#FightRacism: Internationaler Tag gegen Rassismus

Die Vereinten Nationen erklärten 1966 den 21. März zum international Tag gegen Rassismus. Zum diesjährigen Tag gegen Rassismus ruft die UN zur Überwindung von „racial profiling“ auf.

Rassismus, rassistische Gewalt und Diskriminierung bleiben leider auch noch 48. Jahre nach der UN Konvention eine Herausforderung für unsere plurale und vielfältige Gesellschaft. In den vergangenen Jahren sind Rassismus und rassistische Straftaten angestiegen, ebenso antisemitische.

Hintergrund

Am 21. März 1960 wurde eine friedliche Demonstration in Sharpeville in Südafrika in Reaktion auf ein Gesetz über die Apartheid blutig niedergeschlagen und hat 69 Menschen das Leben gekostet. In Reaktion darauf haben die Vereinten Nationen (UN) 1966 den 21. März als "Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung" ausgerufen.

Zuvor wurde der Generalversammlung der Vereinten Nationen 1965 eine internationale Konvention zur Überwindung von Rassismus vorgelegt; sie trat 1969 in Kraft.

Österreich hat das „Internationale Übereinkommen über die Beseitigung aller Formen rassischer Diskriminierung“ 1972 durch einen Entschluss im Nationalrat ratifiziert.

Die Konvention zur Überwindung von Rassismus heute

2017 möchten die Vereinten Nationen auf das diskriminierende „racial profiling“ aufmerksam machen und verurteilen diese Praxis. Die UN beschreibt „racial profiling“ als “a reliance by law enforcement, security and border control personnel on race, colour, descent or national or ethnic origin as a basis for subjecting persons to detailed searches, identity checks and investigations, or for determining whether an individual is engaged in criminal activity”.

Die UN hebt hervor, dass besonders Flüchtlinge und MigrantInnen von „racial profiling“ betroffen sind. Die 2016 beschlossene „New York Declarationn for Refugees and Migrants“ verurteilt Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz gegen Flüchtlinge und MigrantInnen.

Hass in Netz

Die 1969 beschlossene UN Konvention beinhaltet auch Passagen, in der sich Vertragsstaaten verpflichten „rassistische Propaganda“ zu verbieten. Dieser Passus erlangt durch die aktuelle Debatte um die Verbreitung von Hass und Rassismus im Internet und in den sozialen Netzwerken zeitnahe Relevanz.

Artikel 4 der Internationalen Übereinkommen über die Beseitigung aller Formen rassischer Diskriminierung: „Die Vertragsstaaten verurteilen jegliche Propaganda und alle Organisationen, die auf Ideen oder Theorien von der Überlegenheit einer Rasse oder Personengruppe einer Hautfarbe oder ethnischen Herkunft beruhen oder die versuchen, irgendeine Form von Rassenhaß und Diskriminierung zu rechtfertigen oder zu fördern; sie verpflichten sich, sofortige und positive Maßnahmen zu treffen, um jedes Aufreizen zu einer solchen Diskriminierung oder Handlungen dieser Art zu beseitigen.  […]
4 b Organisationen und auch organisierte oder sonstige Propagandatätigkeit, die die rassische Diskriminierung fördern und dazu aufreizen, für ungesetzlich zu erklären und zu verbieten und die Beteiligung an solchen Organisationen oder Tätigkeiten als eine nach dem Gesetz strafbare Handlung anzuerkennen“

Über Rassismus im Unterricht sprechen?

Das von _erinnern.at_ mit SchülerInnen entwickelte Lernheft „Ein Mensch ist ein Mensch – Rassismus, Antisemitismus und sonst noch was …“ thematisiert Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzungen – Themen die uns alle angehen. Das Lernheft für Schulklassen kann in der Print-Version über office@erinnern.at bestellt werden oder in der Online-Version verwendet werden.

Die Vereinten Nationen haben zum Internationalen Tag gegen Rassismus eine Handreichung mit Empfehlungen für den Unterricht veröffentlicht.

Definition von Rassismus aus dem Lernheft „Ein Mensch ist ein Mensch“:
Wir alle teilen immer wieder Menschen in Gruppen ein und betonen oft die Unterschiede zu anderen. Problematisch wird das dann, wenn manche Menschen als wertvoller, andere als weniger wertvoll eingestuft und aufgrund dieser Unterscheidungen ungleich behandelt werden. Im 19. Jahrhundert entstanden Weltanschauungen, die glaubten, Menschen gehören – biologisch gesehen – bestimmten Gruppen („Rassen“) an und verfügen dadurch automatisch über „typische“ Eigenschaften. Wie funktioniert Rassismus konkret? Zunächst werden abwertende Meinungen über Gruppen als Vorurteile übernommen. Rassisten und Rassistinnen beurteilen andere Menschen nach ihrer Gruppenzugehörigkeit, also danach, was sie sind, statt danach, was sie tun. Dies führt oft zur Vermeidung direkter Kontakte mit der angefeindeten Personengruppe. Dieser Einstellung können weitere Handlungen folgen, etwa das Verbreiten von Vorurteilen oder das Wählen einer rassistisch orientierten Partei.
Rassismus benachteiligt Menschen – in der Schule, im Beruf, im Alltag. Rassistische Gedanken können sogar Grundlage staatlicher Gesetze werden, z.B. war die Praxis der „Apartheid“ in Südafrika jahrzehntelang durch Gesetze abgesichert. Mit rassistischen Parolen werden auch Übergriffe, die von Unterdrückung, Enteignung, Vertreibung bis hin zu Mord reichen können, gerechtfertigt. Antisemitismus gehört zum Bereich des Rassismus, aber er funktioniert auf ganz eigene Weise. Jahrhundertelang beruhte Judenfeindschaft auf religiöser Abwertung der Jüdinnen und Juden – dann entstand im 19. Jahrhundert der rassistische Antisemitismus, der den Jüdinnen und Juden „biologisch vorbestimmte“ Charaktereigenschaften zuwies. Sie wurden aber nicht nur abgewertet, sondern auch als übermächtig und somit als Bedrohung hingestellt. Diese übertriebenen Allmachtsfantasien gingen bzw. gehen so weit, Jüdinnen und Juden zu unterstellen, sie wollten insgeheim die Welt beherrschen.

Mehr Informationen:

Unterrichtsmaterial „Ein Mensch ist ein Mensch“

Handreichungen der Vereinten Nationen

Das Internationale Übereinkommen über die Beseitigung aller Formen rassischer Diskriminierung im Rechtsinformationssystem des BKA

Die englische Version des Internationalen Übereinkommens über die Beseitigung aller Formen rassischer Diskriminierung

"Together" Kampagne der Vereinten Nationen

No Hate Speech Movement: Eine Kampagne des Europarats

abgelegt unter:
"Together" - UN Kampagne gegen Diskriminierung
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UN Antirassismus-Kampagne
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