Call for Papers: Konferenz zur Geschichte und Erinnerung der nationalsozialistischen Konzentrationslager

Die internationale Tagung zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager findet vom 29. September bis 2. Oktober 2020 an der Humboldt Universität zu Berlin statt. Der thematische Zugriff der Tagung erfolgt über die Kategorien Raum, Transfer und Transnationalität.

 

Ausschreibungstext der VeranstalterInnen:

75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus stehen die NS- Gedenkstätten vor neuen schwierigen Herausforderungen. Hier sind zunächst die Auswirkungen einer Migrationsgesellschaft mit vielfältigen und differenzierten Teilbereichen auf die didaktische Arbeit zu nennen. Die einstmalige Selbstverständlichkeit familiärer Bezüge zur nationalsozialistischen Vergangenheit ist heute nicht mehr gegeben. Immer mehr Menschen wohnen in diesem Land, deren familiärer Hintergrund nicht oder nur sehr mittelbar vom Nationalsozialismus berührt ist. Dennoch ist die deutsche Geschichte vom Nationalsozialismus unauslöschlich geprägt und die Gegenwart Deutschlands nicht ohne Kenntnis des Nationalsozialismus zu verstehen.

Gerade weil rechtspopulistische Strömungen derzeit in Europa Unterstützung finden und damit vielerorts die Relativierung oder gar Leugnung nationalsozialistischer Verbrechen droht, ist es unerlässlich, die Erinnerung an Krieg, Völkermord und Massengewalt auch nach dem Ende der Zeitzeugenschaft zu bewahren und weiter zu verstärken.
Auf europäischer Ebene beeinflussen und verändern sich nationale Erinnerungskulturen wechselseitig und wachsen dadurch enger zusammen, selbst wenn aktuelle politische Entwicklungen gegenläufige Tendenzen suggerieren. Folgerichtig wird die NS-Herrschaft transnational als europäisches Besatzungsregime betrachtet, das nicht nur Europa gewalttätig geprägt, sondern auch die Gesellschaften in den besetzten Ländern nachhaltig umgeformt hat.

Vor fundamentalen Veränderungen stehen die Gedenkstätten nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung, gilt es doch, in einer Welt mit bislang ungeahnten medialen Möglichkeiten einen Weg zu finden, der den medialen Erwartungen und veränderten Rezeptionsweisen der Besucherinnen und Besucher entspricht und zugleich die Authentizität und Vielschichtigkeit des historischen Orts nicht aufgibt. Der virtuelle Raum bietet Chancen der Visualisierung in situ nicht mehr sichtbarer Spuren, birgt aber zugleich die Gefahr einer Suggestion von Authentizität in sich.

 

Diese Fragen soll die internationale Tagung zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager vom 29. September bis 2. Oktober 2020 an der Humboldt Universität zu Berlin umfassend und nachhaltig diskutieren.

 

Die geplante Konferenz soll folgende Panels umfassen:

- Transformation des KZ-Systems (Zeit und Phasen)

- Erfahrungsräume

- Materialität, Virtualität, Authentizität

- Gewalträume und Gewalttransfer

- Lager in der Gesellschaft

- Digitalisierung der Erinnerung

 

Vorschläge für einen Beitrag (3.000 Zeichen max.) mit einem kurzen C.V. in den Konferenzsprachen Deutsch oder Englisch sind bitte als PDF-Datei bis zum 31. März 2020 zu senden an die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten: Geschichte-und-Erinnerung@stiftung-bg.de

Ausschreibungstext: - link

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