„MuslimInnen gegen Antisemitismus“ – Ein Projekt der Muslimischen Jugend Österreich

Das Projekt wurde unter anderem von Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) begleitet und erreichte etwa 1000 Jugendliche.

Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) startete 2018 das Projekt „MuslimInnen gegen Antisemitismus“, mit Bildungsarbeit soll Antisemitismus abgewehrt werden. Am 6. Mai 2019 lud der Jugendverein zur Abschlusspräsentation und zur Vorstellung der Publikation „MuslimInnen gegen Antisemitismus. Gedenken. Begegnen. Bewegen“.

 

Zum Projektlaunch erklärte Canan Yasar, Bundesvorsitzende der MJÖ: „Wir haben den Schwerpunkt Antisemitismus gewählt, weil wir uns aus innermuslimischer Perspektive mit dem Thema befassen möchten. Während in vielen Debatten MuslimInnen fast schon als einzige Verursacher antisemitischer Vorfälle präsentiert werden, belegen die Zahlen etwas anderes: 9% der Vorfälle 2016 können einem muslimischen Hintergrund zugeordnet werden. Dennoch blicken wir kritisch auf die muslimische Community und wollen ein für alle Mal klarstellen: Antisemitismus ist mit unserer Religion nicht vereinbar!“

Projektvideo der MJÖ

 

Die Initiative umfasste Workshops, Vorträge und Studienfahrten an Gedenkstätten, etwa 1000 Jugendliche wurden erreicht. Das Projekt wurde teils von der Europäischen Union finanziert und vom Antisemitismusforscher und Rechtsextremismusexperten Andreas Peham (DÖW) begleitet. Im Rahmen des Projektes haben Mitglieder der MJÖ auch mit einer Zeitzeugin gesprochen. Darüber hinaus schuf die Jugendorganisation Begegnungsräume zwischen jüdischen und muslimischen ÖsterreicherInnen. „Wir möchten mit unserem Projekt Solidarität zeigen und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärken,“ so Yasar.

 

Oskar Deutsch, Präsident der IKG, lobte das Projekt, „denn nur wenn der Antisemitismus in den eigenen Reihen bekämpft wird, kommen wir weiter“. Wichtig sei eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Problem, so Deutsch. Der in seiner Rede auch betonte: „Hier geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit Israel, sondern auch um religiös begründete Feindseligkeit gegenüber Juden und Judentum“. Auf der Veranstaltung kündigte Präsident Deutsch an das Ümit Vural, Präsident der IGGÖ, die Antisemitismusdefinition der IHRA (International Holocaust Remembrance Alliance) annehmen wird. „Damit setzen die österreichischen Musliminnen und Muslime einen Meilenstein!“, so Deutsch.

 

„Ein mutiges und beeindruckendes Projekt, ein wichtiger Schritt zum interreligiösen Dialog und für gesellschaftliche Solidarität. Das Projekt ist ein gelebtes Statement gegen Antisemitismus und Rassismus und das auseinanderdividieren unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen,“ so Peter Larndorfer, Wien-Koordinator für_erinnern.at_.  Für Larndorfer hat die Initiative auch für SchülerInnen eine gewisse Relevanz: „Das Projekt der MJÖ hat eine Vorbildwirkung für junge muslimische SchülerInnen. Es ist großartig, was für Projekte der historisch-politischen Bildung junge Menschen in ihrer Freizeit organisieren“.

 

Links

Antisemitismusdefinition der IHRA

Website der MJÖ

Bericht in der Wiener Zeitung

Rede von IGK-Präsident Oskar Deutsch

Publikation zum Projekt „MuslimInnen gegen Antisemitismus. Gedenken. Begegnen. Bewegen.“

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Zum Projekt erschien einen Publikation.
Zum Projekt erschien einen Publikation.
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