Start der Website stopantisemitismus.de

Ein neues Angebot im Web soll Hilfe gegen Antisemitismus rasch zugänglich machen und die Gesellschaft als Ganzes sensibilisieren. Eine Hilfestellung für Betroffene, SchülerInnen und LehrerInnen.

„Erkennen Sie Antisemitismus im Alltag? Und wissen Sie, wie Sie reagieren könnten?“ wird auf der Website gefragt. Mit dem Ziel, die Gesellschaft für alltäglichen Antisemitismus zu sensibilisieren, zu informieren und Hilfestellung zu leisten, ist im Juni 2019 die Website stopantisemitismus.de online gegangen.

Beleuchtet werden 35 konkrete Szenen und authentische Aussagen aus dem deutschen Alltag – einige offen antisemitisch, andere versteckt. Auf jedes Zitat folgt eine Erklärung, was daran problematisch ist und wo Betroffene Unterstützung finden können und wie man darauf reagieren kann.

Als Beispiel eine Situation auf dem Schulhof, in der der Satz „Komm her, du Jude!“ fällt. Hinter dem Zitat stehen die Hashtags #judealsschimpfwort und #schule, darunter kann man sich durch die Buttons „Was steckt dahinter?“, „Wie kann man reagieren?“ und „Wo bekomme ich Hilfe?“ klicken.

 

Handlungsempfehlungen und Argumentationshilfen gegen Antisemitismus

Basis des Materials sind anonymisierte Fälle (Zitate und Szenen) aus dem Alltag in Deutschland, wobei die Äußerungen aus allen gesellschaftlichen Kreisen stammen. Die Analyse der ExpertInnen erfolgte anhand der Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), die 2017 auch von Deutschland und Österreich übernommen worden ist.

Konkret bietet die Website Handlungsempfehlungen und Argumentationshilfen gegen antisemitische verbale und physische Übergriffe. Ergänzt werden diese um eine umfangreiche Datenbank mit Infos zu Workshops, Fortbildungen, Seminaren, Kontakte bei antisemitischen Vorfällen sowie relevante Websites und Publikationen. „Die Webseite ist ein Versuch, das Thema stärker sichtbar zu machen und zu zeigen, in welcher Fülle diese Äußerungen tagtäglich vorgebracht werden – und wie man sich da entsprechend positionieren kann.“, so Nina Smidt, Mitarbeiterin der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die das Projekt mitinitiiert hat.

 

Interdisziplinärer Zusammenschluss von Initiativen und ExpertInnen

Im Mai 2018 ins Leben gerufen, stehen hinter stopantisemitismus.de WissenschafterInnen, PädagogInnen, Lehrkräfte, PsychologInnen, VertreterInnen des Zentralrats der Juden und des Zentralrats der Muslime und zahlreiche andere AkteurInnen, die gemeinsam die Website entwickelt haben. Beteiligte Wissenschafts- und Bildungsinstitutionen, die langjährige Expertise ihrer MitarbeiterInnen eingebracht haben, sind etwa das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, die Bundeszentrale für Politische Bildung, die Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main, das Jüdische Museum Frankfurt u.a.

 

Appell an couragiertes Auftreten bei Vorfällen im Alltag

Nina Smidt über die Relevanz von stopantisemitismus.de: „Ich bin der festen Überzeugung, das einzige, was wir tun können als zivilgesellschaftliche Akteure, ist Flagge zeigen, Kante zu zeigen. Wir wollen, dass es ein stärkeres Bewusstsein über diesen Sachverhalt gibt. … Ich glaube in dem Augenblick, wo man besser gewappnet ist, besser vorbereitet ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas sagt, größer. Und wenn wir dazu beitragen können, ist das ein Erfolg.“

 

Links:

Zur Website: https://www.stopantisemitismus.de/

Weitere Unterrichts- und Arbeitsmaterialien:

„Stories that Move – Toolbox gegen Diskriminierung“: - link

„Ein Mensch ist ein Mensch. Rassismus, Antisemitismus und sonst noch was …“: - link

„Fluchtpunkte – Bewegte Lebensgeschichten zwischen Europa und Nahost“:  - link

 

Zum Weiterlesen:

Handbuch von ODIHR und der UNESCO zu Bildungsarbeit über Antisemitismus: - link

FRA-Studie zu steigendem Antisemitismus in Europa: - link

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