)
MMag. Christian Gmeiner (Kunstpädagoge und Künstler)
Dr.in Claudia Kuretsidis-Haider (Historikerin, Zentrale Forschungsstelle Nachkriegsjustiz)
Prof. Paul Lendvai (Journalist) / angefragt
Dr.in Heidemarie Uhl (Historikerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften)
Veranstalter:
Jüdisches Museum Wien
Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW
Am 28. März findet zum zehnten Mal die Gedenkfahrt nach Engerau in Erinnerung an die dort von österreichischen
Tätern ermordeten ungarisch- jüdischen Zwangsarbeiter statt. Dieser Jahrestag ist Anlass, die Frage
nach der Sinnhaftigkeit von derartigen Veranstaltungen stellen: Wozu gedenken wir? Warum erinnern wir
uns wie an wen?
Auch wenn es menschlich verständlich erscheint, dass nach dem Seilbahnunglück in Kaprun in kürzester Zeit
ein Denkmal errichtet wurde; auch wenn das so genannte Tribute nach dem Tod des Pop-Idols Michael Jackson,
für das die Stadt Wien bereit gewesen wäre, Hunderttausende Euro bereit zu stellen, in erster Linie kommerzielle
Interessen bediente, fällt der Gegensatz zur Unterfinanzierung der meisten Gedenkinitiativen ins
Auge, die oft überhaupt auf privaten Enthusiasmus bauen müssen. Bis an zentralen Plätzen einer Stadt sichtbare
Erinnerungszeichen wie das Holocaustdenkmal auf dem Wiener Judenplatz oder das Denkmal gegen
Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka errichtet werden können, müssen jahrzehntelange Auseinandersetzungen
geführt werden.
Ist Erinnerung überhaupt zu vergessen und stehen heute nur mehr Trivialisierung und Kommerzialisierung
des Gedenkens im Vordergrund? Diesen Fragestellungen soll das Podiumsgespräch nachgehen, das sich kritisch
mit der österreichischen Erinnerungskultur auseinandersetzen wird.
Veranstalter:
Jüdisches Museum Wien
Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW
Präsident: Martin F. Polaschek, Kuratoriumsvorsitzende: Ferdinand Lacina, Heinrich Neisser
Wissenschaftliche Leitung: Winfried R. Garscha, Claudia Kuretsidis-Haider
WebSite: www.nachkriegsjustiz.at

