1945: Die Operation Greenup in Oberperfuss

Ein Vortrag von Matthias Breit und Peter Pirker, Oberperfuss, Peter-Anich-Haus (Riedl 30)

Ein Vortrag von Matthias Breit und Peter Pirker
Moderation: Irene Heisz
Mittwoch, 25. Februar 2015, 19.30 Uhr
Oberperfuss, Peter-Anich-Haus (Riedl 30)
Eintritt frei

Ende Februar 1945 treffen in Oberperfuss drei Männer in Wehrmachtsuniformen ein, die versteckt werden müssen: Fred Mayer, Hans Wijnberg und Franz Weber sind Agenten des US-amerikanischen Armeegeheimdienstes OSS. Zum einen sollen sie den Eisenbahnverkehr über den Brennerpass beobachten, der die Hauptversorgungsader der deutschen Truppen in Italien darstellt. Zum anderen sollen sie Informationen über die tatsächliche Stärke der „Alpenfestung“ sammeln und an die Amerikaner weiterleiten. Franz Weber, ein 25-jähriger Wehrmachtsdeserteur aus Oberperfuss, schleust seine beiden neuen Kameraden in sein Heimatdorf und quartiert sie bis Kriegsende in wechselnden Verstecken ein.

Halb Oberperfuss wusste Bescheid, vor allem Frauen scheinen an der lebensgefährlichen „Operation Greenup“ beteiligt gewesen zu sein — im vollen Wissen darum, dass die beiden Männer, die mit Weber ins Dorf kamen, jüdische Emigranten waren, die das Ende der Naziherrschaft beschleunigen wollten.

 

Peter Pirker ist Historiker und Politikwissenschafter am Institut für Staatswissenschaft der Universität Wien. Er beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem europäischen Widerstand gegen die NS-Herrschaft und angloamerikanischen Geheimdiensten im Zweiten Weltkrieg.

Matthias Breit ist Grafiker und Leiter des Gemeindemuseums Absam. Er hat zahlreiche Projekte zum Nationalsozialismus in Tirol initiiert, u.a. die Ausstellung „Tiroler Musikleben in der NS-Zeit“, eine Vortragsreihe zu den Wehrmachtsdeserteuren, die sich im Vomperloch versteckt hatten, und eine Neugestaltung der Erinnerung an das Arbeitserziehungslager Innsbruck-Reichenau.

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