Vortrag: Hans Asperger – Konturen einer internationalen Kontroverse

20.01.2020  |  18:00  -  20:00   |  

Hans Asperger - Konturen einer internationalen Kontroverse


Hans Asperger (1906–1980), die zentrale Figur der österreichischen Heilpädagogik, erlangte ab den 1980-er Jahren zunehmend internationale Bekanntheit als einer der „Entdecker“ des Autismus; das nach ihm benannte Asperger-Syndrom ging nicht nur im englischen Sprachraum in den Alltagsgebrauch ein. Aspergers Verhältnis zum Nationalsozialismus wurde zwar thematisiert (seine zentrale Arbeit über die „autistischen Psychopathen“ stammt aus dem Jahr 1944), es dominierte aber ein apologetisches Narrativ; manche Autoren gingen so weit, Asperger aktive Widerstandshandlungen gegen das NS-Regime zuzuschreiben.

Eine überfällige historische Neubewertung anhand von Archivdokumenten und zeitgenössischen Publikationen kommt zu einem wesentlich kritischeren Bild; die dazu vorgelegte Publikation wird seit ihrem Erscheinen 2018 in Österreich und international heftig diskutiert.
 
Mag. Dr. Herwig Czech

Studium der Geschichte an den Universitäten Graz, Wien, Paris VII und Duke (North Carolina). 2007 Promotion in Wien mit einer Arbeit zum Wiener Gesundheitswesen im Nationalsozialismus. 2011 bis 2014 APART-Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Langjähriger Mitarbeiter am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Seit Mai 2017 Medizinhistoriker an der MedUni Wien; Ko-Projektleiter des von der Max-Planck-Gesellschaft finanzierten Forschungsprojekts „Hirnforschung an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Kontext nationalsozialistischer Unrechtstaten“. Zahlreiche Publikationen zum Thema Biopolitik, Medizin und Nationalsozialismus.


Die Veranstaltung findet im Haus für Gesellschaftswissenschaften, Rudolfskai 42 , HS 383 statt.

Beginn: 18:00 Uhr

Eintritt frei!

Kombinat Media Gestalteer GmbH