Neue FRA-Studie (Europäischen Agentur für Grundrechte) belegt: Antisemitismus ist noch immer weit verbreitet

Die FRA präsentierte am 8. November 2013 die ersten vergleichbaren Zahlen über die Erfahrungen der jüdischen Bevölkerung mit antisemitischer Belästigung, Diskriminierung und Hasskriminalität in der EU. Auch am Vorabend des 75. Jahrestages der Judenpogrome vom 9. November 1938 steht fest: Antisemitismus ist noch immer weit verbreitet, trotz anhaltender Bemühungen der EU-Mitgliedstaaten diesen zu bekämpfen.

Drei von vier befragten Juden in der EU berichten, dass die Feindseligkeiten gegen ihre Gruppe in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben. Für 66 Prozent der Juden, die in der EU leben, ist Antisemitismus immer noch ein großes oder ziemlich großes Problem. FRA-Direktor Morten Kjaerum alarmierte: „76 Prozent der Personen, die in den letzten fünf Jahren antisemitischen Angriffen ausgesetzt waren, gaben an, die Vorfälle nicht angezeigt zu haben.“
Die Studie wurde in acht EU-Mitgliedstaaten durchgeführt, in denen laut Schätzungen 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung in der Union leben: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, Schweden und Ungarn. An der Onlineumfrage hatten sich im Herbst 2012 knapp 6.000 bekennende Juden beteiligt.
Die Ergebnisse zeigten dringenden Handlungsbedarf auf, so Kjaerum: Man könne nicht weiter leugnen, dass es immer noch Antisemitismus in der EU gebe. Speziell für die Polizei müsse es Weiterbildungen geben. Besonders beeindruckt zeigte sich Kjaerum davon, dass 30 Prozent der Befragten ernsthaft in Betracht ziehen, aufgrund ihrer Angst vor Antisemitismus ihr Land zu verlassen.

FRA: Zur Bekämpfung von Antisemitismus sind gezieltere Maßnahmen notwendig: - link

Report: Erfahrungen der jüdischen Bevölkerung mit Diskriminierung und Hasskriminalität in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union: - download

ORF-Bericht: Antisemitismus: neue Studie schlägt Alarm: - link

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