KZ Guntramsdorf

Gedenkstätte ehem. KZ Guntramsdorf/ Wiener Neudorf, Gedenkinitiative (Ge).Denk.Verein KZ Guntramsdorf/ Wiener Neudorf (Niederösterreich)

Das Mauthausen–Nebenlager Guntramsdorf/ Wiener Neudorf liegt an der Industriestraße in Guntramsdorf und wird als Schafweide genutzt. Ein kleines Mahnmal mit beleuchtetem Schaukasten gibt allgemein zugänglich Auskunft über die Besonderheit des Ortes. Gut erkennbar sind viele Mauer und Fundamentreste, die einen Überblick über die Gesamtanlage ermöglichen.

Das Außenlager bestand hier 1943-1944 und wurde dann, nach einem Fliegerangriff zerstört, an einen zweiten Standort im Gemeindegebiet von Wiener Neudorf verlegt. Die Häftlinge arbeiteten großteils im benachbarten „FOW“ (Flugmotorenwerke Ostmark), einem der größten Rüstungsbetriebe des Deutschen Reiches. Insgesamt waren über 5000 Häftlinge hier, der Höchststand betrug 3100 Häftlinge gleichzeitig. Dieses Lager war als besonders grausames Außenlager bekannt, es sind über 200 Morde dokumentiert. Beim heranrücken der Roten Armee wurde das Lager am 2.4.1945 aufgelöst, alle gehunfähigen Häftlinge erschossen und es begann ein 13 tägiger Todesmarsch nach Mauthausen.

Bis zum Jahr 1995 war das KZ in Guntramsdorf völlig vergessen, mit Ausnahme weniger gesprächsbereiter Augenzeugen aus der Bevölkerung, die heute bereits alle verstorben sind.

Nach einem Pfarrgemeinderatsbeschluss der Pfarre Neu Guntramsdorf im Jahre 1995 und der Errichtung des Mahnmales mit Unterstützung der Marktgemeinde wurde eine jährliche Gedenkfeier gehalten.

Angeregt durch die Zusammenarbeit mit dem MKÖ kam es im Sommer 2006 zu einer Vereinsgründung auf breiter gesellschaftlicher Basis. In Kuratorium und Vorstand sind die politischen Parteien, die Kirchen sowie die Sozialpartner eingebunden. Eine behrzte Gruppe von ehrenamtlichen BürgerInnen unter der Leitung von Obmann Jürgen Gangoly bemüht sich um eine rege Gedenkarbeit.

Öffnungszeiten

Besuche und Kontakte sind ganzjährig möglich – bei Schlechtwetter und Schnee gewisse Einschränkungen am Gelände

Anmeldungen: unbürokratisch telefonisch oder über Mail (s. Kontakt)
Kosten: Für Spenden für unseren Gedenkverein sind wir dankbar.
Lokale Unterbringung für Gruppen vor Ort: im Pfarrsaal der Pfarre Neu Guntramsdorf  (sehr einfach!!) Möglichkeit für Mahlzeiten und Nächtigungen – ebenso Zeltnächtigungen im Pfarrgarten gerne möglich! Kleiner Kostenbeitrag für die Pfarre.

Ansprechpartner und Kontakt

Adresse des Vereines:
Pfarre Neu-Guntramsdorf, Dr. Karl Rennerstr. 19, 2353 Guntramsdorf
Tel. / Fax +43 (0)2236 / 46421
gangoly@gedenkverein.at
www.gedenkverein.at

Jürgen Gangoly, Tel. +43 (0)664 / 2000260 (Vorsitzender)
Mag. Andreas Frank, Tel. +43 (0)2236 / 46421

Anfahrt:
Anfahrt mit dem Auto: Südautobahn bis Abfahrt Wiener Neudorf, dann B 17 Richtung Wr. Neustadt, Erste Einfahrt nach Guntramsdorf zwischen „Peter Max“ und Badeteich “Ozean“, über Ozeanstraße in die Industriestraße zum Gelände des ehem. KZ bzw. in die Dr. Karl Rennerstraße zu den Gebäuden der Pfarre Neu Guntramsdorf (neben der Kirche).

Anfahrt mit der Wiener Lokahlbahn: bis zur Haltestelle „Neu Guntramsdorf“. Von der Bahnhaltestelle 15 Minuten Fußweg zum KZ Gelände, 5 Minuten zur Pfarre.

Zielgruppe

Wir sind offen für alle Zielgruppen. Die Mitarbeit von örtlichen LehrerInnen bedeutet insbesondere eine Einladung an schulische und außerschulische Bildungs- und Freizeiteinrichtungen.
Das teilweise unwegsame Gelände kann Probleme für RollstuhlfahrerInnen oder gehbehinderte Personen mit sich bringen.

Vor- und Nachbereitung ist sehr wünschenswert. Diesbezüglich Unterstützung bietet die Homepage. Vorbereitende Besuche in Schulklassen oder Jugendgruppen sind möglich.

Unterlagen

  • Viele Dokumente über die Internetseite abrufbar
  • Mappe mit Dokumenten ist bei uns entlehnbar

(Ge).Denk.Verein

Die Trägerinstitution ist der genannte „(Ge).Denk.Verein“, der unabhängig und überkonfessionell agiert. Adresse und Ort der Zusammenkünfte für die Sitzungen ist die Pfarre Neu Guntramsdorf, in welcher der Verein durch Beschluss des Pfarrgemeinderates den Status einer „befreundeten Gruppe“ genießt. Unser Verein arbeitet eng mit dem Vorstand des „Mauthausen Komitee Österreich“ zusammen und ist auch Mitglied im Mauthausen Komittee Österreich (MKÖ). Wir nehmen regelmäßig an den Treffen der Nebenlager als VertreterInnen im Rahmen des MKÖ teil. Die Marktgemeinde Guntramsdorf unterstützt in enger Kooperation alle Anliegen des Vereins, z. B. durch Bereitstellung von Material und Aushilfen durch GemeindemitarbeiterInnen bei Veranstaltungen. Auch die Freiwillige Feuerwehr Guntramsdorf leistet uns mit Gerät und Feuerwehrleuten gute Hilfe.

Alle Mitarbeitenden leisten ihre Arbeit ehrenamtlich.
Geldgeber sind die derzeit ca. 40 Mitglieder durch den jährlichen Mitgliedsbeitrag con € 10,-
Das MKÖ subventioniert die Gedenkveranstaltungen (z.B. Kosten für die Kränze u.a.)
Örtliche Sponsoren halfen z.B. bei der Finanzierung des Schaukastens.

Arbeitsschwerpunkte

  • Jährliche Gedenkfeier am Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers
  • Ständige Wartung der Homepage www.gedenkverein.at, die auch Auskunft über Dokumente und Material zum Standort gibt
  • Pädagogische Aktivitäten: Projekte mit Schulklassen und Firmgruppen
  • Ausbau und Weiterführung der Gedenkaktivitäten
  • „Implantierung“ der historischen Fakten in allen Bereichen des örtlichen Lebens (Kapitel in der Ortschronik, Erwähnung im Heimatmuseum, Nennung der Opfer bei den Allerheiligen- und Allerseelenfeierlichkeiten der Pfarre Neu Guntramsdorf, Einbringen in den Geschichts- und Religionsunterricht der örtlichen Schulen)
  • Markierung der Zufahrtswege mit Hinweisschildern

Zukunftsperspektiven

  • Errichtung eines überlebensgroßen  Metallkunstwerkes in Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern der HTL Mödling. Geplanter Aufstellungsort: Kreisverkehr bei Ortseinfahrt in den Ortsteil „Neu Guntramsdorf“ in unmittelbarer Nähe zum Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers
  • Interaktive Sonderausstellung im Guntramsdorfer „Ernst Wurth Heimatmuseum“ im Herbst 2007 – Schwerpunkt für SchülerInnen. Angebot von kombinierten Besuchen im Museum und am Gelände
  • Aufarbeitung von Lebensgeschichten von NS Opfern aus Guntramsdorf (aus den verschiedensten Opfergruppen)
  • Substanzerhaltung und Begehbarmachung des Geländes

Betreuungsangebot

Das Gelände kann ohne Voranmeldung nicht betreten werden, das es als Schafweide dient und jeweils Absprache mit der Pächterin notwendig ist. Für Führungen stehen wir vor Ort gerne zur  Verfügung und bitten um Kontaktaufnahme.

Unsere sehr ausführliche Homepage inkl. virtuellem Rundgang steht in allen Bereichen jedem offen (www.gedenkverein.at)

Sonderausstellung im Guntramsdorfer Heimatmuseum in Vorbereitung

Kombinat Media Gestalteer GmbH