Diverse Film-/DVD-/Video Empfehlungen für den Einsatz im Unterricht

Material zum Themenbereich ZeitzeugInnen im Unterricht (Abteilung Politische Bildung/Archiv)

Demokratie lernen und leben in historischen Projekten

Ein Demokratiebaustein, der sich mit Oral History beschäftigt. Gut geeignet als Projektmethode für die demokratiepädagogische Arbeit in der Schule, um das historische Bewusstsein der Lernenden zu fördern und damit die demokratische Handlungskompetenz junger Menschen zu stärken.

Leopold Engleitner: Ungebrochener WilleDer außergewöhnliche Mut eines einfachen Mannes

Leopold Engleitner, geb. 1905 verweigerte in der NS-Zeit den Kriegsdienst, woraufhin er in drei Konzentrationslagern inhaftiert wurde. Er ist der älteste KZ-Überlebende Österreichs. Die im März 2008 von Bernhard Rammerstorfer herausgegebene Biografie enthält Briefe Engleitners aus der Gefangenschaft, Originalprotokolle aus den 1930er-Jahren und KZ-Tatsachenberichte aus den Konzentrationslagern.

Stefan Horvath: Ich war nicht in Auschwitz

Oberwart: edition lex liszt, 2003 Das erste Werk des österreichischen Autors, der in der Roma-Siedlung in Oberwart lebt, behandelt den systematischen Mord an den Roma durch die Nazis.

Fritz Kleinmann: Mit sechzehn ins KZ

Fritz Kleinmann, geboren 1923 in Wien, erlebte als jüdisches Kind den Anschluss 1938 und die Verfolgung auf Grund der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Als Häftling überlebte er zusammen mit seinem Vater die Deportation in die Konzentrationslager Buchenwald, Auschwitz und Mauthausen. Video, 45 Minuten, 2004, € 14,50, erhältlich beim Medienservice des BMUKK.

Hermann Langbein: Ich war im KZ

Anlässlich des 10. Todestages wurden im Gedenken an Hermann Langbein ausgewählte Statements der Videoreihe „Ich war im KZ“ zu einer Dokumentation gestaltet. Video oder DVD, 23 Minuten, Wien 2005, € 7,20. Der Film ist über das Medienservice des BMUKK erhältlich.

Max Mannheimer: Gespräche mit Zeitzeugen – Doppel-DVD

Max Mannheimer, Jahrgang 1920, überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau. Bis zum heutigen Tag ist er unermüdlich tätig in Vorträgen, Diskussionen und Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. Sein wichtigstes Anliegen: Mit der Jugend ins Gespräch kommen. Eine Doppel-DVD würdigt sein Leben, seine Beiträge zur politischen Bildung und seine künstlerische Arbeit.

Jor Maso – Zwangsarbeiter

Filmporträt über einen ehemaligen NS-Zwangsarbeiter in Österreich. Von Thomas Herko und Karl Rothauer, 20 Min, Ö: 2003.

Dagmar Ostermann: Eine Lebensreise durch Konzentrationslager

Die Lebenserinnerungen der Zeitzeugin Dagmar Ostermann entstanden aus einer Vielzahl von Interviews, die Martin Krist mit ihr geführt hat und die im Jahr 2005 als Buch herausgegeben wurden. Die Erinnerungen fokussieren auf Auschwitz und Auschwitz-Birkenau, wo sie von Oktober 1942 bis November 1944 inhaftiert war. Aber auch auf ihre Jugend und ihr Leben nach der Befreiung wird eingegangen.

Ceija Stojka: Unter den Brettern hellgrünes Gras

Ceija Stojka war als Kind in Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen inhaftiert. In diesem Film erinnert sie sich an ihre Zeit im Konzentrationslager. Dokumentation (Österreich) 2005, Regie: Karin Berger

In ihrem Buch Träume ich, dass ich lebe?(hg. von Karin Berger, 2005, Picus Verlag, € 14,90) beschreibt Ceija Stojka ihr Überleben im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Von Anfang 1945 bis zur Befreiung durch die britische Armee war sie als damals elfjähriges Mädchen mit ihrer Mutter eingesperrt. Sie schildert ihr Erlebnis der Befreiung, den Genuss des ersten richtigen Essens nach langer Zeit und das unbegreifliche Gefühl, wieder frei zu sein.

Irma Trksak – Aus dem Leben einer Widerstandskämpferin

Irma Trksak wurde 1917 in Wien geboren. Wegen Widerstandes in einer Gruppe Wiener TschechoslowakInnen wurde sie 1941 von der Gestapo verhaftet und ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert. Von den Todesmärschen im April 1945 gelang ihr die Flucht in die Heimat. Seit Jahrzehnten ist sie als Zeitzeugin unterwegs, um ihre politische Lebenserfahrung an die nächsten Generationen weiterzugeben. Im Oktober 2007 ist im Mandelbaum Verlag unter dem Titel Ich weiß, was ich wert bin! ein Buch über Irma Trksak erschienen.

Visible

DVD mit Videointerviews von der Lagergemeinschaft Ravensbrück aus den Jahren 1998-1999 und neu aufgezeichneten Gesprächen mit Überlebenden der Konzentrationslager.

Simon Wiesenthal

Simon Wiesenthal ist am 20. September 2005 im 97. Lebensjahr in Wien gestorben. Mit ihm ging einer der wichtigsten Zeitzeugen des Holocausts verloren und ein unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen verstummte. Das Video zeigt ein Interview mit Guido Knopp aus dem Jahr 1982, erhältlich beim Medienservice des BMUKKK.

In den Fängen des Dr. Gross – Das mißhandelte Leben des Friedrich Zawrel

Die Biographie Zawrels ist eng mit jener des NS-Euthanasiearztes Heinrich Gross verbunden. Der 11-jährige Friedrich, aus ärmsten Verhältnissen stammend, begegnet Gross erstmals 1940 auf dem Spiegelgrund. Das Buch von Traudl Schmidt und Oliver Lehmann (Czernin Verlag, 2001) beginnt mit der Beschreibung einer weiteren Begegnung im Jahr 1975. Meine liebe Republik Der Film von Elisabeth Scharang behandelt ebenfalls das Leben von Friedrich Zawrel. Unter artner@polyfilm.at sowie T 01/581 39 00 20 können eigene Schulveranstaltungen gebucht werden.

Leon Zelman: Ein Leben nach dem Überleben

hgg. gemeinsam mit Armin Thurnher, Verlag Kremayr & Scheriau, 2005 Leon Zelman ist am 11. Juli 2007 im Alter von 79 Jahren in Wien gestorben. Er überlebte als Jugendlicher die Konzentrationslager Auschwitz, Mauthausen und Ebensee. Mit diesem autobiografischen Band hinterlässt er seine Geschichte für die Nachwelt. Zelman stand viele Jahre Schulen im Rahmen des ReferentInnenvermittlungsdienstes als Zeitzeuge zur Verfügung.

In memoriam Ana ZablatnikZeitzeugin, Aktivistin und Vorbild

Ana Zablatnik im Gespräch mit Michael Kerbler. ORF Radio Ö1 Aufzeichnung, 27,33 Minuten

Wege nach Ravensbrück: Erinnerungen von österreichischen Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers

132.000 Frauen aus über 40 Nationen wurden zwischen Mai 1939 und April 1945 nach Ravensbrück und seine Nebenlager verschleppt. Auf der Webseite des Projektes „Wege nach Ravensbrück“ finden sich u.a. Biographien und Erinnerungen österreichischer Überlebender des Frauen-Konzentrationslagers.

Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zu Ravensbrück

Was bewirken Begegnungen mit ZeitzeugInnen bei Jugendlichen?

„Das Buch Erinnern, begegnen, Zukunft gestalten sollte Lektüre für alle werden, die sich mit Erinnerungsarbeit beschäftigen“, schreibt Wolfgang Thierse im Vorwort einer Publikation zur Evaluation des Förderprogramms „Begegnungen mit Zeitzeugen“.

Kristallnacht – ZeitzeugInnen berichten: Bereits seit 1995 berichten ZeitzeugInnen jährlich bei einer Matinee im Wiener Volkstheater anlässlich des Gedenkens an die Pogrome vom 9. November 1938, der sogenannten „Kristallnacht“, über ihre Erlebnisse. Zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es Videos zum Preis von je € 14,80 zu bestellen.

Vom Leben und Überleben: 110 Minuten, Originalfassung mit englischen Untertiteln; Lebensgeschichten von Überlebenden des Konzentrationslagers Ravensbrück.

Vienna's Lost Daughters: Vienna's Lost Daughters von Mirjam Unger erzählt die Geschichte von 8 jüdischen Frauen, die vor dem Zweiten Weltkrieg mit den so genannten Kindertransporten aus Wien geflüchtet sind. Termine für Schulvorstellungen in Wien und in den Bundesländern können für Gruppen von zumindest 35 SchülerInnen vereinbart werden. Nähere Infos bei Fr. Artner von polyfilm unter T 01/581 39 00-25.

Literatur

František Janouch: Selbst der Teufel würde erröten Das Werk enthält 24 Briefe, die der Vater des Autors von 1943 bis 1945 aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Mauthausen und Loiblpass an seine Familie schrieb. Erschienen in der „Edition Mauthausen“ und über diese erhältlich. 

Treffpunkt Maimonides Zentrum In diesem von der Judaistin Traude Litzka im Jahr 2006 herausgegebenen Buch steht das jüdische Altersheim in Wien im Zentrum. Viele der BewohnerInnen sind erst nach Jahren des Aufenthaltes im Ausland im hohen Alter wieder in ihre ehemalige Heimat zurückgekehrt. Traude Litzka hat in langen Gesprächen mit einigen BewohnerInnen deren Erlebnisse aufgezeichnet und zusammengefasst.

Pasaremos – Wir werden durchkommen

Dieser Film aus dem Jahr 1988 (wieder aufgelegt) porträtiert ÖsterreicherInnen, die sich im Spanischen Bürgerkrieg engagiert haben. Insgesamt kämpften 1.700 Österreicher in den Internationalen Brigaden auf Seiten der Republik. Ihre Erlebnisse und ihre Motivation, in einem anderen Land für Frieden und gegen Faschismus zu kämpfen, werden anschaulich und differenziert vermittelt. Der Film arbeitet vor allem mit Zeitzeugeninterviews, das persönlich Erlebte steht im Vordergrund und macht den Film zu einem wichtigen zeitgeschichtlichen Dokument. DVD, 30 Minuten, € 10,90, erhältlich beim Medienservice des BMUKK.

Eine Lebensreise durch Konzentrationslager Hg. v. Martin Kirst
Eine Lebensreise durch Konzentrationslager Hg. v. Martin Kirst
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