Obersalzberger Gespräch: Arthur Eichengrün – ein jüdischer Obersalzberger

25.06.2020  |  19:00  -  21:00   |  

Der Obersalzberg war für mehrere Jahrzehnte das Sommerdomizil von Arthur Eichengrün. Die Kinder aus den umliegenden Bauernhöfen waren häufig zu Gast in seinem Mitterwurflehen. Zu dieser Zeit hatte der 1867 in Aachen geborene Eichengrün als Chemiker und Physiker bahnbrechende Erfindungen gemacht, zu denen das Schmerzmittel Aspirin gehört. 1932 verließ die Familie den Obersalzberg. Die Bedrohungen durch Nationalsozialisten, die das benachbarte Haus Wachenfeld von Adolf Hitler besuchten, war zu groß geworden. Obwohl Eichengrün bereits 1894 offiziell aus dem jüdischen Glauben ausgetreten war, galt er in den Augen der NS-Ideologie als Jude. Nach 1933 verlor er seine Patente und Unternehmen. 1943 wurde er für mehrere Monate inhaftiert und 1944 nach Theresienstadt deportiert. Arthur Eichengrün überlebte zwar das „Dritte Reich“, starb aber 1948 an den Folgen seiner Inhaftierung.   
Der Journalist Ulrich Chaussy stieß Ende der 1980er Jahre bei seinen Recherchen zum Obersalzberg erstmals auf die spannende Biografie, die ihn seither nicht mehr losgelassen hat. In seinem Vortrag wird er den facettenreichen Lebensweg Eichengrüns nachzeichnen und erläutern, warum wir heute so wenig über diesen kreativen Erfinder wissen.      

Mit Ulrich Chaussy (Journalist und Schriftsteller)

Eintritt frei

ORT
AlpenCongress Berchtesgaden
– Kleiner Saal –
Maximilianstraße 9
83471 Berchtesgaden

ANMELDUNG
TEL (08652) 94 79 – 60
FAX (08652) 94 79 – 69
organisation@obersalzberg.de
 

Dokumentationszentrum Obersalzberg
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