Eduard Spörk / Britta Lauber: Franzosenkind. Meine Suche nach dem unbekannten Vater

Als "Kinder des Feindes" waren die Nachkommen ausländischer Kriegsgefangener und österreichischer Frauen jahrzehntelang diskriminiert, totgeschwiegen und von ihrer eigenen Herkunft abgeschnitten. 200.000 dieser Gefangenen gab es 1944 in der "Ostmark", 81.000 davon waren Franzosen. Nach einem von ihnen ging der gebürtige Steirer Eduard Spörk auf die Suche - und macht damit in seinem neuen Buch ein exemplarisches Schicksal von vielen sichtbar.

Die Suche eines Kriegskindes nach seinem Vater

Noch Jahre nach dem Krieg erzählen die Leute in dem kleinen steirischen Dorf von den französischen Soldaten, die in den ersten April-Tagen 1945 von den Nazis abgeholt worden waren. Der kleine Eduard begreift, dass einer der Kriegsgefangenen das Lächeln der Mutter mit sich nahm und sie schweigend zurückließ. Niemand kann ihn davon abhalten, auf den Fremden, der sein Vater sein soll, zu warten. Mit Eduards Umzug nach Wien beginnt die Suche nach dem Vater, bei der er immer wieder scheitert. Erst nach beruflich erfolgreichen Jahren findet er die Antworten auf die Fragen, die ihn in ein zweites Leben eintreten lassen.

Auszug aus dem Vorwort von Barbara Stelzl-Marx:

Die Nachkommen von Kriegsgefangenen galten auch über das Kriegsende hinaus als „Kinder des Feindes“. Häufig waren sie unterschiedlichen Formen der Diskriminierung und Stigmatisierung ausgesetzt. Ihre „Schande“ bestand nicht nur darin, meist unehelich geboren zu sein, sondern auch darin, den „falschen“ Vater zu haben. Sie waren häufig – oft jahrzehntelang – von einer Mauer des Schweigens und versteckten Anspielungen umgeben. Die Suche nach dem Vater ist für viele „Kriegskinder“ – und auch deren Kinder – zeit ihres Lebens ein Thema. Im Vordergrund steht die Ergründung der eigenen Identität, die Frage nach den „persönlichen Wurzeln“.

Die Biografie von Eduard Spörk trägt dazu bei, das jahrzehntelang tabuisierte Thema der Nachkommen von ausländischen Kriegsgefangenen und österreichischen Frauen sichtbar zu machen. Sie verdeutlicht, wie schmerzlich die Lücke in der eigenen Biografie durch den absenten, lange auch verschwiegenen Vater sein kann. Seine Geschichte macht gleichzeitig Mut, sich auf die Spurensuche nach den eigenen Wurzeln zu begeben und trotz zahlreicher Rückschläge nicht aufzugeben.

Die Autoren:

Eduard Spörk, geb. im April 1943, wuchs in der Ost-Steiermark auf. Seit 1961 mit seiner Familie in Wien lebend, fand er nach Stationen in der Wirtschaft als Geschäftsführer der Caritas Socialis und des Dachverbandes der Wiener Pflege- und Sozialdienste in der Realisierung sozialer Projekte seine berufliche Erfüllung.

Britta Lauber, geb. 1965, schreibt und lektoriert leidenschaftlich Biografien und gibt damit Vergangenem eine Zukunft. Mehr dazu unter www.lebensfacetten.de

 

Eduard Spörk / Britta Lauber: Franzosenkind. Meine Suche nach dem unbekannten Vater. 200 Seiten, 23 farb. und 24 sw. Abb., 13,5 x 20,5 cm gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-7022-3445-4, € 19,95

Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-7022-3446-1, € 16,99

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