Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938-1945

Ausstellung im Wissensturm Linz, Kärntnerstraße 26. 30. April – 7. Juni 2013. Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8-18 Uhr, an Feiertagen geschlossen. Führungen und Unterrichtsmaterial werden angeboten.

Führungen werden am 3. und 4. Juni nur mit Anmeldung zu folgenden Zeiten 9:00 - 10:30 - 12:00 - 14:30 - 16:00 Uhr angeboten. (max. 30 Personen/Führung)

 Für Terminvereinbarung, Fotomaterial und Führungen wenden Sie sich bitte an: Agentur Milli Segal, Fon: 01 9687266,
Mobil: 0664 3098132, Email: milli.segal@chello.at

Download von Arbeitsblättern für die Ausstellung:
http://www.millisegal.at/obb/index.php/unterichtsmaterial

Information zur Ausstellung:
http://www.millisegal.at/obb/

 

Verdrängte Jahre

Obwohl die Bahn in der Zeit des Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielte, blieb sie in der Geschichtsschreibung der Österreichischen Bundesbahnen bisher so gut wie unerforscht und ausgeblendet. Die Österreichischen Bundesbahnen wurden 1938 sofort in die Deutsche Reichsbahn integriert. Ohne Bahn als Transportmittel wäre die Kriegslogistik der deutschen Wehrmacht nicht machbar gewesen.

 Züge in den Tod

Ohne die logistische Kapazität der Bahn wäre der systematische Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden, an Roma und Sinti, die Deportation von Sloweninnen und Slowenen, von Homosexuellen, Zeuginnen und Zeugen Jehovas und politisch Andersdenkenden nicht möglich gewesen. Drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa wurden im Zweiten Weltkrieg mit Zügen in die Vernichtungs- und Tötungslager des NS-Regimes transportiert. Die Deutsche Reichsbahn war durch die Deportation zahlloser Menschen unmittelbar am Holocaust beteiligt und mit ihr auch die ehemals österreichischen Bahnbediensteten, die während der Zeit - nach dem „Anschluss“ Österreichs an Hitlerdeutschland und dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 - Bedienstete der Deutschen Reichsbahn waren. Über 200.000 Österreicherinnen und Österreicher, fast die gesamte jüdische Bevölkerung wurden gezwungen ihre Heimat zu verlassen oder in Konzentrations- und Vernichtungslager geschickt. Die Transporte erfolgten mit der Bahn. 

 Eisenbahner im Widerstand

Die nationalsozialistischen Machthaber versuchten von März 1938 die Eisenbahner an ihr Regime zu binden. Eisenbahner hatten strengere Regeln als Berufsbeamte zu befolgen, mussten „jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten“ und sie wurden flächendeckend einer politischen Untersuchung und Überwachung unterzogen. Dennoch waren Eisenbahnerinnen und Eisenbahner maßgeblich am Widerstand gegen den Nationalsozialismus

beteiligt. So berichtet das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) 1941 über den Widerstand bei der Bahn, dass im Vergleich zum „Altreich … die Ostmark seit Ausbruch des Krieges 1939 in

sabotagepolizeilicher Hinsicht eine größere Rolle spielte, da hier die fremdländischen Nachrichtendienste und die inländischen Gegnergruppen es bereits früher verstanden hatten, Sabotageorganisationen aufzubauen, …“ 154 Eisenbahner wurden wegen Ihres Widerstandes zum Tode verurteilt und hingerichtet, 135 starben in Konzentrationslagen oder Zuchthäusern, 1.438 wurden zu KZ- oder Zuchthausstrafen verurteilt.

Kindertransport
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