NS-Aufarbeitung abgelehnt

Der Gemeinderat von Seefeld sieht keinen Sinn darin, sich mit der NS-Zeit zu beschäftigen

Auf der Ebene der Städte und Gemeinden ist die Aufarbeitung der NS-Zeit noch nicht sehr weit fortgeschritten. Nennenswerte Publikationen gibt es erst über Innsbruck, Kematen, Schwaz, Landeck, Lienz, Telfs und Reutte.

Mit seltener Offenheit hat nun der Gemeinderat von Seefeld sich gegen eine professionelle historische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ausgesprochen: zu teuer, jeder im Dorf wisse bereits alles, ein gedeihlicheres Miteinander funktioniere besser, wenn man einander endlich verzeihe. Laut Bürgermeister habe Seefeld seine Geschichte schon umfangreich aufgearbeitet.

Immerhin unterstützt die Gemeinde Seefeld nach Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg die Errichtung eines Denkmals am Seefelder Waldfriedhof für Opfer des Todesmarsches aus dem KZ Dachau.

Es hieß marschieren oder krepieren

63 Würfel erinnern an den KZ-Todesmarsch

Erinnerung an Todesmarsch vor 70 Jahren

Zwei Denkmäler eine Geschichte

Die Todesmärsche in der graphic novel von Art Spiegelman: Maus

Literaturtipp: Thomas Albrich/Stefan Dietrich: Todesmarsch in die "Alpenfestung": Der "Evakuierungstransport" aus dem KZ Dachau nach Tirol Ende April 1945, in: Geschichte und Region 6 (1997), S. 13-50.

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