6. Zentrales Seminar: Nationalsozialismus und Faschismus in Nord- und Südtirol

Innsbruck, 15. - 18. November 2007

Wolfgang Neugebauer:

Vom „ersten Opfer“ zum „Land der Täter“? Über die Österreicher in der NS-Zeit und ihren Nachkriegsumgang mit Nationalsozialisten, Tätern und Opfern

Wolfgang Neugebauer, geb. 9. 10. 1944 in Wien; 1969 Promotion zum Doktor der Philosophie (Dissertation zur Geschichte der sozialdemokratischen Jugendbewegung in Österreich bei Univ.-Prof. Dr. Ludwig Jedlicka);
ab 1970 Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW);
seit 1983 wissenschaftlicher Leiter des DÖW.
Forschungsschwerpunkte:
Geschichte der Arbeiterbewegung; Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus; NS-Medizinverbrechen; Rechtsextremismus nach 1945 u. v. a. m.
Lehraufträge an den Universitäten Wien, Linz, Graz, Klagenfurt und Salzburg
1995 Ernennung zum Honorarprofessor für Zeitgeschichte am Institut für Zeitgeschichte Wien
zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen (Quelle: www.doew.at)

  • Wolfgang Neugebauer: Das nationalsozialistische Terrorsystem  in Österreich
    Die Herrschaft des Nationalsozialismus beruhte keineswegs nur auf Terror und Unter­drückung; Faktoren wie Propaganda, Indoktrination oder die gewaltsame ras­sistische Umver­tei­lung von Vermögen, Arbeitsplätzen, Wohnungen der ver­triebenen und ermordeten Juden und Jüdinnen („Arisierung“) zugunsten „arischer Volksgenossen“ führten zu einer breiten Teilnahme der Bevölkerung. - download

  • Wolfgang Neugebauer: Der österreichische Widerstand 1938-1945
    Das Verhalten der Österreicher und Österreicherinnen unter dem NS-Regime ist in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend zum Gegenstand öffentlicher Diskussion geworden. Insbesondere das Ausmaß der Verstrickung der Österreicher und Österreicherinnen in das NS-Regime und dessen Verbrechen wurde und wird von HistorikerInnen, JournalistInnen und PolitikerInnen oft sehr unterschiedlich bewertet. - download

Texte aus: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes - Katalog zur permanenten Ausstellung


Roman Siebenrock

Nationalsozialismus und katholische Kirche in Tirol

  • Powerpoint-Präsentation des Vortrags - download


Horst Schreiber:

„...dann könnte einem angst und bange werden...ob soviel Charakterlosigkeit!“ Der Nationalsozialismus in Tirol

Horst Schreiber, geb. 1961; Studium der Geschichte und Romanistik an der Universität Innsbruck; Mag. phil. 1985; Dr. phil. 1991; Univ.-Doz. 2001; seit 1993 freier Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck; seit 1985 AHS-Lehrer für Geschichte und Französisch; seit 1995 am Abendgymnasium für Berufstätige in Innsbruck; Vorstandsmitglied der Michael-Gaismair-Gesellschaft; Mitherausgeber der Gaismair-Jahrbücher, der Tiroler Studien zu Geschichte und Politik und der sozialwissenschaftlichen Reihe transblick.
Leiter des dezentralen Netzwerkes Tirol des bm:ukk-Projekts „Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart” (www.erinnern.at)
Forschungsschwerpunkte: Nationalsozialismus, Arbeitswelt, Bildung.

  • Horst Schreiber: Das Arbeitserziehungslager Reichenau
    Das Arbeitserziehungslager Reichenau befand sich nahe dem heutigen Gelände des städtischen Bauhofs im Gewerbegebiet von Innsbruck. - download
  • Horst Schreiber; Die Machtübernahme in Innsbruck
    Die Machtübernahme der NSDAP, die als dreifacher Prozess zu verstehen ist, erfolgte von „oben“ als scheinlegale Machtübernahme, von „unten“ als pseudorevolutionäre Machtergreifung und von „außen“ als imperialistische Intervention und außenpolitische Erpressung. - download
  • Niko Hofinger: Eine kleine Gemeinde zwischen Erinnerung und jüdischem Alltag: Die Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg in Innsbruck nach 1945 , in: Eleonore Lappin (Hrsg.): Jüdische Gemeinden - Kontinuitäten und Brüche, Berlin - Wien 2002, S. 199-210. - download


Alessandra Zendron

Getrennte Erinnerung, getrennte Narrative. Nationalismus in einem mehrsprachigen Land.

Publizistin und Regisseurin; Mitarbeiterin an verschiedenen Zeitschriften in Italien; (unter anderem) Publikationen über die Südtiroler Autonomie, das Gruber-Degasperi Abkommen; den Sender EIAR-RAI in Bozen; geboren und lebt in Bozen; ehemalige Regionalassessorin und Präsidentin zum Südtiroler Landtag.

  • Alessandra Zendron: 2002 - Zehn Jahre nach der offiziellen Streitbeilegung.
    Die formelle Streitbeilegung vor den Vereinten Nationen war für die Geschichte Südtirols von äußerster Bedeutung und auch für die europäische Geschichte von Belang: Es wurde damit ein Schlussstrich unter einen Konflikt gezogen, der Italien und Osterreich 32 Jahre lang in Bezug auf die Südtirol-Frage entzweit hatte.  - download
  • Literaturempfehlung: Lotte Golinger-Steinhauser, Mein lieber Federico. Geschichte einer jüdischen Familie. Bozen (Edition Raetia) 1994

Andreas Peham:

Zwischen Macht und Kriminal – Rechtsextremismus in Österreich heute

Andreas Peham, Jg. 1967, studierte Politikwissenschaft, Mitarbeiter im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Abteilung Rechtsextremismus-Forschung, seit Jahren tätig in der LehrerInnenfortbildung und politischen Bildung.

  • Andreas Peham: „Geil auf Gewalt“ – Zur Ökonomie des Hasses in der männlichen Adoleszenz
    Die Opfer rechtsextremistischer Gewalt-Verbrechen haben eines gemeinsam: Sie sind (sozial, politisch oder ökonomisch) schwach oder werden so wahrgenommen. Sie wurden zuvor im diskriminierenden (Medien-)Diskursen und durch institutionelle Praktiken zugerichtet: entrechtete und so in ihrem „Anderssein“ sozial festgeschriebene, entindividualisierte und zur „Flut“ erklärte „Ausländer“, als „Sozialschmarotzer“ stigmatisierte Arme oder Behinderte usw. Angesichts dieser Schwäche der Opfer sprechen wir von autoritärer Aggression. - download


Peter Gautschi:

Wissensaufbau und Urteilsbildung - der Beitrag des Geschichtsunterrichts zur Werteentwicklung

Peter Gautschi, geboren 1959 in Zofingen; 1979 Primarlehrpatent, anschliessend Studium in Geschichte, Deutsch und Französisch in Zürich und Neuchâtel. 1983 Diplom als Bezirkslehrer. Unterricht auf allen Stufen der Volksschule. Von 1984 - 2005 Lehrer für Geschichte an der Bezirksschule Zofingen, seit 1989 Dozent und seit 2003 Professor für Geschichtsdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Aargau. 2004 - 2005 Ausbildungsleiter der Pädagogischen Hochschule Aargau. Seit 2006 Leiter des Instituts Sekundarstufe I der PH der Fachhochschule Nordwestschweiz. Autor von Schulgeschichtsbüchern, Mitglied verschiedener Kommissionen im Bereich Geschichtsdidaktik, Mitarbeit in der Lehrerweiterbildung und regelmässige Publikationen, von denen mehrere preisgekrönt wurden (u.a. Worlddidac Award).

Publikationen (Auswahl):

Peter Gautschi u.a.: Hinschauen und nachfragen. Die Schweiz und die Zeit des Nationalsozialismus im Licht aktueller Fragen, Zürich (kantonaler Lehrmittelverlag) 2006

Peter Gautschi, Helmut Meyer: Vergessen oder erinnern? Völkermord in Geschichte und Gegenwart, Zürich (kantonaler Lehrmittelverlag) 2001

  • Referat Peter Gautschi - Power-Point-Präsentation - download
    Im Rahmen der schweizerisch-internationalen Videostudie, der schweizerisch-deutschen Videostudie und des Projekts "Geschichte und Politik im Unterricht" sind eine grosse Anzahl von Lektionen videografiert worden. Damit steht eine vielfältige Datenmenge bereit, die sich unter unterschiedlichsten theoretischen Gesichtspunkten für Ausbildungszwecke nutzen lässt. Videoportal - link

  • Peter Gautschi: Geschichtsunterricht erforschen – eine aktuelle Notwendigkeit
    Empirische geschichtsdidaktische Grundlagen für das Unterrichten von Geschichte sind selten. Für ein Schulfach, das vielfältige und hohe Erwartungen erfüllen soll und gleichzeitig unter Legitimationsdruck steht, ist dies ein unhaltbarer Zustand - download

  • Peter Gautschi: Kompetenter Umgang mit aktuellen Meldungen: Ein grundlegender Opportunity-to-learn-Standard für den Geschichtsunterricht und die Politische Bildung - download

  • Peter Gautschi: Vom Umgang mit Schrecklichem im Unterricht. Erwägungen und Empfehlungen - download


Martha Verdorfer, Christoph H. von Hartungen, Hans Heiss:

Stadtrundgänge und Workshops in Bozen

Martha Verdorfer, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft, unterrichtet Geschichte und Philosophie an einer Bozner Oberschule, daneben in der Erwachsenenbildung und als Historikerin tätig mit den Arbeitsschwerpunkten Oral History, Frauengeschichte, regionale Zeitgeschichte und Erinnerungskultur.
Christoph H. von Hartungen,
Studium der Geschichte und Germanistik in Innsbruck, unterrichtet Geschichte und Philosophie an einer Bozner Oberschule, Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung und Lehrerfortbildung, Veröffentlichungen zur Tiroler Geschichte und zur Südtiroler Zeitgeschichte.
Hans Heiss, Studium der Geschichte und Germanistik in Innsbruck, 1988­-2003 am Stadtarchiv Brixen und am Südtiroler Landesarchiv tätig, 2001 Habilitation aus Neuerer Geschichte und Zeitgeschichte, seit 2003 Abgeordneter der Grünen zum Südtiroler Landtag. Arbeitschwerpunkte: Regionale Zeitgeschichte, Stadtgeschichte des 19./20. Jahrhunderts.

- zu Stadtrundgängen und Workshops - download
- Martha Verdorfer: Bozen als Erinnerungsraum - download

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