Filmtour: „Eine eiserne Kassette“ - Mehrere Absagen

Ein Dokumentarfilm über nationalsozialistische Täterschaft, Aufarbeitung in der Familie und den Umgang mit der Verantwortung. _erinnern.at_ zeigt den Film in Kooperation mit dem Regisseur in vier Bundesländern. Achtung: Mehrere Absagen aufgrund der Covid-19-Prävention.
29.02.2020 18:00   -  30.04.2020 22:00   |  

„Eine eiserne Kassette“ ist ein Dokumentarfilm über nationalsozialistische Täterschaft und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen des Großvaters innerhalb einer Familie. Der Wiener Künstler und Filmemacher Nils Olger geht im Film den Spuren seines Großvaters nach, der Teil der Einheit des Kriegsverbrechers Walter Reder war und in Italien an Kriegsverbrechen beteiligt war.

 

_erinnern.at_ zeigt den Film in Kooperation mit dem Regisseur in vier Bundesländern. Der Film tourt von Februar bis April durch Österreich. Nach den Filmvorführungen wird der Regisseur Nils Olger in einem moderierten Podiumsgespräch zu Fragen über den Film zur Verfügung stehen.

 

27.02. | 19:30 | Wien | Eine Veranstaltung von _erinnern.at_-Wien

04.03. | 17:30 | Salzburg | Eine Veranstaltung von _erinnern.at_-Salzburg

ABSAGE - 17.03. | 17:00 | Klagenfurt/Celovec | Eine Veranstaltung von _erinnern.at_-Kärnten

Die für Dienstag, 17. März 2020, geplante Filmvorführung und Diskussion an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  muss aufgrund der Veranstaltungssperre der Uni abgesagt werden (Prävention von Covid-19). Ein Ersatztermin wird bekannt gegeben.

ABSAGE - 30.04. | 20:00 | Bregenz | Eine Veranstaltung von _erinnern.at_-Vorarlberg

Eine eiserne Kassette | Trailer #2 - Vimeo

 

Über den Film

1985 sorgte der österreichische Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager für einen Skandal, weil er den früheren SS-Offizier und Kri egsverbrecher Walter Reder in Wien am Flughafen in Empfang nahm, als dieser nach Verbüßung seiner Haftstrafe in Italien zurückkehrte. Reder war die Schlüsselfigur im Zusammenhang einer Reihe von Massakern, die deutsche Truppen auf dem Rückzug durch Oberitalien im Jahr 1944 an der Zivilbevölkerung verübten. Eines der Mitglieder in der SS-Formation von Reder war Olaf Jürgenssen, der als Sanitäter diente. Nebenbei machte er zahlreiche fotografische Aufnahmen, wovon einzelne Abzüge in einer eisernen Kassette aufbewahrt wurden, deren Negative sein Enkel Nils Olger im Nachlass fand. Der Filmemacher nimmt dieses Familienerbe zum Anlass einer Reise auf den Spuren des Großvaters. Es ist auch eine Reise durch die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs, von Ungarn nach Italien und schließlich zurück nach Österreich, wo Jürgenssen schließlich entnazifiziert wurde, heiratete und eine erfolgreiche Karriere als Arzt begann. Die fotografischen Negative dienen Olger als Anhalts- und Ausgangspunkte, er vergleicht Landschaften und Gebäude damals und heute, und er kommt mit Menschen ins Gespräch, die sich noch an die Geschehnisse erinnern können. Die Fotografien in der eisernen Kassette enthalten eine Suggestion von Distanz, die der nachgeborene Betrachter durch Recherche und Kontemplation aufzubrechen versucht. In einem Videointerview, das Olger kurz vor dessen Tod mit seinem Großvater aufgenommen hat, zeigte sich dieser abwehrend und wollte mit den Verbrechen der Deutschen nichts zu tun gehabt haben. Aus seinem ruhigen und im besten Sinn gedächtnispolitischen Film zieht Nils Olger eine pointierte Schlussfolgerung: “Was werde ich von meinem Großvater in Erinnerung behalten? Negatives.” (Bert Rebhandl)

 

Website zum Film: - Link

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