Shoah im schulischen Alltag – Historisches Lernen mit Video-Interviews von Überlebenden in einer tabletbasierten Lernumgebung

erinnern.at beteiligte sich am internationalen Forschungsprojekt SISAT. Die Pilotstudie untersucht das durch Video-Interviews angeregte historische Lernen im Geschichtsunterricht in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Projektbeschreibung:

In großer Zahl wurden in den vergangenen Jahren videographierte Zeitzeugen-Interviews zur Shoah für den Schulunterricht aufbereitet, so auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Allerdings liegen bislang keine abgesicherten Kenntnisse darüber vor, welches historische Lernen anhand dieser Interviews stattfindet.

Das Forschungsvorhaben SISAT zielt darauf ab, das durch diese Video-Interviews angeregte, im regulären Geschichtsunterricht in Schulen in Österreich, Deutschland und der Schweiz statt findende historische Lernen zu erforschen – auch im Hinblick auf ein besseres Verständnis dafür, wie solche Lernangebote gestaltet sein müssen, damit Lernende den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen.

Weil der Einbezug videographierter Zeitzeugeninterviews im (Geschichts-)Unterricht kaum erforscht ist, kann nicht auf ein bewährtes Forschungsdesign zurückgegriffen werden. Dies machte die Durchführung einer Pilotstudie unumgänglich, um genauer bestimmen zu können, welche Untersuchungsstrategien und welche Erhebungs- und Auswertungsmethoden Erfolg versprechend sind. Die Pilotstudie soll als explorative Interventionsforschung ausreichend Einblick in das historische Lernen anhand von videographierten Zeitzeugen-Interviews gewähren, um die Forschungsfragen zu schärfen und die Forschungsinstrumente zu überprüfen.

Die Forschungsanlage sah die Durchführung einer Unterrichtssequenz in Schulen in Deutschland, der Schweiz und Österreich vor. Die Unterrichtseinheit basiert auf drei Video-Interviews. Sie wird auf Tablet-Computern in einer eigens für das Pilotprojekt programmierten Applikation angeboten. Diese Applikation enthält auch Forschungssoftware, die einen Einblick in das Nutzungsverhalten der Schülerinnen und Schüler aufzeichnet. Zusätzlich enthält sie Fragebögen. Die Einstellungen, Erwartungen, Voraussetzungen und Lernergebnisses bzw. historischen Sinnbildungen der Lernenden wurden dreimal erhoben (14 Tage davor, unmittelbar danach, 14 Tage später). Die Interaktion der Schülerinnen und Schüler mit den Video-Interviews wurde durch die Tracking Software aufgezeichnet, diejenige untereinander und mit der Lehrperson wurde videographiert.

Die so erhobenen Daten sollen eine differenzierte Formulierung der Forschungsfrage sowie Hypothesenbildung für eine anschließende quantitative und qualitative Studie ermöglichen. Die Pilotstudie dient auch dazu, im Hinblick auf die Entwicklung der Hauptstudie das Forschungsdesign und die Forschungsmethoden auf ihre Validität zu überprüfen bzw. weiterzuentwickeln.

Projektlaufzeit: 2014 - 2015

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Projektpartner:

Förderer:

Ansprechpartnerin:

Maria Ecker

maria.ecker@erinnern.at

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