Zeitzeuge Karl Pfeifer an der HAK und am BRG/BORG Schillerstraße Feldkirch

Der 86-jährige Zeitzeuge Karl Pfeifer aus Wien besuchte im Juni 2014 mehrere Schulklassen der Handelsakademie sowie des Gymnasiums Feldkirch und sprach über seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges und über sein abenteuerliches Leben.

"Fast siebzig Jahre ist es her, seit dem der Zweite Weltkrieg beendet wurde. Noch nie herrschte in Europa über einen so langen Zeitraum Frieden. Die Schrecken und Gräueltaten der Nationalsozialisten und des Dritten Reichs sind vor allem der älteren Bevölkerung in stetiger Erinnerung. Allerdings wird es immer schwieriger, junge Menschen darüber zu unterrichten, weil die Geschehnisse mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund und somit in Vergessenheit geraten. Doch wie können junge Menschen aus den unmenschlichen Geschehnissen des Zweiten Weltkrieges lernen, damit so eine Zeit nie wieder kommt, auch wenn sich die Geschichte oft schon in ähnlicher Form wiederholt hat?

 
 
Letzte Zeugen
Das Authentischste, was es noch gibt, sind Zeitzeugen. Leider gibt es nur mehr ganz wenige und von diesen sind wiederum etwa nur eine Handvoll in der Lage, über diese Zeit öffentlich zu sprechen. Der Verein «erinnern.at – Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart», welcher seinen Sitz in Bregenz hat, veranstaltet jedes Jahr ein sog. Zeitzeugentreffen in Salzburg, bei dem die letzten Zeugen zusammen kommen, und Lehrpersonen die Möglichkeit haben, diese vor Ort kennen zu lernen und an ihre Schulen einzuladen. Im Rahmen dieser wichtigen Veranstaltung ergriff eine Lehrperson die Initiative und lud Herrn Karl Pfeifer nach Feldkirch ein.
Glück gehabt
Als 10-jähriger Junge musste Karl Pfeifer, der in Baden bei Wien aufwuchst, während des Krieges zuerst über die Schweiz und Italien nach Ungarn und später von dort ins damalige Palästina flüchten. Er hatte eine Zeit lang in der Schweiz zugebracht, bis er schließlich nach vielen Jahren wieder in seine ehemalige Heimat Österreich zurückkehren durfte. Der heute 86-jährige Pfeifer, der immer noch als Journalist in Wien und Ungarn tätig ist, sprach mit Humor und sehr viel Einfühlungsvermögen über diese schwierige Zeit und auch über sein Leben danach. „Ich hatte natürlich sehr viel Glück in meinem Leben” sagte er. Die Jugendlichen stellten sehr interessante Fragen und zeigten großes Interesse. Auch Lehrer Markus Ammann vom BG Feldkirch freute sich über diese tolle Gelegenheit und dass der Zeitzeuge eine sehr bildliche Art hatte, Sachverhalte darzustellen.
 
Begeisterte Schüler
Simon von der 7c meinte, dass er eine starke Persönlichkeit habe und Klassenkameradin Katharina, dass er erstaunlich rüstig sei und den Eindruck vermittle, mit sich im Reinen zu sein. Clara aus der 7c sagte nach dem Besuch: „Er vermittelt den Eindruck mit sich im Reinen zu sein.” Christiane aus der 4a: „Mir hat gefallen, dass er so viele persönliche und spannende Details aus seinem Leben erzählt hat!” Und ihre Klassenkameradin Klara entgegnete: „Das ist etwas anderes als aus Geschichtsbüchern zu lernen!”
Über Karl Pfeifers Leben erschien eine interessante Dokumentation: „Zwischen allen Stühlen” sowie sein bereits drittes Buch „Einmal Palästina und zurück” ist äußerst lesenswert." (Bericht von Benjamin Köck vol.at - link)
 
Karl Pfeifer: "Einmal Palästina und zurück" - link
 
In diesem Buch verbindet Karl Pfeifer seine eigenen Erfahrungen mit den historischen Fakten dieser Zeit : „Gerade weil diese Perspektive der linkszionistischen Staatsgründer Israels heute in Vergessenheit zu geraten droht, sind die persönlichen Erinnerungen von Karl Pfeifer nicht nur spannend zu lesen, sondern auch von einer unschätzbaren historischen und politischen Bedeutung."
 
Einmal Palästina und zurück
Ein jüdischer Lebensweg
Broschur, 176 Seiten, 17 Abbildungen
Format: 16,5 x 23 cm
ISBN: 978-3-902494-62-7
Preis: € 22,50/SFR 39,-
 
Zeitzeuge Karl Pfeifer wird nie müde, den Schülern über sein Leben zu erzählen und sie zu Zivilcourage zu ermutigen - © Bandi Koeck
Zeitzeuge Karl Pfeifer wird nie müde, den Schülern über sein Leben zu erzählen und sie zu Zivilcourage zu ermutigen - © Bandi Koeck
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