19. Seminar

Freitag, 20. August 2010 - Freitag, 3. September 2010

Seminarbegleitung: Elisabeth Streibel und Werner Bundschuh

  Du kannst die Vergangenheit ignorieren, aber die Vergangenheit ignoriert dich nicht.                                                                                                                  (Amos Oz)

Vom  20. August bis 3. September 2010 nahmen 21 LehrerInnen aus allen Bundelländern und unterschiedlichen Schultypen am 19. Seminar  in Israel teil. Die Nominierung erfolgte über die Landesschulräte und über den Stadtschulrat Wien.

Als Vorbereitung für das Seminar trafen sich alle Teilnehmer bereits im Mai im Bildungshaus in St Virgil. Die Nachbereitung im Oktober wird  wieder in St Virgil sein und soll der Beginn einer Vernetzung  mit erinnern.at bilden mit dem Ziel, Projekte zu den Themen  Nationalsozialismus und Holocaust   in den Schulen  vermehrt durchzuführen  und zu begleiten.

In den  14 Tagen des Seminars arbeiteten die TeilnehmerInnen an zwei Gedenkstätten. In Yad Vashem in Jerusalem und im Center for Humanistic Education in Lohamei  Haghetaot. Das Programm in beiden Gedenkstätten hatte unterschiedliche und sich ergänzende Schwerpunkte.

Die Inhalte des siebentägigen Programms in  Yad Vashem waren:

- das pädagogische Konzept und die Museen und Gedenkstätten von Yad Vashem

- die  historischen Aspekte des jüdischen Lebens vor und während des Holocaust,

- Rassismus und Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert

- Täter, Mitläufer und die Verfolgung der Juden

 - die Gerechten unter den Völkern

 - Zeitzeugengespräche

- die politische Haltung Österreichs nach dem 2. Weltkrieg

- und Workshops mit den Arbeitsmaterialien, die Yad Vashem  herausgegeben hat.

 Die Philosophie der Yad Vashem-Pädagogik wurde eindrucksvoll von Shulamit Imber präsentiert, die pädagogische Seminarbegleitung erfolgte in sehr professioneller Weise durch Uriel Kashi.

Im dreitägigen Seminar in  Lochamei Haghetaot, Warzaw Ghetto Fighers’ House,  unter der Leitung von David Netzer war der Interessensschwerpunkt  der historische und  soziopolitische Hintergrund des jüdisch-arabischen Dialogs. Die Gespräche und Diskussionen mit Jugendlichen, die an dem Programm  des jüdischen- arabischen  Friedensprojekts  im Centre of Humanstic Education teilnehmen, zählten zweifelsohne zu den herausragenden Eindrücken, die mit nach Hause genommen wurden.

Eine  Rundgang durch Jerusalem  in seiner  politischen und religiösen Vielfalt , der Besuch von Massada und des Toten Meers waren der Beginn des Aufenthalts, bevor das Seminar in Yad Vashem begann.

Eine zweitägige Exkursion in den Norden  gab  einen Einblick in die Multiperspektivität des  Landes Israel und der Nachbarstaaten. Ein Besuch des nördlichsten Kibbuz  an der libanesischen Grenze - Misgav Am -, der Golanhöhen, der drusischen Siedlungsgebiete und die Besichtigungen der archäologischen Stätten Beit Shean und Capernaum zählten ebenso zum Besichtigungsprogramm wie eine Wanderung im Tal des Dan, eines Quellflusses des Jordan, und die Schifffahrt auf dem See Genezareth.

Der Tag in Tel Aviv führte die TeilnehmerInnen mit Gideon Eckhaus und den Mitgliedern des Clubs der Österreicher zusammen. Eine sachkundige Bauhausführung rundete das Seminarprogramm ab.

Der wichtigste Punkte unter all den bisher angeführten Seminarinhalten und Programmpunkten war jedoch das Abendessen im Rimonim Hotel mit den Old Jerusalem Austrians.  Die SeminarteilnehmerInnen erhielten hier die Gelegenheit, mit Zeitzeugen/Zeitzeuginnen in persönlichen Kontakt zu treten.  Diese Begegnung ist ein wichtiger Beitrag der Wertschätzung  und ein Versuch der Aussöhnung  mit den Menschen, die unter der Herrschaft  der Nationalsozialisten Österreich verlassen mussten. Die Anwesenheit von Mag Gabriele Feigl, der Leiterin des österreichischen Kulturforums der österreichischen Botschaft in Tel Aviv, gab diesem Treffen ein besonderes Gewicht und kann als positives politisches Zeichen des Staates Österreich gedeutet werden.

Allen, die zum Gelingen dieses 19.  Seminars beigetragen haben, sei  herzlich gedankt, vor allem auch Karin Klas von _erinnern.at_, die die organisatorische Vorbereitung mustergültig durchgeführt hat! Das Seminar, das zeigt die Evaluation, war sehr intensiv und herausfordernd, aber gleichzeitig eine große Erfahrung, die in den Unterricht bereichern wird.

Seminarbegleitung : Elisabeth Streibel, Werner Bundschuh

Termine Vor- und Nachbereitung:

Sonntag, 9.5.2010, 16.00 - Montag, 10.5., 15.30 Vorbereitungstreffen im Bildungshaus St. Virgil, Salzburg
Sonntag, 10.10.2010, 16.00 - Montag, 11.10., 15.30 Nachbereitungstreffen im Bildungshaus St. Virgil, Salzburg

Attachments
v.l.n.r.  (vorne): Werner Bundschuh, Gottfried Haider, Michael Grill, Thekla Schwantner, Irmgard Bibermann, Elisabeth Streibel, N.N., Bettina Redl, Ruth Keresztes, Anita Penker, Heidemarie Wiesner und Uriel Kashi Zwischenreihe: Eva Obwegeser, Karin Bitschnau und Ute Leonhardt v.l.n.r. (hinten): Michaela Hareter, Barbara Riepl, Paul Donner, Martina Pfistermüller-Czar, Elisabeth Trummer, Brigitte Goodman, N.N., Miguel Guasch, Kirsten Rebitsch-Kapfinger
v.l.n.r. (vorne): Werner Bundschuh, Gottfried Haider, Michael Grill, Thekla Schwantner, Irmgard Bibermann, Elisabeth Streibel, N.N., Bettina Redl, Ruth Keresztes, Anita Penker, Heidemarie Wiesner und Uriel Kashi Zwischenreihe: Eva Obwegeser, Karin Bitschnau und Ute Leonhardt v.l.n.r. (hinten): Michaela Hareter, Barbara Riepl, Paul Donner, Martina Pfistermüller-Czar, Elisabeth Trummer, Brigitte Goodman, N.N., Miguel Guasch, Kirsten Rebitsch-Kapfinger
Kombinat Media Gestalteer GmbH