Filmreihe: "Überleben im NS-Terror"
Oft wird mit Blick auf den Vernichtungskrieg des Nationalsozialismus die Frage gestellt, ob es in Zeiten des Terrors im "Reich" und in den von der Wehrmacht besetzten Ländern Europas überhaupt eine reale Chance für Widerstand und solidarische Hilfe gegeben hat. Heute wissen wir, dass jeder Einzelne vor der Frage stand, ob er Menschlichkeit, Nächstenliebe, Widerstehen oder Anpassung, Mitläufer- und Mittätertum zu seiner Maxime machen wollte.
Die Filme werden wie in den Vorjahren mit einem kurzen Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Frank Stern eingeleitet. Darüber hinaus wird es jeweils anschließend die Möglichkeit für Fragen und zur Diskussion geben.
Kuratoren: Frank Stern, Stephan Matyus
Montag, 16. Jänner 2012, 19.30 Uhr
DAS SIEBTE KREUZ
USA 1944, 110 Min. / Regie: Fred Zinnemann
Sieben Häftlingen gelingt die Flucht aus einem KZ in Deutschland. Können sie auf Hilfe, auf Unterstützung rechnen, wie verhalten sich die ganz normalen Bürger ihnen gegenüber? Anna Seghers schrieb diesen Roman im mexikanischen Exil und es war der aus Wien vertriebene Fred Zinnemann, der aus diesem Roman in Hollywood einen beeindruckenden Spielfilm machte.
Dienstag, 17. Jänner 2012, 19.30 Uhr
DUELL MIT DEM TOD
A 1949, 114 Min. / Regie: Paul May, G. W. Papst
Wien unter den Nazis. Ist Widerstand möglich? Eine schwerwiegende ethische Frage ist dabei: Darf der Widerstand auch töten? Die Wiener Regisseure Paul May und G. W. Papst fragen nach der Verantwortung jedes Einzelnen in Österreich zwischen 1938 und 1945.
Mittwoch, 18. Jänner 2012, 19.30 Uhr
JAKOB DER LÜGNER
DDR 1974/75, 104 Min. / Regie: Frank Beyer
Gibt es überhaupt eine ganz normale Ghetto-Situation? Wie gehen die Häftlinge miteinander um, kann es Hoffnung geben und wodurch? Nach dem Roman von Jurek Becker drehte Frank Beyer einen bewegenden Film, trotz des bedrückenden Themas voll Humor und Eigensinn der Verfolgten, in dem nicht allein ihre Vergangenheit, sondern auch die Hoffnung auf eine Zukunft aufscheint.
Donnerstag, 19. Jänner 2012, 19.30 Uhr
UNBEUGSAM / DEFIANCE
USA 2008, 137 Min. / Regie: Edward Zwick
Es ist die Geschichte der Bielski-Brüder, die in den Wäldern des von der Wehrmacht besetzten Osteuropas um Lebensmittel, Waffen und Menschlichkeit ringen. So wollen sie eine immer größere Anzahl von Jüdinnen und Juden schützen, die dem Zugriff der Nazis entkommen, und sie bis zur absehbaren Niederlage des NS-Reiches retten.
Freitag, 20. Jänner 2012, 19.30 Uhr
VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN
Ö/HU, D 2010, 92 Min., Regie: Elisabeth Scharang
Publikumsgespräch mit der Regisseurin
Ein bewegender neuer österreichischer Spielfilm, der gegen Kriegsende in Österreich spielt und die Begegnung zwischen Dorfbevölkerung und ungarischen Frauen und Männern zeigt, die sich auf einem Todesmarsch befinden. Die Bevölkerung sieht sich dabei vor die Alternative gestellt, sich am Verbrechen zu beteiligen oder Menschlichkeit zu zeigen.
Programm für Schulen:
Erstmalig im Rahmen der Filmretrospektive wird es für Schulklassen (ab der 5. Schulstufe) die Möglichkeit geben, den Film Vielleicht in einem anderen Leben bereits am Freitag den 20. 1. 2012 vormittags zu sehen und am anschließenden auf die Schülerinnen und Schüler abgestimmten Schwerpunktgespräch teilnehmen zu können.
Rechtzeitige Anmeldung im Voraus dazu unbedingt erforderlich:
Freitag, 20. 1. 2012 vormittags – Anmeldung für Schulen:
Tel.: 01/531 26/3852, e-mail: BMI-IV-7@bmi.gv.at,
web: www.mauthausen-memorial.at

