13. Zentrales Seminar: Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter – Sklaven der Volksgemeinschaft

Das 13. Zentrale Seminar hat vom 13. - 15. November 2014 im neuen "vorarlberg museum" in Bregenz stattgefunden.

In seinem Eröffnungsvortrag machte Cord Pagenstecher (Freie Universität Berlin) die Dimension der NS-Zwangsarbeit deutlich: Sie erfasste europaweit bis zu 20 Millionen Menschen und machte sie zu Arbeitssklaven im Dienste des NS-Unrechtstaates. Am Beispiel Berlins zeigte er auf, wie der massenhafte Einsatz von ausländischen "ZivilarbeiterInnen", von Deportierten aus den eroberten Ländern und die Zwangsarbeit von inländischen nunmehrigen "Untermenschen" die gesamte Gesellschaft erfasste.

In einer Podiumsdiskussion unter der Leitung von Alexander von Plato (verantwortlich für das Oral history-Projekt „Hitlers Sklaven in Europa“) beleuchtete Bertrand Perz (Universität Wien) die NS-Zwangsarbeit auf dem Gebiet Österreichs. Eine neue Ausstellung der VÖST gibt dazu Einblicke: - link. Werner Bundschuh (Mitarbeiter von _erinnern.at_ und Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft) stellte die regionalen Bezüge zu Vorarlberg her, Jürgen Strasser als Vertreter des "Zukunftsfonds der Republik Österreich" gab Einblicke in die Arbeit des einstigen österreichischen „Fonds für Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit –Versöhnungsfonds“ bei der Abwicklung der "ZwangsarbeiterInnen-Entschädigung". - link

Markus Barnay führte am Abend des Eröffnungstages die TeilnehmerInnen durch die Ausstellung "Making off" im neuen Vorarlberg Museum, in dessen Räumlichkeiten das Seminar stattfand.

Maria Ecker-Angerer (_erinnern.at_ ) stellte am nächsten Seminartag die didaktische Konzeption der _erinnern.at_-Wanderausstellung "Darüber sprechen" vor. - link

Die anschließenden Workshops waren der Umsetzung des Themas Zwangsarbeit im Unterricht gewidmet: Cord Pagenstecher stellte er in seinem Workshop die digitale Online-Bibliothek "Zwangsarbeit 1939-1945" vor.  Knapp 600 ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus 26 Ländern erzählen darin in ausführlichen Audio- und Video-Interviews ihre Lebensgeschichte. Daraus wurden Unterrichtsmaterialien entwickelt. - link

Bruno Winkler und Christof Thöny stellten parallel dazu die neu erstellten vorarlbergbezogenen Unterrichtsmaterialien vor. - link

Am Nachmittag führten Exkursionen zum Stollen in Überlingen, nach Hohenems ins jüdische Viertel und nach Schruns/Silbertal.

Neue Formen von zwangsarbeitsähnlichen Arbeitsverhältnissen wurden am Abschlusstag behandelt: Patricia Hladschik (Chair der Diskussionsrunde, Geschäftsführerin von Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule - link), stellte in ihrem Menschenrechtsbeitrag die Kinderrechte in den Vordergrund, Evelyn Probst (IBF - Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel, Wien, - link) gab einen Einblick in das weite Problemfeld des "Frauenhandels" und Michael Diettrich (DOWAS, Bregenz, - link) zeigte drastisch auf, wie dringend die Lösung der Armutsproblematik auch in Vorarlberg ist.

 

 

 

Erstmals wurde das Zentrale Seminar als Green Meeting nach den Richtlinien UZ62 des Österreichischen Umweltzeichens durchgeführt. - link

 

Programm: - download

Das neue Unterrichtsmaterial zu Zwangsarbeit in Vorarlberg: - link

Erlass des bmbf: - download

Das neue Unterrichtsmaterial "Zwangsarbeit in Vorarlberg": - link

Zum Thema Zwangsarbeit: - link

abgelegt unter:
Pawel Lapaew leistete einst Zwangsarbeit auf den Baustellen der Illwerke im Montafon. In der Hand hält er ein Foto vom Silvretta-Dorf. (Aufnahme: Wernfried Ruff, 2007 in Rowenki/Ostukraine)
Pawel Lapaew leistete einst Zwangsarbeit auf den Baustellen der Illwerke im Montafon. In der Hand hält er ein Foto vom Silvretta-Dorf. (Aufnahme: Wernfried Ruff, 2007 in Rowenki/Ostukraine)
Das Silvretta-Dorf: Hier wurden mehr als tausend Zwangsarbeitskräfte aus den verschiedensten Ländern untergebracht.
Das Silvretta-Dorf: Hier wurden mehr als tausend Zwangsarbeitskräfte aus den verschiedensten Ländern untergebracht.
Cord Pagenstecher aus Berlin gab bei seiner Eröffnungsansprache einen Überblick über NS-Zwangsarbeit
Cord Pagenstecher aus Berlin gab bei seiner Eröffnungsansprache einen Überblick über NS-Zwangsarbeit
Vorstellung der Ausstellung "Darüber sprechen"
Vorstellung der Ausstellung "Darüber sprechen"
v.l.: Werner Bundschuh, Alexander von Plato, Bertrand Perz und Jürgen Strasser
v.l.: Werner Bundschuh, Alexander von Plato, Bertrand Perz und Jürgen Strasser
Bruno Winkler stellt das neue U-Material vor
Bruno Winkler stellt das neue U-Material vor
Eine Exkursion führte nach Schruns und ins Silbertal. Michael Kasper (Leiter der Montafon Museen) informierte über das dortige Zwangsarbeiterlager.
Eine Exkursion führte nach Schruns und ins Silbertal. Michael Kasper (Leiter der Montafon Museen) informierte über das dortige Zwangsarbeiterlager.
"Unternehmen Magnesit" – Stollenbesuch in Überlingen (D). Die Exkursion wurdr von Oswald Burger geleitet. Er trug entscheidend dazu bei, den „Goldbacher Stollen“ zu erforschen. Der Stollen wurde im Zweiten Weltkrieg von Häftlingen eines Außenlagers des KZs Dachau errichtet, um dort die Rüstungsindustrie aus Friedrichshafen sicher vor Bombenangriffen der Alliierten unterzubringen. (Foto: Joachim Wiesner ©)
"Unternehmen Magnesit" – Stollenbesuch in Überlingen (D). Die Exkursion wurdr von Oswald Burger geleitet. Er trug entscheidend dazu bei, den „Goldbacher Stollen“ zu erforschen. Der Stollen wurde im Zweiten Weltkrieg von Häftlingen eines Außenlagers des KZs Dachau errichtet, um dort die Rüstungsindustrie aus Friedrichshafen sicher vor Bombenangriffen der Alliierten unterzubringen. (Foto: Joachim Wiesner ©)
Kombinat Media Gestalteer GmbH