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Ausstellung: Verdrängte Jahre. Die Eisenbahn in Österreich im Nationalsozialismus 1938 – 1945

Die Ausstellung informiert zur vielfältigen Geschichte der Bahn (Alltagsleben der Eisenbahner, Kindertransport nach England, Deportationen, Zwangsarbeiter, Widerstand, Restitution) nach ihrer Eingliederung im März 1938 in die deutsche Reichsbahn. Ort: Haus der ÖBB, Praterstern 3, 1020 Wien, bei freiem Eintritt. 12. Juni bis Ende September 2012
12.06.2012 09:00   -  30.09.2012 18:00   |  

2012 feiert die Eisenbahn in Österreich ihr 175-jähriges Jubiläum. Dabei werden die enormen technischen Errungenschaften und die Bedeutung der Bahn für die industrielle Revolution, für
Erneuerung und den wirtschaftlichen Aufschwung Thema sein. Die ÖBB thematisieren aber auch die Jahre 1938-1945, als die Österreichischen Bundesbahnen Teil der Deutschen Reichsbahn
waren.
“Das ist der dunkelste Abschnitt unserer Unternehmensgeschichte. Wir sind dazu verpflichtet zu gedenken und möchten mit dieser Dokumentation einen weiteren Beitrag zur historischen
Aufarbeitung leisten. So unfassbar uns diese Ereignisse heute erscheinen, so klar müssen wir als ÖBB diese Zeit als Teil unserer Geschichte akzeptieren.” 
(Mag. Christian Kern, CEO ÖBB Holding AG)


Obwohl die Bahn in der Zeit des Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielte, blieb diese in der Geschichtsschreibung der Österreichischen Bundesbahnen bisher so gut wie unerforscht und
ausgeblendet. Die Österreichischen Bundesbahnen wurden 1938 sofort in die Deutsche Reichsbahn integriert. Ohne Bahn als Transportmittel wären die Kriegslogistik der Deutschen Wehrmacht
und der systematische Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden und an Sinti und Roma nicht machbar gewesen.
Drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa wurden im Zweiten Weltkrieg mit Zügen in die Vernichtungs- und Tötungslager des NS-Regimes transportiert. Über 200.000 ÖsterreicherInnen -
fast die gesamte jüdische Bevölkerung – wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, oder in Konzentrations- und Vernichtungslager überstellt.
Die nationalsozialistischen Machthaber versuchten von März 1938 an, die Eisenbahner an ihr Regime zu binden. Eisenbahner hatten strengere Regeln als Berufsbeamte zu befolgen, mussten
“jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten” und wurden flächendeckend einer politischen Untersuchung und Überwachung unterzogen. Dennoch waren sie maßgeblich
am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. So berichtet das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) 1941 über den Widerstand bei der Bahn, dass im Vergleich zum “Altreich [...] die
Ostmark seit Ausbruch des Krieges 1939 in sabotagepolizeilicher Hinsicht eine größere Rolle spielte, da hier die fremdländischen Nachrichtendienste und die inländischen Gegnergruppen es
bereits früher verstanden hatten, Sabotageorganisationen aufzubauen [...].”
Die Ausstellung gliedert sich in die Abschnitte:
• Der “Anschluss”
• Die Bahnbediensteten
• Emigration und Kindertransporte
• Die Sondertransporte
• Der Widerstand
• Die Zwangsarbeit
• Das “arisierte” Vermögen
• Die Restitution
Die ÖBB planen, die Ausstellung in einer Kooperation mit dem Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten zu digitalisieren, damit sie auf Dauer über das WWW besichtigt werden kann.
Weiters soll die 116 Seiten starke Ausstellungsbroschüre in Kooperation mit der Zeitschrift Datum ebenfalls digitalisiert und als App verfügbar gemacht werden. Das BMVIT unterstützt eine
österreichweite Aktion, in der allen ÖBB-Lehrlingen der Besuch der Ausstellung ermöglicht wird. In Kooperation mit dem BMUKK/www.erinnern.at wird für SchülerInnen entsprechendes
Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt werden.
Weitere Informationen, Terminvereinbarung, Fotomaterial und Führungen nach Anmeldung:
Agentur Milli Segal, Fon: 01 9587266, e-mail: milli.segal@chello.at

Infos Milli Segal: - link

Eintritt frei!

Kombinat Media Gestalteer GmbH