Erneute Hakenkreuz-Schmierereien in Hohenems: Friedhöfe geschändet

Vergangenes Wochenende (17./18.10. 2015) haben unbekannte Täter auf dem jüdischen Friedhof in Hohenems und dem islamischen Friedhof in Altach rechtsextreme Symbole und ausländerfeindliche Parolen angebracht. Es ist der zweite Vorfall dieser Art in zwei Wochen. Laut Polizeiangaben wurden die Mauer und Tafeln auf dem jüdischen Friedhof in Hohenems mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Tat dürfte sich zwischen 17.00 Uhr am Samstagabend und 11.00 Uhr am Sonntagmorgen ereignet haben. Gegen 5.00 Uhr am Sonntagmorgen wurde zudem ein Gebäude auf dem islamischen Friedhof in Altach an drei Stellen mit Hakenkreuzen und ausländerfeindlichen Parolen versehen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit dem Vorfall vom 4./5. Oktober 2015.

Berichte: Jutta Berger: Vorarlberg: Rechte Schmierereien auf jüdischem Friedhof (Der Standard, 19. Oktober 2015): - link

ORF (19. Oktober 2015): Europarat verurteilt Friedhofsschändungen

Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjörn Jagland, hat die Schändung des jüdischen und islamischen Friedhofs in Hohenems bzw. Altach verurteilt. Unbekannte hatten dort am Wochenende rechtsextreme Symbole und ausländerfeindliche Parolen angebracht. - link

 

Weiters:

Am 4./5. Oktober wurden das Jüdische Museum, Stolpersteine, die Asylunterkunft und das WIFI  mit Hakenkreuzen beschmiert. Bürgermeister erhielt bereits zuvor Brief, der mit "Hitler-Gruß" unterzeichnet wurde.

Aus dem Bericht ORF Vorarlberg:
"Hakenkreuze an Asylunterkunft entdeckt
Eine Flüchtlingsunterkunft in Hohenems und weitere Orte im Jüdischen Viertel sind am Wochenende mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Der Bürgermeister erhielt einen anonymen Brief mit nationalsozialistischem Gedankengut.
Die Außenwand der Flüchtlingsunterkunft in der Erlachstraße in Hohenems wurde mit drei Hakenkreuzen verunstaltet. Auch das WIFI-Gebäude (der Wirtschaftskammer) in der Bahnhofstraße wurde auf ähnliche Weise beschmiert. Der Verfassungsschutz ermittelt wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz gegen Unbekannt. Wenn rassistische und fremdenfeindliche Beweggründe vorliegen, handelt es sich um eine besonders schwere Straftat. ...
Neben dem Asylbewerberheim wurden auch Plätze im Jüdischen Viertel in Hohenems in der Nacht auf Sonntag mit Nazi-Symbolen und -Parolen beschmiert. Straßen-Pflastersteine, die sogenannten „Stolpersteine“ und die Türe des Museums wurden beschädigt. Hakenkreuze und eine Aufschrift 'Asylflut stoppen' wurden mit demselben roten Stift angebracht, möglicherweise von den selben Tätern, vermutet Bürgermeister Richard Amann (ÖVP) am Montag. Der Verfassungsschutz ermittelt.
Reihe von Straftaten vermutet
Der Vorfall vom Wochenende dürfte allerdings nicht der Beginn der rechtsextremen Aktionen gewesen sein. Bereits vor vier Wochen hatte der Hohenemser Bürgermeister einen anonymen Brief mit 'eindeutig nationalsozialistischem Gedankengut' erhalten. Wie am Montag bekannt wurde, übergab der Bürgermeister den Brief erst nach den aktuellen Schmierereien der Polizei.
'Der Brief hat auch mit dem Hitlergruß geendet', bestätigte Amann. Anzeige habe er nicht erstattet. Er habe den Brief ignoriert. Ebenfalls vor viereinhalb Wochen schlugen unbekannte Täter die Fensterscheiben des Kulturzentrums ein, bestätigte Vizebürgermeister Bernhard Amann (Emsige & Grüne) einen entsprechenden Bericht der Online-Ausgabe von 'Der Standard'.
Vizebürgermeister mit besorgten Eltern konfrontiert
Vizebürgermeister Amann bringt diese gehäuften Attacken mit der möglichen Wiederholung der Bürgermeister-Stichwahl in Hohenems in Verbindung. „Hohenems ist seit der Wahl gespalten“, betonte Amann. Dies werde für ihn vor allem in den Sprechstunden als Vizebürgermeister deutlich. Immer wieder kämen verzweifelte Eltern, die wegen ihrer politisch rechts-orientierten Jugendlichen 'nicht mehr aus noch ein' wüssten..." - link
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Beschmierte Stolpersteine vor dem Elkan-Haus und dem Jüdischen Museum. Auch der abseits gelegene Stolperstein für Markus Silberstein wurde beschmiert. (Foto: Werner Bundschuh, 5.10.2015)
Beschmierte Stolpersteine vor dem Elkan-Haus und dem Jüdischen Museum. Auch der abseits gelegene Stolperstein für Markus Silberstein wurde beschmiert. (Foto: Werner Bundschuh, 5.10.2015)
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