Katholischer Bischof leugnet den Holocaust.

Der Vatikan nahm die Exkommunikation des traditionalistischen Bischofs Williamson zurück. Der Bischof leugnete in einem Interview im schwedischen Fernsehen den Holocaust.

Schon mehrfach gab es in den letzten Jahren Spannungen zwischen der katholischen Kirche und jüdischen Organisationen. Vor wenigen Monaten sorgte die Wiederzulassung eines Karfreitagsgebets durch den Vatikan für Streit, weil es eine unterschwellige Aufforderung zur Mission der Juden enthielt.

Nun löst die Rehabilitierung des zur Priesterbruderschaft St. Pius X. gehörende Bischof Richard Williamson Empörung aus. Williamson bestritt in einem Interview im schwedischen Fernsehen am 21. 1. 2009 die historische Faktizität des Holocaust. Höchstens 300.000 Juden seien ermordet worden, niemand davon in Gaskammern.

Interview mit Bischof Willamson auf you tube - link

Zentralrat der Juden bricht Kontakt zur katholischen Kirche ab - "Die Zeit"-online 28.01.09 - link

Papst kritisiert Holocaust-Leugner und bekräftigt seine Solidarität mit den Juden. - "Die Zeit"-online 29.1.09 - link

Der fehlbare Papst. Giovanni di Lorenzo in "Die Zeit"-online, 5.2.2009 - link 

Kardinal Christoph Schönborn: "Holocaust-Leugnung ist eine Schande" - Der Standard, 27.1.09 - li

Karl Pfeifer: Kein Bedarf an christlichen Sonntagsreden. Zwischenruf eines Holocaust-Überlebenden - Der Standard, 29.1.09 - link

"Ich glaube, der Papst weiß, was er tut". Der Wiener Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg über sein Verhältnis zum Vatikan, sein Treffen mit Benedikt XVI. und den Rat, den ihm sein Vater gab - in einem Interview mit Joachim Riedl in "Die Zeit" Nr. 7, 5.2.2009 - link

Der Vatikan und der Antisemitismus.
Dossier der Neuen Zürcher Zeitung - link

Antisemitismus unterm Kreuz. Die Wiederaufnahme des Holocaust-Leugners Bischof Williamson in die katholische Kirche steht in unseliger biblischer Tradition, schreibt die Theologin Uta Ranke-Heinemann. In "Die Zeit"-online, 30.1.2009 - link

Die Reaktionäre kehren zurück
. Das Ende der Neuzeit: Warum Papst Benedikt XVI. dem katholischen Antimodernismus wieder die Tore öffnet. "Dass Papst Benedikt im Kampf gegen den Liberalismus die Judenfeinde aus der Pius-Bruderschaft hoffähig macht, darin steckt der vielfach benannte politische und der - noch unbegriffene - theologische Skandal." Thomas Assheuer in "Die Zeit", Nr. 8., 12. Februar 2009 - link

 


Papst verurteilt Holocaust-Leugnung

 

Klare Worte aus dem Vatikan: Benedikt hat die Leugnung des Holocaust als untragbar bezeichnet. Das gelte besonders für Geistliche. Nun will der Papst nach Israel reisen - In "Die Zeit" online, 12.2.2009 - link 

 

Williamson bezieht sich in dem Interview ausdrücklich auf den Leuchter-Report (1988). Fred Leuchter hatte darin zu belegen versucht, es habe keine Massentötungen durch Giftgas gegeben.

Im Prozess gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel wurde 1988 in Kanada die Beweisführung Leuchters ad absurdum geführt und Fred Leuchters Qualifikation in Abrede gestellt. Er sei mangels Kenntnissen gar nicht in der Lage, dies zu beurteilen und es liege jenseits Leuchters Befähigung, eine solche Meinung qualifiziert vertreten zu können. Er hatte sich den Titel "Ingenieur" angemaßt und verfügt über keine einschlägigen Fachkenntnisse. Leuchters Beweisführung wurde zerpflückt und Zündel wurde verurteilt.

 

Argumente, Überlegungen zu Revisionismus, Holocaust-Leugnung und Fred Leuchter:


Brigitte Bailer, Revisionismus - pseudowissenschaftliche Propaganda des Rechtsextremismus - download
Brigitte Bailer, Leuchter und seine Epigonen - download
Josef Bailer, Was ist von den chemischen Aussagen des Leuchter Berichts zu halten - download
Josef Bailer, Die Revisionisten und die Chemie - download
Protokoll der Zeugenaussage Fred Leuchter, 1988 - download

Alle erschienen in:
Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Benz, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Wahrheit und Auschwitzlüge, Wien 1995

 

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