Gedenktage

Gedenktage geben Auskunft über das Erinnerungsbedürfnis, die Erinnerungskultur und die Geschichtspolitik einer Gesellschaft. Sie sollten deshalb auch im Unterricht einen entsprechenden Stellenwert haben. Eine Übersicht von nationalen und internationalen Gedenktagen.

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

27. Jänner - Internationaler Holocaust-Gedenktag

Der Internationale Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner erinnert seit 2005 an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Das KZ Auschwitz-Birkenau ist das Synonym für die industrielle Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden und nimmt damit eine herausragende Stellung in der Erinnerung an den Holocaust ein.

Aufnahme vermutlich März 1938, Leopoldstadt. Eine der "Ikonen", die in verschiedenen Schulbüchern mit unterschiedlichen Bildunterschriften wieder gegeben werden. Aus: Österreich 1938 – Vorspiel zur Shoah. Broschüre zum März 1938 / 2008 Hgg. v. Dieter J. Hecht / Eleonore Lappin / Michaela Raggam-Blesch / Lisa Rettl / Heidemarie Uhl

12. März - "Anschluss" Österreichs 

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Einmarsch deutscher Truppen begann die Terrorherrschaft und endete die österreichische Eigenstaatlichkeit. Die Verfolgung von GegnerInnen der NSDAP und die antisemitisch-rassistisch motivierte Gewalt insbesondere gegen Jüdinnen und Juden setzte ein.

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8. April - Internationaler Roma-Gedenktag

Am 8. April begehen Roma und Romnija der ganzen Welt ihren internationalen Tag. Der Tag war lange auch ein zentraler Tag zur Erinnerung an den Genozid an den Roma und Sinti, seit 2016 richtet sich die Aufmerksamkeit jedoch hierfür vermehrt auf den 2. August.

Armenische Zivilisten, die von Soldaten durch Harput ins Gefängnis von Elazig getrieben werden, April 1915

24. April - Gedenktag an den Genozid an den Armeniern

Am 24. April 1915 verhafteten die türkischen Behörden mehr als 2000 Mitglieder der armenischen Elite in Istanbul. Dieser Tag gilt als Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern 1915/16, dem wahrscheinlich mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen. Auch die aramäischen und assyrischen Christen sowie Angehörige der griechischen Minderheit waren verfolgt worden.

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5. Mai Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 5. Mai 1945 wurde das Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich von der US Army befreit. Im KZ Mauthausen wurden mehr als 200.000 Menschen interniert, etwa 100 000 Häftlinge wurden ermordet. Der Nationalrat erklärte 1997 den 5. Mai zum nationalen Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Denkmal für die ermordeten österreichischen Roma in Chelmno


2. August - Internationaler Tag des Gedenkens an den Genozid an den Sinti und Roma

Der 2. August wurde zum Internationalen Tag des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma ausgerufen. Rund 500.000 Roma und Sinti wurden Opfer einer rassistischen Verfolgungspolitik deutscher und österreichischer Nationalsozialisten und ihrer faschistischen Verbündeten und ermordet-

Am 23. August 1939 wurde der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffspakt vom deutschen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und dem sowjetischen Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Molotov unterzeichnet

23. August - Europäischer Gedenktag an die Opfer von Stalinismus und Nazismus

Am 23. August 1939 wurde der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffspakt unterzeichnet. Seit 2009 ist dieser Tag ein europäischer Gedenktag an die Opfer des "Totalitarismus".

Sogenannte "Reibepartie"

9./10. November - Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung

Am 9./10. November 1938 und an den darauffolgenden Tagen fanden im gesamten Deutschen Reich Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung statt. Mit dem Novemberpogrom wurde die Vertreibung und Enteignung der jüdischen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten radikalisiert und systematisiert.

Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am Wiener Parlament (Wiki commons)

10. Dezember - Tag der Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte veröffentlicht, auf die sich die damaligen UNO-Mitgliedsstaaten verständigt hatten. Der als Tag der Menschenrechte begangene Gedenktag soll seit 1948 jedes Jahr daran erinnern, dass die Einhaltung der Menschenrechte auch im 21. Jahrhundert noch keine Selbstverständlichkeit ist.