Zum Weltflüchtlingstag: Stories that Move

Zum Weltflüchtlingstag, präsentieren wir Videos von unserer Lernwebsite „Stories that Move“. Jugendliche berichten über ihre Erfahrungen.

Am 20. Juni wird der Weltflüchtlingstag weltweit in etwa hundert Ländern mit Veranstaltungen begangen. Die Vereinten Nationen und ihr Flüchtlingshilfswerk UNHCR riefen 2001, auf Basis einer Resolution der UN-Generalversammlung, den Weltflüchtlingstag aus. UNHCR möchte mit dem Weltflüchtlingstag, auf die Millionen Menschen aufmerksam machen die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen.

Wenn es heute in Österreich über asylsuchende Flüchtlinge zu hitzigen Debatten kommt, wird eines oft vergessen: Es ist noch nicht so lange her, dass ÖsterreicherInnen selbst aus diesem Land flüchten mussten. Nur so konnten sie ihr Leben vor dem nationalsozialistischen Terror retten. Eines jener Länder, in denen österreichische Juden und Jüdinnen ab 1938 Zuflucht fanden, war das damals unter britischem Mandat stehende Palästina, das spätere Israel. Im letztjährigen Artikel zum Weltflüchtlingstag haben wir deshalb unsere Lernwebsite „Neue Heimat Israel“ vorgestellt. Den Artikel hier lesen: - Link

 

Erfahrungen von Jugendlichen

Zum diesjährigen Weltflüchtlingstag möchten wir Ihnen unsere Online-Toolbox „Stories that Move“ vorstellen. Diese interaktive und kostenlose Website bietet fünf Module, mit denen sich junge Menschen zu den Auswirkungen von Hassrede, Ausgrenzung und Diskriminierung auseinandersetzen können. Im Mittelpunkt des Lernmaterials stehen kurze Videos, in denen Jugendliche von ihren Erfahrungen berichten.

Die Stimmen, Gesichter und Erfahrungen junger Menschen bilden die Grundlage dieser Online-Toolbox. Dahinter steht der Wunsch, dass diese Geschichten andere junge Menschen zum Zuhören, zum gegenseitigen Austausch über die eigenen Gefühle und Gedanken und zum Nachdenken anregen. Dieser Ansatz fördert soziale Kompetenzen und Empathie. Er kann die Beziehungen im Klassenzimmer verbessern und zu einer Lernumgebung beitragen, in der komplexe und sensible Themen gemeinsam bearbeitet werden können.

SchülerInnen müssen sich auf storiesthatmove.org einloggen, dort können sie die fünf Module bearbeiten, sie werden mittels der kurzen Videointerviews mit Gleichaltrigen und ihren Erfahrungen konfrontiert, diese Begegnungen regen zur Diskussion und Reflexion an.

 

 

Peer Education

Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Menschen eher bereit sind sich mit einem Thema zu beschäftigen, wenn dieses von einer Person eingebracht wird, die als ähnlich wahrgenommen wird, zum Beispiel mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert ist. Die Beiträge der Jugendlichen sind daher ein effektives Mittel, um den Hintergründen und Auswirkungen von Hassreden, Ausgrenzung und Diskriminierung nachzugehen und deutlich zu machen, dass Antisemitismus, Rassismus und andere Diskriminierungsformen weit verbreitet sind. Dieser Peer-Ansatz bietet wichtige Einblicke und kann Jugendliche dazu ermutigen, gegen Diskriminierung aktiv zu werden: „Wenn die das können, dann können wir das auch!“. Die Toolbox fördert die Selbstreflektion und Auseinandersetzung darüber, wie die Jugendlichen auf unterschiedliche Diskriminierungsformen angemessen reagieren können – einzeln und als Gruppe.

 

Geschichten von Flucht, Identität und Unterstützung

Suraya, Wael und Romario mussten ihre Heimatländer verlassen und leben heute in Europa. Auf „Stories that Move“ erzählen sie ihre Geschichten.

Suraya kam mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Österreich. Im Modul „Aktiv werden“ erzählt sie von der Unterstützung, die Geflüchtete am Wiener Westbahnhof erfahren haben. Im Modul „Diskriminierung begegnen“ spricht sie über ihre Reaktion auf Antisemitismus.

 

Wael spricht im Modul „Sehen und gesehen werden“ über seine palästinensische Herkunft und erzählt, wie er aus Syrien floh und in Deutschland Asyl bekam.

 

Romario spricht über seine Zugehörigkeit zu zwei Kulturen: Er lebt als assyrischer Christ in Dänemark

 

„Stories that Move“ wurde für den Unterricht, als auch für die außerschulische Bildungsarbeit entwickelt. Ab Herbst 2018 werden 12 LehrerInnen als MultiplikatorInnen Seminare zur pädagogischen Verwendung von „Stories that Move“ in ganz Österreich halten. Möchten Sie an diesen Seminaren teilnehmen? Dann schreiben Sie uns: office@erinnern.at

 

Unterrichtsmaterial:

Stories that Move

Neue Heimat Israel

Lernmodul „Flucht und Vertreibung“ – Neue Heimat Israel

Flucht und Vertreibung

Weiterführende Links:

Seeking Protection - A blog exploring what we can learn from the experiences of refugees before, during and after the Holocaust – for today

Informationen zum Weltflüchtlingstag

abgelegt unter:
Stories that Move ist eine interaktive Online-Toolbox
Stories that Move ist eine interaktive Online-Toolbox
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