Buchpräsentationen "Das Selbstverständliche tun" von Maria Prieler-Woldan

24.01.2019  |  20:00  -  22:00   |  

Die 53-jährige Bergbäuerin, Mutter und Pflegemutter Maria Etzer aus Goldegg wird 1943 bei der Gestapo denunziert. Zu jener Zeit hatte sie ihren Hof bereits 15 Jahre lang als Witwe geführt. Ihr wird bei Gericht freundlicher und intimer Umgang mit französischen Kriegsgefangenen vorgeworfen, die ihrem Hof zugewiesen worden waren. Dieser menschliche Umgang mit sogenannten Volksfremden war streng verboten zu jener Zeit.

Maria Etzer wird wegen „verbotenen Umgangs" mit Kriegsgefangenen zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach ihrer Rückkehr aus dem Gefängnis wird sie geächtet und kehrt nicht mehr auf ihren Bauernhof zurück. Dieses Buch ist eine Pionierarbeit. Die Autorin bewältigt das tabuisierte Thema souverän und führt die Leser in die Wirtschafts- und Lebenswelt der Agrargesellschaft in der Mitte des 20. Jahrhunderts ein. Bei den Buchpräsentationen wird auch Frau Brigitte Menne anwesend sein. Sie ist die Enkelin von Maria Etzer, hat das Buch angeregt und bemüht sich seit Jahren um die Wiederherstellung der Ehre ihrer Großmutter.

Erschienen im Studien Verlag, 2018

Kultur:Plattform St. Johann im Pongau: Donnerstag, 24. Jänner 2019, 20.00 Uhr

Buchcover
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