Festveranstaltung: Richard Wadani - 75 Jahre Deserteur

Ballhausplatz, beim Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz, 1010 Wien
16.10.2019  |  17:00  -  18:30   |  

Vor 75 Jahren, in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 1944,
desertierte Richard Wadani in der Nähe von Aachen aus der Wehrmacht. Er verließ gegen drei Uhr früh seinen Wachposten, ließ seine Waffen zurück, überquerte das verminte Niemandsland zwischen den großdeutschen und den alliierten Streitkräften und ergab sich der US Army. Bis Ende 1945 diente er in der Zweiten Tschechischen Brigade der britischen Armee.

Richard Wadani hat – im Gegensatz zu zehntausenden „Fahnenflüchtigen“ – überlebt. Der Zweiten Republik, die den Wehrmachtsdeserteuren wenig wohlwollend gegenüberstand, war er ein beständiger Stachel im Fleische. Und was Richard Wadani – mit seiner Beharrlichkeit und unterstützt vom Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ – gegen mitunter massive politische Widerstände erreicht hat, kann sich sehen lassen:


2005 beschloss der österreichische Nationalrat das Anerkennungsgesetz.
2009 beschloss der österreichische Nationalrat des Aufhebungs- und Rehabilitationsgesetz.
2010 beschloss die erste rot-grüne Wiener Stadtregierung die Errichtung eines Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz.
2014 wurde dieses Denkmal am Ballhausplatz vom damaligen
Bundespräsidenten Heinz Fischer feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Wir wollen den 75. Jahrestag von Richard Wadanis Desertion nützen, um am Ballhausplatz, vor dem Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz Rückschau zu halten, in die Zukunft zu blicken und ein wenig zu feiern.

Ort: Ballhausplatz, Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz
Zeit: Mittwoch, 16. Oktober 2019, 17 Uhr

Es sprechen:
- Terezija Stoisits, langjährige Unterstützerin und Ehrenmitglied des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“
- David Ellensohn, Klubobmann der Grünen Wien
- Katharina Stemberger liest aus Richard Wadanis Biografie „Da habe ich gesprochen als Deserteur“.

Für die musikalische Umrahmung sorgen Albert Dlabaja und der Chor TrotzAlledem.

Moderation: Thomas Geldmacher, Obmann des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“.

Anmeldungen bitte an:
geldmacher@rundumberatung.at.

(c) DÖW / Johannes Eschner
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