#Uploading_Holocaust

Ein crossmediales Projekt für Schulklassen mit Beteiligung des ORF und _erinnern.at_ zur Erinnerungskultur im Social-Media-Zeitalter.

In Auschwitz tanzen? Auf Gräbern Selfies machen? In Gaskammern filmen? Völlig geschmacklos oder total in Ordnung? Etwa 30.000 junge Israelis begeben sich jedes Jahr auf die sogenannte „Reise nach Polen“ und besuchen ehemalige Konzentrationslager und Gedenkstätten. Konfrontiert mit der Geschichte des Holocaust halten viele ihre Emotionen in YouTube-Videos und Social-Media-Einträgen fest. Ihre persönlichen Erlebnisse eröffnen einen authentischen und bewegenden Blick auf die eigene  Geschichte, aber auch darauf, wie sich das Erinnern im digitalen Zeitalter verändert.

Ausgehend von diesem Rohmaterial fragt das crossmediale Projekt „#Uploading_Holocaust“ deutschsprachige Jugendliche, wie sie heute mit dem Holocaust umgehen und wie sie sich eine Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter vorstellen. Wie setzen sich die Geschichten Einzelner zu einer nationalen Geschichte zusammen? Wie wird die Realität des Erinnerns zu einem Teil der digitalen Welt und Geschichte zu einem Mythos? Mit Onlinefragebögen, Vernetzung und Diskussion der User/innen, begleitender TV-Doku, und weiterführendem Unterrichtsmaterial ist das Ziel von „#Uploading_Holocaust“, das vermeintliche Desinteresse von Jugendlichen zum Thema auf den Prüfstand zu stellen und Diskussionen zum Umgang mit dem Holocaust in Gang zu setzen – im Unterricht, in der Familie und in sozialen Medien, über Ländergrenzen hinweg.

Der innovative und crossmediale Ansatz von „#Uploading_Holocaust“ bildet den Auftakt des diesjährigen Gedenkens an die Reichspogromnacht und die Verbrechen der NS-Zeit. Im Oktober wird das Webprojekt auf http://www.uploading-holocaust.com online gehen. Dort können drei Monate lang die Fragenblöcke beantwortet werden. Ende Jänner 2017 werden die Ergebnisse präsentiert. Das Unterrichtsmaterial ist ausgerichtet auf insgesamt sechs Unterrichtsstunden, plus zusätzliche Stunden für etwaige Projektarbeit.

Die ORF-Premiere von #Uploading_Holocaust findet am 13. November statt.

Teaser - zum abspielen auf das Bild klicken.

 

Das Projekt im Detail:

Wie geht Erinnern heute? Dieser Frage nähert sich #Uploading_Holocaust“ durch eine Kombination aus Videomaterial und interaktivem Fragebogen. Ausgangspunkt für das Webprojekt sind original YouTube-Videos von Schülern aus Israel, die jedes Jahr die sogenannte „Reise nach Polen“ machen: eine einwöchige Klassenfahrt auf den Spuren ihrer Vorfahren, die in Polen durch das Naziregime ums Leben kamen. Die Eindrücke dieser Fahrt halten die Jugendlichen in YouTube-Videos fest, die einen authentischen und bewegenden Einblick in ihren Umgang mit der Vergangenheit gewähren.

Im Webprojekt konfrontiert „#Uploading_Holocaust“ deutschsprachige Jugendliche mit den YouTube-Videos der israelischen Schüler und nimmt sie zum Anlass, ihre eigene Haltung in Bezug auf den Holocaust zu reflektieren. Wie relevant ist das Thema für die 4. Generation? Welchen Tabus und Erwartungen stehen die Jugendlichen heute gegenüber? Welche Berührungsängste gibt es zwischen den Nachfahren der Opfer- und Tätergesellschaften heute noch?

Die User/innen beantworten Fragen zu verschiedenen Themenblöcken und erhalten nach Eingabe ihrer Antwort eine Echtzeitvisualisierung, die ihre Meinung in Relation zu den anderen Usern stellt. Zudem wird der Dialog zwischen den israelischen Jugendlichen und den Usern ermöglicht, indem sie sich gegenseitig Videobotschaften mit persönlichen Fragen schicken können.

Die Gesamtergebnisse aller User/innen, die sich unter http://www.uploading-holocaust.com an dem Projekt beteiligen, werden nach drei Monaten Kernlaufzeit Ende Jänner 2017 veröffentlicht – zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus.

Das Webprojekt ist zudem für den Einsatz in Schulen optimiert: Registriert sich eine gesamte Schulklasse für das Projekt, kann das Stimmungsbild der Klasse individuell betrachtet werden. Mit dem begleiteten Bildungsmaterial soll es zudem möglich sein, sich in einem Bildungskontext in das Thema der israelischen, deutschen und österreichischen Erinnerungskulturen einzuarbeiten. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, eigene Inhalte, Formen und Formate des Erinnerns zu entwickeln und umzusetzen sowie eigene Impulse für die Erinnerungskulturen zu setzen. Das Bildungsmaterial eignet sich sowohl für die schulische als auch außerschulische Bildungsarbeit und schließt eine weiterführende Projektarbeit mit ein.

Eine Koproduktion der gebrueder beetz filmproduktion mit BR, RBB, ORF und Keshet, gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg, dem NFCT und dem Nationalfonds, entstanden in Zusammenarbeit mit der Agentur für Bildung und erinnern.at.

Update Oktober 2016: #Uploading_Holocaust feiert seine Weltpremiere am DOK Leipzig Filmfestival! Hier die Termine: -link

#Uploading_Holocaust ist jetzt online!


www.uploading-holocaust.com

Rücksprachehinweis:

ORF-Pressestelle

Markus Wibmer

(01) 87878 – DW 14076

http://presse.ORF.at

abgelegt unter:
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Fragebogen #Uploading_Holocaust
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