Neue Bildungsmaterialien zum Thema „Koloniales und rassistisches Denken und Handeln im Nationalsozialismus“

Das Bildungsmaterial wurde von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, der Universität Augsburg und der Universität Hamburg entwickelt und möchte Verflechtungsgeschichte von Kolonialismus und Nationalsozialismus aufzeigen und Kontinuitäten zur Diskussion stellen. Das Bildungsmaterial richtet sich an die schulische und außerschulische Bildungsarbeit mit Zielgruppen ab 16 Jahre.

Ausgangspunkt für die Entwicklung der Materialien war die Beobachtung, dass die Dimensionen des kolonialen Denkens und Handelns im Nationalsozialismus in der schulischen wie außerschulischen Bildungsarbeit bis heute zu wenig wahrgenommen werden. Vielmehr werden Kolonialismus und Nationalsozialismus in der Regel getrennt voneinander behandelt. Die Materialien möchten beide Themenkomplexe miteinander in Beziehung setzen. Dazu werden die Verflechtungen zwischen rassistischem und kolonialem Denken und Handeln im Nationalsozialismus herausgearbeitet. Diese Herangehensweise liegt auch deshalb nahe, weil die Welt während der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 bis 1945 noch immer eine kolonial strukturierte Welt war.

Im Zentrum der Materialien stehen Biografien von Rassismus betroffenen Personen – also Lebensgeschichten von Menschen, die von den Nationalsozialisten und von großen Teilen der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ als „farbig“ und damit „minderwertig“ in eine von kolonialrassistischem Denken geprägte Hierarchie eingeordnet wurden. Die MacherInnen des Materials schlagen für diese Personengruppe den anglo-amerikanischen Begriff „People of Color“ vor.

Das Unterrichtsmaterial möchte auch die Handlungsspielräume von Schwarzen Menschen bzw. People of Color während des Nationalsozialismus aufzeigen und setzt diese in Verhältnis zu den viel engeren bzw. nicht vorhandenen Handlungsspielräumen von Jüdinnen und Juden.

Die Materialien gliedern sich in insgesamt fünf Module. Diese können in ihrer Gesamtheit, aber auch in Teilen in der Bildungsarbeit eingesetzt werden. Modul 1 gibt einen Überblick über die Zeit vom Beginn der deutschen Kolonialherrschaft im Jahre 1884 bis zum Ende der Weimarer Republik Anfang 1933. Modul 2 und 3 legen ihren Schwerpunkt auf die Zeit zwischen 1933 und 1939. Modul 4 und 5 fokussieren auf die Jahre des Zweiten Weltkrieges in Europa, also die Zeitspanne zwischen 1939 und 1945. Der Zeitaufwand der vorgeschlagenen Unterrichtseinheiten beträgt 90 Minuten bis 50 Minuten, es können aber auch nur einzelne Materialien oder Hintergrundtexte als Impulstexte verwendet werden.

Neben den Bildungsmaterialien, ist aus dem Projekt auch eine Ausstellung hervorgegangen und mehrere wissenschaftliche Publikationen. Auf der Website des Projektes erfahren Sie mehr: - Link

 

Bildungsmaterialien:

„Verflechtungen. Koloniales und rassistisches Denken und Handeln im Nationalsozialismus: Voraussetzungen, Funktionen, Folgen. Materialien für die Bildungsarbeit“, herausgegeben von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg und der Universität Hamburg, Hamburg 2018. Ab Herbst 2018 sollen die Materialien auch in einer Printversion erhältlich sein.

 

Mehr Informationen:

Website des Projektes: - Link

Website der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: - Link

Ähnliches Projekt von _erinnern.at_ „Bewegte Familiengeschichten – Die Suche nach einem neuen Zuhause in einer sich verändernden Welt": - Link

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Das Material wurde von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg und der Universität Hamburg erstellt.
Das Material wurde von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg und der Universität Hamburg erstellt.
Das umstrittene Denkmal für den Schwarzen Widerstandskämpfer Anton de Kom in Amsterdam wird im Material zur Diskussion gestellt.  Foto: Richardkiwi – Wikipedia, CC-byCA, 2017
Das umstrittene Denkmal für den Schwarzen Widerstandskämpfer Anton de Kom in Amsterdam wird im Material zur Diskussion gestellt. Foto: Richardkiwi – Wikipedia, CC-byCA, 2017
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