Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite / Bundesländer / Wien / Termine / Ausstellung: Lichtflecke – Frau sein im Holocaust

Ausstellung: Lichtflecke – Frau sein im Holocaust

Internationale Multimedia Ausstellung kuratiert von Yehudit Inbar, Yad Vashem - Jerusalem. Theater Nestroyhof – Hamakom, 1020 Wien, Nestroyplatz 1 Montag - Freitag 10.00 – 20.00 Uhr; Sonntag 12:00 – 20:00 Uhr
01.04.2009 10:00   -  31.05.2009 20:00   |  

Lichtflecke – Frau sein im Holocaust
Internationale Multimedia Ausstellung kuratiert von Yehudit Inbar,
Yad Vashem - Jerusalem

Ehrenschutz Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

1. April – 31. Mai 2009
Theater Nestroyhof – Hamakom, 1020 Wien, Nestroyplatz 1
Montag - Freitag  10.00 – 20.00 Uhr
Sonntag 12:00 – 20:00 Uhr

Eintritt frei!
Die Ausstellung ist für SchülerInnen ab 12 Jahren geeignet.

Jüdische Frauen im Holocaust verwendeten ihren Verstand an einem Ort, der sie um den Verstand brachte; brachten Stärke an einen Ort, wo sie keine Stärke hatten. An einem Ort, an dem sie und ihre Familien, kein Recht hatten zu leben, marschierten sie geradewegs in den Tod und erfüllten jede zusätzliche Minute ihres Lebens mit Bedeutung.

Diese, von Yad Vashem – Jerusalem konzipierte, Ausstellung versucht die menschliche Geschichte, die sich hinter den historischen Fakten verbirgt, zu zeigen und den einzigartigen Stimmen der Frauen Raum zu geben. „Lichtblicke“ hat nicht das Ziel zu zeigen, was die Nazis und ihre Mithelfer den Frauen antaten, außer in dem zum Verständnis notwenigen minimalen Umfang. Fokus der Ausstellung ist, auf die Reaktionen der Frauen in den verschiedenen Situationen während dieser furchtbaren Zeit hinzuweisen. Der Besucher soll sich stets daran erinnern, dass es sich um Ereignisse und Begebenheiten handelte, bei denen der menschliche Abgrund des Bösen beispiellose Höhepunkte erreichte.

Mehr als 3 Millionen Frauen und Mädchen wurden im Holocaust ermordet.

Die nationalsozialistische Ideologie forderte die Vernichtung der gesamten jüdischen „ Rasse“. Frauen stellten als Träger der Fruchtbarkeit, einen Schwerpunkt innerhalb der Verfolgungspolitik dar.

Wir zeigen die Geschichten von 45 Frauen, die folgende Themenbereiche umfassen:
Liebe, Muttersein, Sich kümmern um Andere, Frausein, leben im Untergrund als Partisanin, Alltagsleben, Freundschaft, Religion, Nahrung, Kunst.

Die Stimmen dieser Frauen sind es, die wir hörbar machen wollen und es sind ihre Geschichten, die wir erzählen.

Chanan de Lange, verbindet bei dieser Ausstellung seine künstlerische Kreativität
mit seinen Fähigkeiten als Designer, wobei er historisches Material, ausgesucht vom kuratorischen Team, verwendete, um eine großflächige Videoinstallation zu schaffen, die den gesamten Ausstellungsraum einnimmt. Sie bewegt und verändert sich vor den Augen des Betrachters und verleiht somit dem historischen Material ein neues und zeitgenössisches Gefühl und eine ebensolche Ansicht.

Michal Rovner’s Videoarbeit, “Mensch sein”, verwebt Interviewsegmente von zehn Frauen und Holocaustüberlebenden miteinander und ist der Höhepunkt des konzeptionellen Paradigmas dieser Ausstellung.

Während der Ausstellung werden Filmdokumentationen für Schulen und Gruppen zum Thema „Hakoah Lischot, Regie Yaron Zilbermann, „Das wirst Du nie verstehen“, Regie Anja Salomonowitz und „Von der Hölle ins Paradies oder Chopin hat mich gerettet“ von Michael Teutsch unentgeltlich gezeigt.
Anmeldung dazu erforderlich.

Das Theater Nestroyhof Hamakom hat eine über ein Jahrhundert lange, gleichermaßen lebendige wie tragische Entwicklungsgeschichte. Seit Mai 2008 wird unter der Leitung von Frederic Lion und Amira Bibawy daran gearbeitet, ihm seine Funktion und Bestimmung als Ort zwischenkultureller und interdisziplinärer Auseinandersetzung wieder zu ermöglichen. In diesem Ansinnen und im historischen Kontext wurde dem Theater im Nestroyhof, das neue Wort ‚ha Makom’ (hebräisch: der Ort) hinzugefügt, weil dieser Begriff eine transzendente Form der geistigen Verortung, des Erinnerungsortes und der Eingrenzung umreißt, die zu einer schönen und spannenden Möglichkeit der Erweiterung und der Entgrenzung anregt. Ab September 2009 soll dieses Haus im großstädtisch-dörflichen zweiten Wiener Bezirk eine Spielstätte werden für gesellschaftliche Reibungsflächen, Denkfelder und Bewegungsräume, die sich hier und anderswo finden: Ein Topos, der Lust und Fantasie erzeugt, Spuren zu erkunden, um Geschichten der Gegenwart zu erzählen. Informationen über das Projekt, momentane Aktionen und nahe Pläne sind auf www.theater-nestroyhof-hamakom.com zu finden, die in den nächsten Wochen im Zuge der organisatorischen und inhaltlichen Konzeptentwicklung, als erweiterte Informationsplattform entwickelt wird.

 

NEBENVERANSTALTUNGEN

Folgende Filme werden gezeigt:

Das wirst Du nie verstehen    Österreich 2003 (52 Minuten)
Buch und Regie Anja Salomonowitz
In diesem Film geht es um drei Frauen, die dem, was in der Geschichtswissenschaft als Täter- und Opfergeneration bezeichnet wird, angehören. Mit ihren unterschiedlichen Lebensgeschichten, unterschiedlichen Erzählungen und Erinnerungen leben sie alle in einer Familie, in meiner Familie.
Anja Salomonowitz konfrontiert sich und ihre Familienmitglieder mit den unterschiedlichen Erinnerungen. Im Zusammenschnitt und in der Off-Stimme reflektiert die Filmemacherin die widersprüchliche Aufgabe, gleichermaßen in der Genealogie des Opfer- wie des Täterkollektivs zu stehen. Sie legt dabei ihre familiäre Verbundenheit ebenso offen, wie sie die Mechanismen der Abwehr, der Verleugnung, des Erzählens und Verschweigens sichtbar werden lässt. Sie stellt Fragen, und ist, wenn sie ihre Großmutter ins Bild setzt, ebenso sehr Enkelin wie Nachkommende von Überlebenden.
Nora Sternfeld

Hakoah Lischot    Israel/F/USA 2004 (80 Minuten)
Buch und Regie Yaron Zilberman
Sieben rüstige alte Damen treffen einander im Wiener Amalienbad, um zu schwimmen. Das mag auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches an sich haben. Aber: Die sieben Damen sind von weit her gekommen, zurück in ihre Geburtsstadt Wien. Nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland waren sie, wie viele tausende andere, geflohen, um der Verfolgung und Ermordung zu entgehen. Die sieben Frauen gehörten zu den Meisterschwimmerinnen des jüdischen Sportklubs Hakoah ("Stärke"), der 1909 gegründet worden war, als viele österreichische Vereine bereits begannen, jüdischen MitbürgerInnen die Mitgliedschaft zu verweigern. Rasch wurde aus Hakoah einer der führenden Sportklubs Österreichs und Europas, und die Schwimmsektion zählte, vor allem in den dreißiger Jahren, zu ihren erfolgreichsten Abteilungen.
Filmemacher Yaron Zilberman begleitete die sieben Frauen, allesamt über achtzig Jahre alt, bei ihrer Reise nach Wien und in die eigene Vergangenheit. So entstand ein bewegender und packender Dokumentarfilm, der nicht nur von Schmerz und Trauer handelt, sondern auch von Stärke, Fröhlichkeit, Kameradschaft und von der unbändigen Lust am Leben.

Von der Hölle ins Paradies oder Chopin hat mich gerettet
Deutschland 2005 (73 Minuten)
Buch und Regie Michael Teutsch
Aliza Sommer-Herz, die heute 105-jährige Pianistin und Musikpädagogin, hat das ganze 20. Jahrhundert erlebt und ist aufgrund ihrer genauen Erinnerungen und der kritischen Verarbeitung ihrer vielfältigen Erfahrungen Zeitzeugin ersten Ranges. Sie ist eine der letzten Überlebenden des Ghetto Theresienstadt.

Anmeldung für Schulklassen und Gruppen unter:
Agentur Milli Segal – Fon 9687266, Email: info@milli.segal.at 


Weitere Informationen, Anmeldung zu den Filmvorführungen und Bildmaterial:
Agentur Milli Segal
Tel.: 01 9687266, Email: milli.segal@chello.at

Die Ausstellung wird durch die Unterstützung des Nationalfonds und des Zukunftsfonds der Republik Österreich, des BMUKK, der MA7 Wien-Kultur, MA 57 Frauen, dem Ministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Wiener Donauraum/Central Danube GmbH., der Saint-Gabain Rigips Austria GesmbH. und der Bezirksvorstehung des 2. Bezirks realisiert und von der Kunstversicherung Barta & Partner unterstützt.

Kombinat Media Gestalteer GmbH