KZ Gusen: Eine Ausstellung von Schüler*innen zu einem (fast) verschwundenen Lager
Im Jahr 2025 verbrachten die Schüler*innen Projekttage an der KZ-Gedenkstätte Gusen. Das Motto lautete „Objekte erzählen Geschichte(n)“. Dabei arbeiteten sie mit historischen Gegenständen, darunter eine Häftlingsmarke, persönlichen Erinnerungsstücken wie eine Weihnachtskarte und Funde vom ehemaligen KZ-Areal in Gusen. Anhang von Quellen wurde eine innovative und partizipative Auseinandersetzung mit der Geschichte des Konzentrationslagers Gusen ermöglicht und neue Bildungsformate wurden erprobt.
Die Schüler*innen konnten zwischen verschiedenen Workshops wählen:
–Schreibwerkstatt: Es entstanden Texte zu ausgewählten Objekten in Form von Geschichten, Reflexionen oder Gedichten.
– TikTok: Beim Videoprojekt produzierten die Teilnehmer*innen Kurzfilme, in denen sie die Bedeutung des Ortes Gusen für das Verständnis der KZ-Geschichte herausarbeiteten. Die Kurzvideos sind auf dem TikTok-Kanal der KZ-Gedenkstätte Gusen zu sehen: https://www.tiktok.com/@mauthausenmemorial/video/7470532048747253014
–Forschungswerkstatt: Im Rahmen von eigenständiger Recherchen in Archiven und Bibliotheken setzten sich die Schüler*innen vertieft mit den historischen Quellen auseinander. Ausgehend von einer Häftlingsmarke erforschten sie die Geschichte des jüdischen Häftlings Pinkus Lubliner.
– Kreativworkshop: Die Schüler*innen gestalteten Kunstwerke mit Löffeln, die an die Bedeutung dieses Alltagsgegenstands für das Überleben der Häftlinge erinnern. Um die Anzahl an 70 000 deportierten KZ-Häftlingen in Gusen sichtbarer zu machen, entschieden sich die Schüler*innen dazu 70 000 Bügelperlen aufzufädeln. Die lange Schnur mit bunten Perlen wurde später in der Schule von vielen Ober-und Unterstufenschüler*innen vervollständigt und in der Aula gezeigt. Die Hälfte der Perlen waren mattiert und sollten die in etwa 35 000 Toten in Gusen symbolisieren.
Eines der zentralen Ziele des Projekts war es, die Schüler*innen aktiv in die Entwicklung neuer Bildungsformate in Gusen miteinzubeziehen und eine Transfer in die Schule zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Workshops und die bei Rundgängen und Diskussionen gewonnen Eindrücke flossen in eine Plakatausstellung ein. Die Ausstellung wurde von den Schüler*innen konzipiert, kuratiert, gestaltet und der Öffentlichkeit präsentiert.Die Ausstellung ist an zwei Standorten gleichzeitig zu sehen: der KZ-Gedenkstätte Gusen und der Aula des Bundesrealgymnasiums Enns. Da die Aula von allen Schüler*innen besucht wird und die Ausstellung somit auch von Unterstufenschüler*innen ab 10 Jahren besucht wird, wurden die Inhalte auf den Plakaten im unteren, blauen Abschnitt in einfacher Sprache zusammengefasst. Dadurch werden die Themen auch für Besucher*innen ohne oder mit wenig Vorwissen leichter zugänglich.
Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit der Geschichte des KZ Gusen auseinanderzusetzen und macht deutlich wie junge Menschen einen wichtigen Beitrag dazu leisten können.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten:
– Schüler*innen: Hannah Achleitner, Paulina Auer, Lea Beuer, Fabian Fischlmayr, Elena Forstner, Lara Gaffl, Lorena Gálos, Lena Hahn, Lisa Hiebl, Stella Jarosik, Victoria Kampenhuber, Lejla Karahasanović, Marie Klaffenböck, Felix Marangon, Paula Neumüller, Nora Panhuber, Lena Steinmayr
– dem Projektteam der KZ-Gedenkstätte Gusen: Alex Kleiß, Laura Langeder, Mojtaba Mousavi, Bernhard Mühleder, Evelyn Steinthaler, Daniel Tscholl
– Direktor Werner Dietl und Lehrerin Julia Mayr für die Begleitung und Unterstützung
Ein Projekttag in Gusen wurde von einer Journalistin der Tageszeitung Der Standard begleitet und ist online nachlesbar https://www.derstandard.at/story/3000000257860/konzentrationslager-gusen-tiktoks-und-ein-alter-koffer-gegen-das-vergessen
Zuordnung
- Region/Bundesland
- Oberösterreich
