LehrerInnenfortbildung mit Margit Reiter: Der Nationalsozialismus im Familiengedächtnis
Ort: PHT Adamgasse 22
Zielgruppe: LehrerInnen aller Fächer und Schultypen
Der Nationalsozialismus ist in Deutschland und Österreich Teil jeder Familiengeschichte. Er wirkte auch noch nach 1945 und über mehrere Generationen hinweg fort. Vor allem die “Kinder der Täter“ - die unmittelbaren Nachkommen der NS-Generation, aber auch noch die EnkelInnen - sind vom Weiterwirken des Nationalsozialismus stark geprägt. Im Seminar geht es um diese transgenerationellen Tradierungen vom Nationalsozialismus und die verschiedenen Verarbeitungsformen der nachfolgenden Generationen mit dem NS-Erbe in Österreich. Behandelt und diskutiert werden folgende Fragen: Wie funktioniert das Familiengedächtnis? Was wurde erinnert und erzählt und was wurde ausgeblendet und tabuisiert? Welche außerfamiliären Gedächtnisträger gab es (Schulen, Literatur, Vergangenheitsdebatten) und wie wirkten sich diese auf die Vorstellungen vom Nationalsozialismus aus?
Anhand von autobiographischen Texten, Interviews und Filmbeispielen werden die Schwierigkeiten und vielfältigen Formen des Umgangs mit dem familiären NS-Erbe aufgezeigt und diskutiert. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf die jüngeren (dritte, vierte usw.) Generationen, zu denen die derzeitigen Studierenden und SchülerInnen zuzuordnen sind. Diese zeitlich und emotional weiter vom Nationalsozialismus entfernte Generation ist weniger vom Familiengedächtnis als von kulturellen Verarbeitungsformen (Filme, Literatur, Schule, Erinnerungsaktionen…) geprägt und muss ihren eigenen Zugang zur NS-Vergangenheit finden.

