Neugestaltung der Österreichischen Länderausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau

Pressetext vom Nationalfonds der Republik Österreich im April 2011 zur Verfügung gestellt.

Bereits seit Jahren wird in Österreich eine Erneuerung der 1978 eröffneten österreichischen Ausstellung in Block 17 des ehemaligen Konzentrationslagers und jetzigen Museums Auschwitz-Birkenau gefordert.

Die österreichische Bundesregierung beschloss 2009, in Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus die österreichische Länderausstellung neu zu gestalten und den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus mit der Koordinierung dieser Neugestaltung zu betrauen. Zur Finanzierung der Ausstellung tragen Bundesministerien, Zukunftsfonds, Nationalfonds sowie die Bundesländer bei.

Ziel der Neugestaltung ist, das Geschichtsbild des offiziellen Österreich in Bezug auf seine NS-Vergangenheit in angemessener Form zu vermitteln. Dabei soll vor allem das Schicksal österreichischer Opfer in Auschwitz sowie die Involvierung von ÖsterreicherInnen als TäterInnen und HelferInnen an den dort begangenen Verbrechen dargestellt werden.

Um sicherzustellen, dass die geplante Ausstellung sowohl wissenschaftlich fundiert als auch von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen wird, wurden Ende 2009 / Anfang 2010 zwei Beratungsgremien eingerichtet: Der Wissenschaftliche Beirat, bestehend aus ExpertInnen aus Wissenschaft, Gedenkkultur und Gedenkstättenpädagogik, wird von Hon. Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer geleitet. Die Anliegen der betroffenen Interessensvertretungen wie Opferverbände und Religionsgemeinschaften vertritt der Gesellschaftliche Beirat unter dem Vorsitz von Dr.in Herta Neiß.

Der Nationalfonds hatte bereits 2006 eine von den HistorikerInnen Dr.in Brigitte Bailer, Dr.in Heidemarie Uhl und Dr. Bertrand Perz durchgeführte Vorstudie („Projektendbericht “- link ) zur Problematik der bestehenden Ausstellung und Notwendigkeit einer Neugestaltung finanziert. Auf deren Basis erstellten die genannten HistorikerInnen ein erstes Konzept für die neue Ausstellung.

Dieses Grobkonzept wurde durch die Beiräte begutachtet und deren Empfehlungen eingearbeitet. In Abstimmung mit der Direktion des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau wurden 2010 die Themenschwerpunkte für die neue österreichische Länderausstellung festgelegt:

1)    Vorgeschichte: NS-Herrschaft in Österreich, Verfolgung und Deportation
2)    ÖsterreicherInnen als Verfolgte in Auschwitz
3)    ÖsterreicherInnen als TäterInnen in Auschwitz
4)    ÖsterreicherInnen im Widerstand in Auschwitz
5)    Analyse und Zitat der Ausstellung aus dem Jahr 1978

Darüber hinaus soll es, wie bisher, auch in der neuen Ausstellung einen Gedenkbereich geben. Die derzeitige Ausstellung soll in Buchform dokumentiert werden.

Die Weiterentwicklung des Projekts erfolgt in ständigem Austausch mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau als „Hausherr“ der österreichischen Ausstellung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus: - link

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