Salzburg erläutert seine Straßennamen

NS-belastete Personen: Bürgerliste hat ebenso wie antifaschistische Gruppen wiederholt die Umbenennung einzelner Straßen verlangt. Darunter beispielsweise die nach dem NS-Bildhauer Josef Thorak und dem Musikkritiker Heinrich Damisch benannten Straßen.

 

Von den 1.144 Straßen in der Landeshauptstadt sind rund die Hälfte nach Personen benannt. Mit Tafeln werden nun die historischen Bezüge erklärt
Salzburg – Ab Mitte November werden in der Stadt Salzburg die ersten Zusatztafeln bei jenen Straßen, Gassen und Plätzen montiert, die nach Personen benannt sind. In Kurzform sollen Einheimische und Besucher so über Herkunft und Bedeutung des Namens aufgeklärt werden.
Auf einer eigenen Homepage wird für Interessierte dann eine umfangreichere Biografie auf Deutsch und Englisch nachzulesen sein. ...
NS-belastete Personen
Die Benennung nach mit dem NS-Regime verstrickten Personen gehört zu den heikelsten Fragen, die die Experten zu lösen haben. Die Bürgerliste hat ebenso wie antifaschistische Gruppen wiederholt die Umbenennung einzelner Straßen verlangt. Darunter beispielsweise die nach dem NS-Bildhauer Josef Thorak und dem Musikkritiker Heinrich Damisch benannten Straßen. Mit der Nennung sei immer auch eine Würdigung verbunden, wird argumentiert.
Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hält davon wenig. Er will problematische Lebensläufe "beim Namen nennen" und nicht "die Leute zum Verschwinden bringen". Schaden gibt aber auch zu, dass dahinter eine pragmatische Überlegung steckt: Umbenennungen seien bei den betroffenen Anrainern und Inhabern der Adressen "höchst unbeliebt". (Thomas Neuhold, Der Standard online, 22.10.2015) - link
Ab Mitte November sind die Biografien online auf
stadt-salzburg.at/strassennamen.
Thomas Neuhold: Salzburg erläutert seine Straßennamen (Print: Der Standard, 22.10.2015, S. 18)

 

Aus: http://www.imschatten.org/14.html

"HITLERS BILDHAUER

Josef Thorak, 1889 in Wien geboren und in Salzburg aufgewachsen, galt neben Arno Breker als Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers. Skrupellos verfolgte er seine NS-Karriere, war mit Albert Speer und Martin Bormann befreundet und arbeitete mit der SS im KZ Dachau zusammen. Salzburg ehrte den Bildhauer Hitlers nach 1945, organisierte 1950 eine Ausstellung, stellte seine monumentalen Skulpturen im Mirabellgarten auf, wo sie heute noch zu 'bewundern' sind, und benannte eine Straße nach ihm."
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