GEGENPOSITIONEN: Eduard Freudmann, Monumyth (2019) Installation

Stadtpark/Ententeich, 8010 Graz
21.09.2019  |  10:45  -  12:00   |  

 

GEGENPOSITIONEN

von CLIO, steirischerherbst’19 und dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

 

 

Eduard Freudmann, Monumyth (2019)

Installation

 

Das Grazer Befreiungsdenkmal bietet eine bemerkenswerte Sicht auf die Nachkriegsgeschichte Österreichs. Gestaltet von Wolfgang Skala und 1960 errichtet, wird seine abstrakte Form oft als Adler, der sich aus einem Käfig befreit, gedeutet. Das Datum am Sockel ist nicht der 27. April 1945, an dem Österreich seine Unabhängigkeit erklärte und eine vorläufige Regierung formte, sondern der 26. Oktober 1955, an dem das Neutralitätsgesetz Österreichs in Kraft trat. Indem hier nicht 1945, sondern 1955 als Gedenkjahr der österreichischen Befreiung festgeschrieben wird, gerät auch dieses Denkmal in peinliche Erklärungsnot, was das zeitgeschichtliche Selbstbild Österreichs angeht. Eduard Freudmanns Intervention versucht, die etwas wirre Folklore rund um den Abzug der alliierten Truppen von 1955, den Stolz auf die Neutralität des Landes und den Mythos Österreichs als Opfer nationalsozialistischer Aggression aus den Angeln zu heben.

 

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