Schloss Lind

Schloss Lind – „Das andere Heimatmuseum“ (Steiermark)

Das Projekt "Das andere Heimatmuseum" entstand 1996 um den Kern des ehemaligen Außenlagers Schoss Lind, initiiert und getragen durch den Künstler Aramis und seiner Gattin Britta Sievers.

Als sog. Nebenstelle des Konzentrationslagers St. Lambrecht war es seit Juni 1942 dem Stammlager Mauthausen unterstellt. Durchschnittlich befanden sich zwanzig Häftlinge verschiedener Nationen in diesem Konzentrationslager, welche vorwiegend zu land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten herangezogen wurden. Neben den Konzentrationshäftlingen waren im Untergeschoss des Schlosses etwa fünfzig russische Kriegsgefangene interniert. Aufgrund der chaotischen Verhältnisse zu Kriegsende in der Obersteiermark gelang den Nationalsozialisten eine Auflösung des Konzentrationslagers nicht, sondern die Häftlinge wurden durch die "Österreichische Freiheitsbewegung" im Mai 1945 befreit.

Die Ereignisse der NS-Zeit sowie deren soziale und politische Hintergründe wurden durch den Projektleiter Aramis mit künstlerischen Mitteln der sog. assoziativen Installation thematisiert und anschaulich gemacht. Die Ausstellung umfasst mehrere Stockwerke und eine "Außenstelle" in einem wiedererrichteten Stadl. Jährlich finden außerdem unter dem Titel "Erinnerte Wunden" musiktheatralische Aufführungen statt, welche zum Teil in Form von Schlossbegehungen stattfinden und auch das Schlossgelände miteinbeziehen. Bei dieser Art von Gedenkfeiern wird auch das Publikum zum Akteur und verliert so die passive Teilnehmerrolle.

Wechselnde Sonderausstellungen die gezeigt werden, umkreisen das Thema alpenländisch-österreichische Identität. Zu diesem thematischen Kontext finden überdies Konzerte, Lesungen, Symposien sowie Theateraufführungen im Jahreszyklus statt.

Öffnungszeiten

Das Museum ist von 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet. Die Besuchszeiten sind von Dienstag bis Sonntag, jeweils 17 - 20 Uhr oder nach telefonischer Voranmeldung unter der Nummer +43 (0)3584 / 3091

Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene € 4,–, für Kinder und Schüler bzw. Studenten € 2,50.
Eine Unterbringungsmöglichkeit besteht für Seminarleiter im Schloss (einige Gästezimmer sind dort eingerichtet worden), ansonsten in den touristisch gut erschlossenen umliegenden Gemeinden von Neumarkt i.d. Stmk. und im Ort selbst.

Ansprechpartner und Kontakt

Schloss Lind, 8820 St. Marein bei Neumarkt / Steiermark
Tel / Fax: +43 (0)3584 / 3091
info@schlosslind.at
www.schlosslind.at/

Anfahrt: Das Gedenkstättenmuseum liegt etwa 2,5 Kilometer außerhalb von Neumarkt. Der Ort ist mit der Bahn erreichbar, auch regionale Busverbindungen sind vorhanden. Zwischen dem Bahnhof bzw. der Bushaltestelle gibt es kein öffentliches Verkehrsnetz. Die Gedenkstätte kann entweder zur Fuß oder mit einem Taxi erreicht werden.

Zielgruppe

Die künstlerische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit soll prinzipiell alle Bevölkerungsgruppen ansprechen, eine Ausrichtung der Ausstellungen auf ein bestimmtes Alter der Besucher oder eine spezifische Zielgruppe gibt es nicht. Die Ausstellungen sind für Familien, Schüler/ Studentengruppen, spezielle Berufsgruppen ebenso geeignet, wie für Touristen.

Vor- und Nachbereitung sind keine Voraussetzung für einen Ausstellungsbesuch, werden jedoch auf besonderem Wunsch hin angeboten (telefonisch/ elektronische Bekanntgabe).

Unterlagen

Texte und Broschüren findet am über die Homepage www.schlosslind.at/ bzw. sind im Museum erhältlich.

Trägerinstitution

Das Projekt wird durch zwei Vereine als Trägerorganisationen getragen. Subventionen erhalten die Gedenkinitiatoren von der Kulturabteilung, Sozialabteilung und Volkskulturabteilung des Landes Steiermark, vom Mauthausen Komitee Österreich, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur sowie fallweise von der europäischen Union. Kleinere finanzielle Unterstützungen kommen außerdem durch private Sponsoren zustande.

Arbeitsschwerpunkte

Die Gedenkstätte „Das Andere Heimatmuseum“ behauptet sich gegen den Widerstand regionaler Funktionäre und Politiker als ein Projekt, welches von den alten Masken des Rassismus und Totalitarismus zu den gegenwärtigen den Blick lenkt. Es existieren ein Museumskatalog und mehrere andere Broschüre. Seit 1992 werden die Gebäudekomplexe sukzessive renoviert. Seit Jahren finden Praxisseminare für Architekturstudenten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Baukunst der Grazer Technischen Universität statt.

Betreuungsangebot

Führungen müssen telefonisch oder elektronisch angemeldet werden.

Archivarbeitsmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Die Sonderausstellungen sind bei einem Museumsbesuch ebenfalls zugänglich.

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