Gisela Hormayr: Josefine Schneider – eine Jüdin im kommunistischen Widerstand

In mühevoller Recherchearbeit hat Gisela Hormayr in ihrem Beitrag ein Lebensbild geformt, das den LeserInnen Einblick in Schneiders Leidensweg gibt, der sie in Konzentrationslager und schließlich in die Tötungsanstalt Bernburg führte.

 

„Ich wohnte in Wien in einem Arbeiterbezirk und infolge der Ereignisse des Jahres 1934 wurde ich eben Kommunistin,“ sagte Josefine Schneider 1938 vor dem Landgericht Innsbruck aus. Als Sozialdemokratin, Gewerkschafterin und schließlich Kommunistin wurde sie in mehreren Städten, seit September 1937 in Innsbruck, im Widerstand aktiv und deshalb im Austrofaschismus und Nationalsozialismus verfolgt.

Sie arbeitete in (ehemals) jüdischen Großkaufhäusern als Verkäuferin und erledigte für die illegale KPÖ Kurierdienste oder stellte Kontakte her. In mühevoller Recherchearbeit hat Gisela Hormayr in ihrem Beitrag  das Puzzle aus verschiedene Quellenbeständen zu einem Lebensbild geformt, das den LeserInnen Einblick in Schneiders Leidensweg gibt, der sie in die Konzentrationslager von Lichtenburg und Ravensbrück führte. Bis sie als kranker und arbeitsunfähiger Häftling in der Tötungsanstalt Bernburg an der Saale in den letzten Märztagen 1942 durch Gas ermordet wurde. Sie ahnte wohl, dass ihre Deportation als „Ballastexistenz“ bevorstand. Kurz vor ihrer Tötung schrieb sie ihrem Vater David noch einige wegen der Zensur verklausulierte Zeilen: „Kitty erwartet täglich ihre Abreise. Es ist ja kein Einzelschicksal und sie ist fest.“

Der Beitrag ist in den Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft 3 (September 2019) erschienen.

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Salzburg, Getreidegasse (Reinhard Gschwentner)
Salzburg, Getreidegasse (Reinhard Gschwentner)
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