Alle Burgenland Artikel

Arbeitsgruppe Nationalsozialismus und Holocaust im Burgenland

Die AG Nationalsozialismus und Holocaust im Burgenland wurde anlässlich des Gedenkjahres 1938 – 2008 gegründet. Einigen engagierten Personen und Institutionen im Burgenland ging es um ein würdiges Gedenken an die Opfer des NS Regimes, aber auch darum zu zeigen, dass das Burgenland – auch das offizielle – sich seiner historischen Verantwortung bewusst und reif ist, Zeichen des Gedenkens und Erinnerns zu setzen.

Stätten des Erinnerns

Vor 75 Jahren, im März 1938, übernahmen die Nationalsozialisten in Österreich die Macht. Mit besonderer Brutalität gingen die burgenländischen Nationalsozialisten gegen ihre jüdischen Nachbarn vor. Noch bevor die deutschen Truppen den „Anschluss“ vollzogen, begann der Terror in den burgenländischen Dörfern. Innerhalb weniger Monate wurde die jahrhundertealte jüdische Kultur des Burgenlandes ausgelöscht. Jahrzehntelang wollten das Burgenland nicht daran erinnert werden. Gedenkinitativen in Frauenkirchen, Deutschkreutz und Mattersburg versuchen nun mit Projekten die Erinnerung an die jüdische Geschichte des Burgenlandes zu unterstützen.

Herbert Brettl, Quellen zur Geschichte der „Zigeunerpolitik“ im Bezirk Neusiedl am See zwischen 1921 und 1945

Der Geschichte der burgenländischen „Zigeuner“ im 20. Jahrhundert wurde erst in den letzten zwanzig Jahren mehr Beachtung geschenkt. Daher konnten bis heute noch nicht alle offenen Fragen beantwortet werden. Herbert Brettl unternimmt den Versuch, die Politik gegenüber den „Zigeunern“ vom Werden des Burgenlandes bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges darzustellen.

Wir erinnern Begegnung mit dem jüdischen Mattersburg

Bei einem Spaziergang durch Mattersburg erinnert kaum etwas an das jüdische Leben - abgesehen vom jüdischen Friedhof, dem kleinen Gedenkstein auf dem Brunnenplatz und der Judengasse. Unsere Idee bei der Gründung war es, die in Mattersburg lebenden und wirkenden Juden und ihre jüdische Lebenswelt nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Mit Veranstaltungen und Projekten der „Erinnerung“ wollen wir dieser Welt wieder „begegnen“ und damit auch der Vertriebenen und Ermordeten gedenken. nähere Infos: http://www.wir-erinnern.at

ERÖFFNUNG DER GEDENKSTÄTTE ZUR ERINNERUNG AN DIE EHEMALIGE JÜDISCHE GEMEINDE MATTERSBURG

Am 5. November 2017 wurde in Mattersburg im Rahmen eines Festaktes eine von KR Michael Feyer entworfene Gedenkstätte von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet. Feyer, Obmann des Vereins „wir erinnern-Begegnung mit dem Jüdischen Mattersburg“, gedachte in seiner Ansprache auch der Pogromnacht 1938. Weitere Ehrengäste waren Talya Lador-Fresher, Botschafterin des Staates Israel, Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Bürgermeisterin Ingrid Salamon, Hans Niessl, Landeshauptmann des Burgenland und Isaac Ehrenfeld, Oberrabbiner von Kirjat Mattersdorf in Jerusalem und Enkel des letzten Oberrabbiners von Mattersburg. Shmuel Barzilai, Oberkantor des Wiener Stadttempels, sang das Totengebet El Maleh Rachamim und sprach das Kaddisch-Gebet. Als Abschluss wurden, einer Jahrtausende alten Jüdischen Traditionen folgend, Gedenksteine abgelegt.

Der Fall Karl Horvath

Von Wolfgang Freitag Ein Loipersdorfer ›Zigeuner‹ vor dem Linzer Volksgericht Das Schicksal des aus Loipersdorf, Burgenland, gebürtigen Roms Karl Horvath reflektiert nicht nur viele der Verwerfungen in den ersten Jahrzehnten nach dem Untergang der Habsburgermonarchie, sondern auch die Kontinuität der Verfolgung und Kriminalisierung, der die Volksgruppe der ¬Roma in jenen Tagen ausgesetzt war – und gerade dieser Tage von Neuem ausgesetzt ist. 1939 als »Asozialer« nach Dachau deportiert, 1945 aus dem KZ Mauthausen/Gusen befreit, 1946 als vermeintlicher Kriegsverbrecher angeklagt, 1948 vom Linzer Volksgericht verurteilt, 1952 in einer Wiederaufnahme des Verfahrens freigesprochen, doch gezeichnet für den Rest seines – kurzen – Lebens. Horvaths Kampf um Rehabilitierung, sein anschließendes Ringen um Entschädigung wie die Erinnerungen an ihn in einer Familie, in der er nach seinem Freispruch und bis zu seinem Tod 1971 Aufnahme fand, vervollständigen ein Lebensbild, das singuläre Einblicke in die Welt der unmittelbaren Nachkriegsjahre bietet und gleichzeitig paradigmatisch für Österreichs 20. Jahrhundert stehen kann.

"NAMEN ERINNERN"

Ein Projekt von memoryPROJECTS Aus Anlass des 71. Jahrestages der Pogromnacht am 10. November 1938, erinnert seit heute ein virtueller Gedenkraum an die Familiennamen der aus dem Burgenland vertriebenen Juden und Jüdinnen. http://www.memoryprojects.at/namen-erinnern

Museum Kreuzstadl, Rechnitz

LERNORT - ERINNERUNGSORT - BEGEGNUNGSORT Nur das Erinnerte, nicht das Vergessene, lässt uns lernen. Wir alle gestalten Geschichte, die Geschichte formt uns. Suchen wir Antwort auf Geschehenes, tragen wir Verantwortung für die Zukunft.

Stätten des Erinnerns

Vor 75 Jahren, im März 1938, übernahmen die Nationalsozialisten in Österreich die Macht. Mit besonderer Brutalität gingen die burgenländischen Nationalsozialisten gegen ihre jüdischen Nachbarn vor. Noch bevor die deutschen Truppen den „Anschluss“ vollzogen, begann der Terror in den burgenländischen Dörfern. Innerhalb weniger Monate wurde die jahrhundertealte jüdische Kultur des Burgenlandes ausgelöscht. Jahrzehntelang wollten das Burgenland nicht daran erinnert werden. Gedenkinitativen in Frauenkirchen, Deutschkreutz und Mattersburg versuchen nun mit Projekten die Erinnerung an die jüdische Geschichte des Burgenlandes zu unterstützen.

Die Roma von Oberwart – von Helmut SAMER

Neben einer historischen Aufarbeitung der drei Oberwarter Roma-Siedlungen versucht das Buch die wichtigsten Etappen auf dem Weg zur Gründung des Vereins Roma Oberwart nachzuzeichnen. Das Attentat von 1995, seine nachhaltigen Folgen und aktuellen Entwicklungen bis ins Jahr 2001 bilden weitere Schwerpunkte.

Last der Erinnerung - von Wolfgang KRUG

Noch immer sorgt das 1938/1939 im burgenländischen Oberschützen errichtete „Anschlussdenkmal" für hitzige Diskussionen. Der Autor legt einen sorgfältig recherchierten Bericht über die Entstehungsgeschichte dieses monumentalsten Denkmals seiner Art in Österreich ab und zeigt exemplarisch die vielschichtigen

Burgenland History Blog von Herbert Brettl

Der Blog richtet sich an all diejenigen, die sich in irgendeiner Form für die burgenländische Landesgeschichte interessieren. Hier finden Sie historische Artikel zur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Burgenland, wobei die Einträge sowohl Schlaglichter auf bedeutende Ereignisse als auch auf das Zusammenleben der Bevölkerung werfen, die die Geschichte des Landes erzählen. Verstärktes Augenmerk wird auf die jüngere Vergangenheit gelegt und die Veröffentlichung der Beiträge erfolgt „situationselastisch“.

NS-Herrschaft im Burgenland: Begleitband zur Ausstellung, 27. April - 4. November 2018, Landesmuseum Burgenland

Pia Bayer, Dieter Szorger (Hg.) Am Abend des 11. März 1938 – und damit früher als in allen anderen Bundesländern – begann im Burgenland eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte: die Zeit der NS-Diktatur. 80 Jahre danach setzen sich das Landesmuseum Burgenland und das Österreichische Jüdische Museum in einer gemeinsamen Ausstellung und einem Begleitband mit den burgenländischen Aspekten dieses schicksalshaften Jahres auseinander.

Die langen Schatten der Vergangenheit: Betrogene Hoffnungen und die Schuld der Gleichgültigkeit – Nazifizierung und Entnazifizierung des Burgenlandes

Von Walter Feymann Die notwendige und ausreichende Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit glückte auch im Burgenland nur teilweise und wurde als Nebenerscheinung des Kalten Krieges schließlich ziemlich schnell beendet und weitgehend tabuisiert. In seiner profunden wissenschaftlichen Abhandlung geht es dem burgenländischen Historiker und Philologen Walter Feymann nicht um Abrechnung oder Schuldzuweisungen, vielmehr soll ein Beitrag zum Verständnis des Denkens, Fühlens und Handelns der Kriegsgeneration geleistet werden. Ausführlich dargestellt werden die Ideologie des Nationalsozialismus sowie die sozioökonomischen Faktoren und die persönlichen Entscheidungskriterien. Hingewiesen wird auch auf die Schwierigkeit und Notwendigkeit eines differenzierten und verantwortungsbewussten Umgangs mit der Vergangenheit. Ein Teil des Buches beschreibt exemplarisch das Schicksal verschiedener Personen, als Handelnde und als Opfer.

Vertrieben Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen

Von: TSCHÖGL, Gert / TOBLER, Barbara / LANG, Alfred (Hg.) »Es ist nicht eine wirkliche Liebe zu Österreich, aber es ist etwas, woher ich komme. Und ich habe mir auch Argentinien nicht gewählt, ich habe nirgends anders Eintritt bekommen«, beschreibt eine alte jüdische Burgenländerin ihre heutige Gefühlslage. Die Burgenländische Forschungsgesellschaft hat hier die Lebensgeschichten mehrerer 1938 vertriebener jüdischer BurgenländerInnen aufgezeichnet. In Interviews schildern die in Argentinien, Uruguay, USA, Israel, England, Österreich usw. Lebenden ihre Kindheit im Burgenland und die Tage der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Sie erzählen von ihrer Flucht ins rettende Ausland, dem dortigen schwierigen Neubeginn sowie ihr jetziges Verhältnis und ihre Gefühle gegenüber Österreich und dem Burgenland. Historische Familienfotos über das Leben jüdischer BurgenländerInnen vor 1938 und ihre Emigration ergänzen die Texte. Ein einführender Artikel zur Geschichte jüdischer Kultur im Burgenland sowie ein Beitrag zu neuesten Forschungsergebnissen der Ereignisse von 1938 – z. B. die Enteignungen burgenländischer Juden und Jüdinnen - vervollständigen den Band.