Gedenken an den Novemberpogrom: Israelische ZeitzeugInnen besuchten Schulen in Wien

Auf Einladung des Bildungsministeriums besuchten mehr als 20 Überlebende des Holocaust aus Israel Schulen in Wien. _erinnern.at_ hat die Schulbesuche organisiert und Materialien zur pädagogischen Vorbereitung bereitgestellt.

„Nie wieder Wien!“, das dachte sich Zwi Nigal, als er 1946 Wien erreichte. Zu viel Negatives hatte er hier erlebt, die Gewalt auf den Straßen während des Novemberpogroms, die „Arisierung“ der Wohnung und schließlich die Ermordung seines Vaters im KZ Auschwitz. 1939 floh Nigal nach Palästina, kämpfte in der Jewish Brigade und entschied sich nach 1945 in Israel ein neues Leben aufzubauen. Zwi Nigal erzählte heute SchülerInnen in seiner ehemaligen Schule, dem Gymnasium Zirkusgasse, seine Lebensgeschichte.

Anlässlich des Gedenkens an den Novemberpogrom von 1938 besuchten heute auf Einladung des Bildungsministers Prof. Faßmann, der auch beim Gespräch mit Zwi Nigal anwesend war, mehr als 20 Überlebende des Holocaust aus Israel Schulen in Wien. Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen haben über Antisemitismus vor 1938, die nationalsozialistische Machtergreifung und über das Novemberpogrom berichtet, aber auch über ihre Vertreibung und Flucht ins britische Mandatsgebiet Palästina, wo später Israel entstand. Der Schulbesuch war für SchülerInnen eine einmalige Möglichkeit aus Österreich vertriebene Jüdinnen und Juden kennen zu lernen, die in Israel eine neue Heimat fanden.

_erinnern.at_ hat im vergangenen Jahr mehr als 140 ZeitzeugInnengespräche an Schulen im Auftrag des Bildungsministeriums organisiert. Wie Sie ZeitzeugInnengespräche pädagogisch Vorbereiten und buchen können erfahren Sie hier: - Link

 

Links

Presseaussendung des BMBWF: Holocaust-Überlebender besuchte seine ehemalige Schule in Wien

Ö1: Holocaust-Überlebender besucht Wiener Schule

Die Presse: Zeitzeuge in Schule: „Man musste Glück haben“

Vienna.at Video: Zeitzeuge an seiner ehemaligen Schule

Kurier: Nie wieder Wien: Zwi Nigal kam doch zurück

Kleine Zeitung: „Damals dachte ich: Nie wieder Österreich“

Wiener Zeitung: "Mein Sieg über Hitler sind meine Nachkommen"

abgelegt unter:
Zwi Nigal im Gespräch mit SchülerInnen in seiner ehemaligen Schule. (Foto: BMBWF)
Zwi Nigal im Gespräch mit SchülerInnen in seiner ehemaligen Schule. (Foto: BMBWF)
Zwi Nigal Zwi Nigal wurde 1923 als Hermann Heinz Engel in Wien geboren. Hier besuchte er die Volksschule und schließend das Gymnasium in der Zirkusgasse. Im Jänner 1939 floh er nach Palästina. (Foto: BMBWF)
Zwi Nigal Zwi Nigal wurde 1923 als Hermann Heinz Engel in Wien geboren. Hier besuchte er die Volksschule und schließend das Gymnasium in der Zirkusgasse. Im Jänner 1939 floh er nach Palästina. (Foto: BMBWF)
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