Daniela Grabe erhält den Menschrechtspreis des Landes Steiermark für das Projekt: "Stolpersteine"

Der Menschenrechtspreis des Landes Steiermark geht 2017 an Daniela Grabe. Sie erhält diesen Preis unter anderen für das von ihr maßgeblich vorangetriebene Projekt der "Stolpersteine".

Daniela Grabe hat mit dem Projekt „Stolpersteine“ dazu beigetragen, dass Opfer des Nationalsozialismus in Graz nicht vergessen werden. Am Dienstag bekommen sie und ihr Team den Menschenrechtspreis des Landes verliehen.

Die pflastersteingroßen Messingtafeln in Graz sind in Gehsteige eingelassen. Auf ihnen finden sich die Namen und Daten der Opfer des Nationalsozialismus. „Stolpersteine“ heißt das Projekt, das es in Graz seit vier Jahren gibt.

 

Bisher 97 Steine in Graz verlegt

Am Dienstag bekommt Initiatorin Daniela Grabe gemeinsam mit ihrem Team für das Projekt den Menschenrechtspreis des Landes Steiermark verliehen. „Wir haben uns sehr gefreut, und es ist eine große Anerkennung, und für mich ist es auch eine Würdigung für die Opfer des Nationalsozialismus“, sagt Grabe. Sie ist studierte Germanistin, Historikerin und grüne Gemeinderätin. Sie hat die Stolpersteine nach dem Konzept des deutschen Künstlers Gunter Demnig nach Graz gebracht, 2013 wurden die ersten verlegt, 97 sind es aktuell.

„Es gibt in ganz Österreich immer noch viel weniger Denkmäler für Opfer als Kriegerdenkmäler. Das Projekt Stolpersteine ist deswegen besonders, weil die Opfer individuell gewürdigt werden. Das ist ein internationales Projekt, und es gibt mittlerweile mehr als 60.000 Steine“, erzählt die Grazerin.

 

Mit Widerständen konfrontiert

Mittlerweile sei man eingespielt, sagt Grabe. Auch mit Widerständen gehe man routiniert um: „Ich würde es Gummiwände nennen. Es hat niemand gesagt: ‚Nein, das wollen wir nicht‘, es kamen aber lauter ‚Aber‘, die es schwieriger gemacht haben. Ein zweiter bedauerlicher Punkt ist, dass ich immer wieder höre: ‚Jetzt haben wir schon so viel über die Vergangenheit gesprochen, können wir nicht nach vorne schauen?‘ Dann denke ich, da gibt es noch sehr viel aufzuarbeiten. Mich macht das nur zornig, wenn es heißt, dass die Vergangenheit ruhen soll.“

 

„Das Wichtigste, was ich bisher gemacht habe“

„Wir wollen die Opfer würdigen und genug Zeit haben für die Opfer. Gunter Demnig verlegt die Steine noch alle selbst. Da kann man sich vorstellen, dass das zeitlich limitiert ist. Wir haben in der Regel einen Tag pro Jahr, wo er die Steine verlegt. Es braucht also noch eine gewisse Zeit“, sagt die Künstlerin.

Finanziert werden die Stolpersteine durch Patenschaften, 120 Euro kostet ein Stein. Überlebende werden auch nach Graz geholt, schildert Grabe: „Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt kitschig klingt. Aber ich glaube, das ist das Wichtigste, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe.“

 

Zweiter Menschenrechtspreis geht an Ärztin

Neben Grabe würdigt der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) am Dienstag auch die Verdienste der Grazer Ärztin Dorothee Bauer mit dem Menschenrechtspreis. Seit über dreißig Jahren habe sie einer Vielzahl an Menschen aus dem In- und Ausland in prekären Lebenssituationen und Härtefallen durch ihr privates, ehrenamtliches Engagement effiziente und unbürokratische Unterstützung zukommen lassen.

 

Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2829402/

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